Welche Strecken sind für Radler geeignet? Darum geht es im Mountainbike-Konzept.
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Welche Strecken sind für Radler geeignet? Darum geht es im Mountainbike-Konzept.

Naturschutz

Mountainbike-Konzept im Tölzer Land: Neue Verwaltungsvorschrift sorgt für Aufregung

Ein weiterer Schritt in Richtung eines Mountainbike-Konzepts für den Landkreis ist zurückgelegt. Der Deutsche Alpenverein wird der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt in der kommenden Woche eine Liste mit Vorschlägen für mögliche Mountainbike-Strecken vorlegen.

Bad Tölz - „Wahrscheinlich wird die Liste reduziert“, glaubt Koordinator Benjamin Trotter. Die wohl gekürzte Liste soll dann den Gemeinden und Grundstücksbesitzern vorgelegt werden. Wie berichtet geht es in dem Konzept darum, die Interessen von Mountainbikern und Landwirten möglichst gut unter einen Hut zu bringen. Zudem sollen die Mountainbiker-Ströme kanalisiert werden. Zuletzt gab es unter den Sportlern jedoch einige Aufregung. Der Grund: Eine Verwaltungsvorschrift, die den Unteren Naturschutzbehörden helfen soll, geeignete Wege festzulegen. Die Verwaltungsvorschrift sei im Zuge des Volksbegehrens Artenvielfalt entstanden, erläutert Trotter. Im Anschluss sei unter anderem eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die sich mit der Eignung von Wegen für Mountainbiker beschäftigte. In dieser seien Vertreter der Bergbauern, der Ministerien, des Alpenvereins und der Mountainbike-Initiative gesessen. Zum Entwurf hätten die Beteiligten dann Stellungnahmen abgegeben. Dies habe der Alpenverein auch getan, berichtet Trotter, der bedauert: „Leider ist von unseren Vorschlägen und unserer Kritik nichts aufgenommen worden.“ Jetzt stelle sich die Frage, wie man damit umgehe: „Müssen wir Probleme lösen, oder ist die Sorge unbegründet?“

Alpenverein fühlt sich übergangen

Für diskussionswürdig hält der Alpenverein etwa das Kapitel der Wegeeignung. Der Alpenverein begrüße es, dass nicht auf das subjektive Fahrkönnen abgestellt wird, sondern auf objektive Kriterien. „Es kann aber sein, dass ein Weg nicht sieben Tage die Woche fürs Mountainbiken ungeeignet ist, sondern nur zu gewissen Stoßzeiten, wenn auch viele Fußgänger unterwegs sind.“ Trotter empfiehlt, sich am Vinschgau in Südtirol zu orientieren: „Da gibt es einige Wege, die zu bestimmten Stoßzeiten nicht befahren werden dürfen, aber in den Randzeiten schon.“ Ebenso geht es in der Verwaltungsvorschrift um die Erosion: „Hier ist die Stellungnahme des Alpenvereins: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Wegabnutzung durch Wanderer und Mountainbiker identisch ist.“

Naturschutz prüft Streckenliste

Das Ministerium will in einer dreijährigen Testphase herausfinden, ob die Verwaltungsvorschrift praktikabel ist, oder ob nachgebessert werden muss: „Es werden einige Herausforderungen auf die Behörden zukommen“, glaubt Trotter. „Gerade wenn viele Sperrschilder aufgestellt werden.“ Die Vorschlagsliste sollte eigentlich in den Wintermonaten an Runden Tischen mit allen Beteiligten besprochen werden, doch diese mussten aufgrund der Corona-Krise entfallen. Auch der Gedanke an virtuelle Konferenzen wurde verworfen. Daher werden nun alle Beteiligten nach und nach einbezogen. „So bleiben wir trotz allem handlungsfähig“, sagt Trotter.

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