1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Bad Tölz

Mit zwei Promille in Tölz am Einparken gescheitert: 61-Jähriger vor Gericht

Erstellt:

Von: Rudi Stallein

Kommentare

Führerschein weg: Was man zum Abstinenznachweis wissen muss
Fahren darf ein 61-Jähriger erst einmal nicht mehr. © Symbolbild: dpa-tmn / Christin Klose

Mit mehr als zwei Promille saß ein 61-Jähriger in Bad Tölz am Steuer seines Minis. Das brachte ihn nun vor Gericht.

Bad Tölz/Wolfratshausen – Ein Besuch bei seiner Freundin in Bad Tölz bescherte einem Schlierseer (61) viel Ärger. Weil er mehr als zwei Promille Alkohol im Blut hatte, als er am 8. Dezember vorigen Jahres gegen 17 Uhr aus seinem Mini torkelte, wurde der Mann nun zu vier Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Seinen Führerschein ist er für insgesamt 20 Monate los.

Für einen kurzen Moment wirkte der Mann auf der Anklagebank grundehrlich. „Mir geht’s richtig beschissen“, gestand der Schlierseer, als sich der Richter am Ende der Beweisaufnahme nach seinem Befinden erkundigte. Der Führerschein ist weg, sein Job existiert nur noch auf dem Papier. „Das ist ein Drama, als Event-Manager bin ich ohne Auto total aufgeschmissen.“ Sein Verdienst sei „derzeit null“. Auch das darf wohl als wahr unterstellt werden – im Gegensatz zu vielen anderen Aussagen, mit denen der 61-Jährige zuvor versucht hatte, einen guten Eindruck zu machen. Getrunken habe er erst, nachdem er den Motor abgestellt hatte. Das Einparken klappte nicht wie gewünscht, deshalb habe er „aus Frust ein paar kräftige Schlucke“ aus einer Flasche italienischen Cognacs genommen. Diese habe er zuvor für den Besuch bei der Freundin besorgt. „Das war an der Stelle nicht besonders adäquat“, räumte der Mann ein.

Anderes Auto bei Einparkversuch beschädigt

Seine Aussage widerlegte ein Polizist, nach dessen Erinnerung „höchstens ein, zwei Stamperl“ aus der Flasche, die neben einem Weißwein im Fußraum vor dem Beifahrersitz gelegen hatte, fehlten. Eine Zeugin berichtete zudem, dass das Licht am Fahrzeug eingeschaltet war und der Motor noch lief, als sie den Betrunkenen, der ihr Auto beim Einparkversuch leicht beschädigt hatte, bemerkte und die Polizei rief. Die Freundin (62) des Angeklagten bezeichnete dessen Zustand an jenem Spätnachmittag als „ziemlich verheerend“. Auch unter Berücksichtigung eines „Nachtrunks“ im Auto, lag der Alkoholpegel des 61-Jährigen nach Berechnungen einer Sachverständigen schon während der Fahrt von Schliersee nach Bad Tölz bei mindestens 2,14 Promille.

Richter Helmut Berger verurteilte den einschlägig Vorbestraften zu einer Haftstrafe von vier Monaten, die er für zwei Jahre zur Bewährung aussetzt. Zudem bleibt der Führerschein, der dem Angeklagten schon im Mai abgenommen worden war, noch weitere 16 Monate in Gewahrsam. Der Angeklagte gab sich schuldbewusst. „Ich habe Scheiße gekocht, dafür muss ich geradestehen“, sagte der Mann, dessen letzte Worte vor der Urteilsverkündung gelautet hatten: „Ich bin wunschlos glücklich.“

Lesen Sie auch:

Mit zwei Promille zur Tankstelle: Bewährungsstrafe für Tölzer

Nach dritter Unfallflucht: Polizei meldet Senior an Führerscheinstelle

Betrunkener schläft im Vorraum der Tölzer Post

Auch interessant

Kommentare