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Der denkmalgeschützte Bahnhof weist zunehmende Spuren des Verfalls auf.

Antrag an den Stadtrat

Tölzer Bahnhof: Möglichkeiten bis hin zur Enteignung prüfen

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Wie geht es mit dem Bahnhofsgebäude in Bad Tölz weiter? Die CSU sucht nach einer Handhabe, um den Verfall des Hauses zu stoppen.

Bad Tölz – Der Zustand des Tölzer Bahnhofs regt viele Bürger auf. Wie berichtet ist nun sogar die Bayerische Oberlandbahn mit ihrem Servicecenter ausgezogen und verkauft lieber in einem von der Stadt auf dem Park&Ride-Parkplatz aufgestellten Container Fahrkarten. CSU-Ortschef Ingo Mehner und Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart (CSU) nehmen das zum Anlass für einen Antrag. Sie möchten, dass die Stadtverwaltung prüfen lässt, welche rechtlichen Möglichkeiten die Kommune hat, „um den Verfall des Bahnhofsgebäudes zu stoppen“, heißt es in dem Schreiben.

Wie berichtet hat die Bahn das in den 1920er-Jahrenerbaute und denkmalgeschützte Gebäude 2002 an den Tölzer Unternehmer Erwin Fritz verkauft. Seitdem wurden immer wieder Sanierungskonzepte angekündigt, allerdings nie umgesetzt. Das Gebäude verfällt zusehends. Die Außenfassade weist Schäden auf, im Inneren der Wartehalle bröckelt der Putz von der Decke. Die BOB-Mitarbeiter klagten über eine kaputte Heizung und eindringende Nässe. Kiosk und Gaststätte sind seit Jahren geschlossen. Dasselbe gilt für die Toiletten. Auch „angemessene Warte- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Reisende stehen nicht mehr zur Verfügung“, so die CSU in ihrem Antrag. Das gilt seit dem Auszug der BOB in noch größerem Maße: Zumindest gestern war die sonst erst abends geschlossene Halle auch tagsüber nicht mehr zugänglich.

Der Bahnhof erfülle nicht mehr seinen eigentlichen Zweck, argumentiert die CSU. „Daneben stellt er ein optisches Ärgernis dar.“ Er sei „eine schlechte Visitenkarte für unsere Stadt. Ob der bauliche Zustand zudem ein Sicherheitsrisiko darstellt, müsste untersucht werden“, so Botzenhart und Mehner.

Dass dieser Missstand behoben werden muss, darin sei sich der Stadtrat seit Langem einig. Doch alle Gespräche mit Eigentümer Erwin Fritz seien bislang erfolglos gewesen. „Der Eigentümer hat trotz wiederholter gegenteiliger Beteuerungen keine Maßnahmen zur Sanierung des Gebäudes ergriffen, sondern hat es weiter verfallen lassen.“

Nun müsse man eben schauen, ob es für die Stadt eine Handhabe gebe, den Eigentümer zum Handeln zu zwingen. Man müsse alle Möglichkeiten prüfen – „bis hin zur Enteignung“, heißt es im Antrag. Bürgermeister Josef Janker (CSU) will ihn in der Stadtratssitzung am kommenden Dienstag behandeln und das weitere Vorgehen besprechen. „Das Thema Bahnhof brennt uns unter den Nägeln. Mit dem aktuellen Zustand sind wir definitiv nicht zufrieden“, so Janker.

Bereits mehrfach habe man sich mit der Frage beschäftigt, wie es weitergehen kann. „Sehr gerne würden wir das Gebäude kaufen. Leider besteht im Augenblick keine Bereitschaft zum Verkauf seitens des Eigentümers.“ Ein Vorkaufsrecht – auch das wird im Antrag angesprochen – würde aber genau diese Bereitschaft voraussetzen. „Welche rechtlichen Möglichkeiten es darüber hinaus gibt, werden wir mit einem Fachmann prüfen. Enteignung kann und sollte unbedingt das letzte Mittel sein.“ Ob diese überhaupt möglich ist – auch das müsse ein Experte prüfen. Er, Janker, wünsche sich jedenfalls, „dass sich zum Ende meiner Dienstzeit in diesem Thema etwas nachhaltig zum Positiven getan hat“. Seine Amtszeit endet 2020.

Bahnhofseigentümer Erwin Fritz war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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