News-Ticker: Polizei soll Attentäter von Barcelona verhaftet haben

News-Ticker: Polizei soll Attentäter von Barcelona verhaftet haben
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Ermittlungen am Tatort: 2004 ereigneten sich im ehemaligen Arbeiterhaus der Papierfabrik in Fleck zwei Morde.

Gewaltverbrechen im Landkreis 

Morde aus Habgier und Liebesfrust

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    Patrick Staar
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Eine Gewalttat wie jetzt in Höfen schockiert die Öffentlichkeit umso mehr, als Tötungsdelikte im Landkreis zum Glück relativ selten sind. In den meisten Fällen der vergangenen gut 20 Jahre handelte es sich um Beziehungstaten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Im südlichen Landkreis liegen die letzten Tötungsdelikte etliche Jahre zurück. Zuletzt hatten grausame Taten in Geretsried für Aufsehen gesorgt.

Zerstückelte Leiche 

Am Rosenmontag, 25. Februar 1996, entdeckt ein Lkw-Fahrer auf einem Parkplatz an der Staatsstraße 2072 bei Roßwies in Müllsäcke verpackte Leichenteile: einen Torso sowie abgetrennte Arme und Beine. Der Kopf fehlt. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um einen gesuchten Schwerverbrecher aus Polen handelt, der von München aus dunkle Geschäfte betrieb. Seine Partnerin und deren Geliebter haben ihn gemeinschaftlich aus dem Weg geräumt.

Säugling ans Bett gefesselt

Am Nachmittag des 8. Januar 1997 wird in einer Wohnung an der Tölzer Edelweißstraße ein sechs Monate altes Baby tot in seinem Bett gefunden. Nach Angaben des Vaters (25) ist der Bub am plötzlichen Kindstod gestorben. Die Obduktion ergibt ein anderes Bild: Der Vater hat den Säugling mit Armen und Beinen ans Bett gefesselt und ihm die Decke übers Gesicht gelegt, so dass das Kind erstickte.

Tödlicher Streit am Lainbach

War es ihre Abneigung gegen Hunde, die eine Kochlerin (64) das Leben kostete? Wanderer finden ihre Leiche am 13. September 1998 im Bett des Lainbachs in Kochel am See. Am Abend zuvor hatte ein Bub (12) gesehen, wie sie mit einem Unbekannten stritt, der drei große Hunde bei sich hatte. Wie die Polizei herausfindet, handelt es sich um einen Elektriker (27) aus München, der die Vierbeiner eines Bekannten spazieren führte. Es wird folgender Tatablauf rekonstruiert: Der Münchner gerät mit der Naturliebhaberin in Streit, womöglich, weil sie ihn darauf ansprach, dass er die Hunde nicht angeleint hatte. Er schlägt sie, so dass sie vom Wanderweg einen Abhang Richtung Bach hinunterstürzt. Danach schleift er die Frau, die sich das Genick gebrochen hat, in Richtung Lainbach und lässt sie mit dem Gesicht im Wasser liegen. Sie ertrinkt.

Familiendrama in Tölzer Doppelhaushälfte

Ein bekannter Tölzer Unternehmer (59) erschießt am 26. Oktober 2003 seine zwölf Jahre jüngere Frau. Die Leiche knüpft er im Keller an einem unter der Decke verlaufenden Heizungsrohr auf. Anschließend richtet sich der Geschäftsmann selbst. Die Ehefrau war einen Monat vorher aus dem gemeinsamen Haus am Bürgermeister-Schöttl-Weg ausgezogen.

Erschossenes Ehepaar im Jagdrevier

 Ein Großweiler Ehepaar wird am 12. November 2003 erschossen in einem Waldstück am Parkplatz des Freilichtmuseums Glentleiten aufgefunden. Offenbar hat die Ehefrau (36) ihren Mann aus Versehen mit dem Jagdgewehr erschossen und sich danach aus Verzweiflung selbst umgebracht. Das Paar hinterlässt drei Kinder.

