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Auch Wasserleitungsrohre kann man zum Klingen bringen: Wie das geht, zeigten Benni Pfeifer, Jakob Ehrlich Flo Pfeifer und Bernhard Pricha am Freitag im Tölzer Kurhaus.

Mitreissende Show im Kurhaus

Trommelkunst auf höchstem Niveau

Bad Tölz - Schon vor einem Jahr sorgten sie für Furore, und auch am vergangenen Freitag war das Tölzer Publikum wieder völlig begeistert: Die „Drum Stars“ sind eine Klasse für sich.

Das Licht verlischt, plötzlich rasen acht leuchtende Drumsticks über die ebenfalls abgedunkelte Bühne und entfesseln im Nu ein Soundspektakel mit mitreißenden Rhythmen voller Energie, mit geballter Spielfreude und Musikalität. Das, was der Schwabhauser Benni Pfeifer, der Dachauer Jakob Ehrlich und die beiden Münchner Flo Pfeifer sowie Bernhard Pricha auf die Bühne zaubern, ist einfach großartig. 

Dem modernen Musikgeschmack angepasst, bei dem unter weitgehendem Verzicht auf Melodien das Schwergewicht ja auf dem Rhythmus liegt, trifft voll den Geschmack des Publikums, das bereits nach wenigen Takten begeistert mitgeht. Mit einer gelungenen Mischung aus Trommelkunst, Unterhaltung und eindrucksvollen Lichteffekten wird hier eine Percussion-Show der Extraklasse präsentiert. 

Die Musiker mutieren immer wieder zu geisterhaften Gestalten, die auf ihr LED-blitzendes Instrumentarium eindreschen – und den Saal binnen kürzester Zeit auf Betriebstemperatur bringen. Laute, kraftvolle Stücke auf den verschiedensten Trommeln wechseln sich ab mit unterhaltsamen Bodypercussion-Einlagen, wobei der Comedy-Charakter so manches Schmunzeln auf die Gesichter der Zuhörer zaubert. Erstaunt nimmt das Publikum wahr, dass man auf nahezu jedem Gegenstand trommeln kann – auch auf so unkonventionellen Instrumenten wie Tonnen, Fässern, Klangrohren oder Wasserleitungs-Rohren.

 Brechen auch die meisten Stücke mit einer wahren Urgewalt über das Auditorium herein, so zeigen die vier „Drum-Stars“, allesamt erfahrene Profi-Schlagzeuger, dass sie durchaus auch leise können. Etwa, als sie auf zwei Snare-Drums allein durch das partielle Abdämpfen des Fells „Alle meine Entchen“ spielen. Beeindruckend ist auch ein Marimbaphon, das mit viel Gefühl melodisch ausgeklügelt und zum Teil mit vier Mann „bedient“ wird. Das Ganze wird dann mit leisem, präzisem Rhythmus auf den kistenähnlichen Cajons und Egg-Shakern unterlegt. 

Das Publikum, darunter jede Menge Nachwuchs-Schlagzeuger, ist nicht mehr zu halten, vor allem, als die „Drum-Stars“ zum Endspurt blasen. Beim bekannten Intro des Queen-Hits „We will rock you“ dürfen alle lautstark mittrampeln und klatschen. Und eine ganz besondere Zugaben gibt’s natürlich auch: Etliche Schüler der „Drum-Stars“ zeigen am Ende eines faszinierenden Abends im Saal und auf der Bühne, wie man ein guter Drummer werden kann. (esc)

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