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Neustart: Gut 20 Mitglieder gründeten den Verein „Oberland plastikfrei“.

Oberland Plastikfrei

Mit Landkarte zum plastikfreien Einkauf

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Neuer Name und neuer Vorstand, das Ziel aber bleibt: Gut 20 Mitglieder wollen das Oberland plastikfrei machen. Praktische Tipps gab Bloggerin Charlotte Schüler bei der Versammlung des jungen Vereins.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Vereinsgründung, die zweite: Aufgrund einer kleinen Namensänderung musste sich der Verein, der Müllvermeidung im Landkreis und einen verpackungsfreien Laden in Bad Tölz vorantreiben will, nach einem halben Jahr nochmal gründen. So wurde aus „Tölz plastikfrei“ am Montagabend im Tölzer Gasthof Starnbräu „Oberland plastikfrei“. Die gut 20 Aktiven nahmen zudem einige Änderungen am bisherigen Vorstand vor. Und auch die Sache kam nicht zu kurz: Bloggerin Charlotte Schüler berichtete von ihren Erfahrungen ohne Plastik.

Namensänderung braucht Zustimmung

Im Februar hatten etwa 40 Interessierte den Verein „Tölz plastikfrei“ ins Leben gerufen. In den ersten Sitzungen wurde freilich klar, dass man durch den Namen möglicherweise viele Landkreisbürger ausschließt. „Unser Notar hat den Namen ,Oberland plastikfrei‘ ohne Zustimmung der künftigen Mitglieder aber nicht akzeptiert“, erklärte Alex Müller. Ihr Placet gaben nun die Anwesenden.

Müller, bisher Vorsitzender des Vereins, gab sein Amt ab, weil er beruflich bedingt nach Füssen zieht. Auch Friedl Krönauer erklärte, dass ihm das Amt als Kassier neben seiner Funktion als Vorsitzender der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe zu viel sei. Lilo Kafka wollte – ebenfalls aus zeitlichen Gründen – statt stellvertretender Vorsitzenden lieber Beisitzerin sein. Für diese Positionen fanden sich Melanie Eben, Lena Stahl und Marisa Neumeister.

Neustart: Gut 20 Mitglieder  wählten (v. li.) Lena Stahl (Kassier), Marisa Neumeister (2. Vorsitzende), Melanie Eben (Vorsitzende) und Gabriele Wojciechowski (Schriftführerin) als Vertreter.

Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten war der Verein 2016 nicht untätig gewesen, wie Marisa Neumeister, neue zweite Vorsitzende, berichtete. Es gibt eine Facebookseite, drei Stammtische wurden veranstaltet und Vertreter haben am Kinder- und Jugendtag einen Stand betrieben, an dem die Heranwachsenden selbst Seifen machen konnten. Und „seit Freitag haben wir eine eigene Homepage“, sagte die Lenggrieserin (oberland-plastikfrei.de). Auf der gibt es eine Landkarte, die anzeigt, welche Läden den Flyer des Vereins aufgehängt haben, der zu verstehen gibt, dass Kunden dort ihre eigenen Tüten, Becher und Boxen füllen lassen können.

Eigener Laden lässt sich nicht von heute auf morgen umsetzen

Der eigene Laden, in dem verpackungsfreie Produkte angeboten werden sollen, sei immer noch Ziel, sagte Neumeister. Es sei aber viel Arbeit zu planen, welches Geschäft sich der Verein leisten kann und welche Produkte es geben soll. „Das lässt sich nicht von heute auf morgen umsetzen.“ Eine Arbeitsgruppe beschäftige sich mit dem Thema.

Dass die künftigen Mitglieder hinter der Idee stehen, zeigte das Interesse am Vortrag von Charlotte Schüler. Die Münchnerin bemüht sich um Abfallvermeidung und den Verzicht auf Plastik. Darüber berichtet sie im Internet auf www.plastikfreileben.de. Ihre Tipps: Immer einen Jutebeutel dabeihaben, Behälter vielseitig verwenden, Dinge reparieren und die Breze zum Frühstück gleich in die Hand nehmen, anstatt sie einpacken zu lassen. „Ich will zeigen, dass ein junger Mensch plastikfrei leben kann, ohne öko zu sein“, sagte sie.

Diese Formulierung fand Friedl Krönauer interessant: „Zu meiner Zeit war es angesehen, öko zu sein.“ Schüler verband das aber mit einem persönlichen Erlebnis, als ihre Mutter ihr ein Schulheft aus losen Blättern zusammenstellte und die Lehrerin ihr aus Mitleid selbst ein neues Heft kaufte. „Meine Mutter hatte das aber gar nicht gemacht, um Geld zu sparen“, erklärte die Bloggerin.

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