In der Obdachlosen-Unterkunft erstochen

Drei Tage, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde, übernachtet ein 29-jähriger Thüringer im Tölzer Jakobus-Haus an der Salzstraße, einer Notunterkunft für Obdachlose. Dort sticht er in der Nacht zum 21. Dezember 2004 ohne erkennbaren Grund mit einem Klappmesser auf seinen Zimmergenossen (64) ein und schneidet ihm anschließend die Kehle durch.

Zwei Morde in Fleck

Es sind ausgerechnet Beamte der Bereitschaftspolizei Dachau, die bei einem Betriebsausflug, einer Schlauchbootfahrt auf der Isar, am 2. September 2004 eine Leiche entdecken: In mehrere Bettlaken und einen Teppich eingerollt, liegt der Körper eines Lenggriesers (52) auf Höhe des Almbachs im Wasser. Ermittlungen ergeben: Der Mann wurde im ehemaligen Arbeiterhaus der Papierfabrik in Fleck getötet. Bei einem Zechgelage entbrennt dort Streit um Geld. Die Täter, zwei Russlanddeutsche, die in dem Haus wohnen, haben vier Promille Alkohol im Blut. Im Lauf der Vernehmungen berichtet einer der Beschuldigten, dass der andere wenige Wochen zuvor auch schon einen Mord begangen hat. Am 28. Juni waren die Männer mit einem Mitbewohner (58) ebenfalls wegen Geld in Streit geraten. Der Täter schlägt dem Opfer mit einem Hammer auf den Kopf, behauptet später, der 58-Jährige sei die Treppe hinuntergefallen. Der Mord wäre vermutlich nie entdeckt worden.

Urteil nach drei Jahrzehnten 

Das Fortschreiten der DNA-Technik macht’s möglich: Im November 2006 findet die Kripo heraus, dass es ein damals 21-Jähriger war, der an Pfingsten 1976 an der Mautstraße von Vorderriß nach Wallgau einen 39-jährigen Geretsrieder mit einem großen Buchenprügel erschlagen hat. Es war ein Raubmord. Dem Verdächtigen können nun auch zwei weitere Morde zugeordnet werden: Im Juni 1977 brachte er am Tölzer Schloßplatz einen Rentner (74) um. Im gleichen Jahr tötete er in München einen Kaufmann.

Mord an der Schwester

Es ist der bis dahin grausamste Mord in der Geschichte der Stadt Geretsried: Ein 79-jähriger Rentner ertränkt am 10. August 1997 seine Schwester (92) in der Badewanne. Danach zerstückelt er die Leiche mit einem Messer und einer Axt und verscharrt die sterblichen Überreste im Stadtwald. Der Täter wird noch in der Nacht verhaftet. Es handelt sich um einen Spätaussiedler aus Russland, der eineinhalb Jahre vor der Tat bei seiner Schwester eingezogen war. 1988 wird dem Mann der Prozess gemacht. Der Mann wird in eine Nevenheilanstalt eingewiesen.

Mordversuch in der Badewanne

Am 29. April 2008 eskaliert in einer Wohnung an der Tölzer Marktstraße ein Beziehungsstreit zwischen einem 29-Jährigen und seiner Freundin (19). Er würgt sie bis zur Bewusstlosigkeit. Später verfrachtet er sie die Badewanne und wirft eine an die Stromversorgung angeschlossene Steckdose ins Wasser. Die junge Frau erleidet einen schweren Stromschlag, doch sie überlebt.

Familiendrama in Geretsried-Gartenberg

Ein 58-Jähriger erschlägt am 2. Mai 2014 erst seine 56-jährige Ehefrau, bevor er auf der A 95 vor ein Auto springt. Das Paar soll Ehe-Probleme gehabt haben.

Pflegebedürftige Ehefrau erstochen

Ein 58-Jähriger ersticht am 10. Juni 2014 in einem Mehrfamilienhaus in Geretsried-Gartenberg seine Ehefrau. Nach der Tat greift er gegen 7 Uhr selbst zum Telefonhörer, meldet sich bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums und gesteht, was er getan hat. Die Polizei vermutet, dass der Mann mit der Pflege seiner behinderten Gattin nervlich überfordert war. Die Frau hatte vor zwei Jahren einen Schlaganfall erlitten. Seither saß sie im Rollstuhl.

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