Immer wieder Beschwerden 

„Müllhalde“ Tölzer Bahnhof

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Leere Becher, Zigarettenkippen und benutzte Taschentücher: Der Bahnhof in Bad Tölz ist alles andere als sauber, und das Hauptgebäude hat schon bessere Zeiten gesehen. Ein Zustand, der nicht neu ist. Trotzdem geht es nur langsam vorwärts.

Bad Tölz– Walter Ossig hat ein drastisches Wort, mit dem er den Bahnhof der Kurstadt vergleicht: „Müllhalde“. An eine solche erinnert den Tölzer der gegenwärtige Zustand des Ortes, an dem die Stadt an der Isar ihre Touristen empfängt. Am Sonntag hat er auf einem Foto festgehalten, wie der Mülleimer am Bahnsteig überquillt und der Abfall auf dem Boden verstreut liegt. Doch das sei nicht bloß eine Momentaufnahme, sagt Ossig. „Der Bahnsteig ist viel zu selten sauber. Eine Schande.“

Ossig ist nicht der Einzige, der sich über den „Saustall“ am Bahnhof ärgert. Im Rathaus gehen immer wieder entsprechende Beschwerden ein. „Wir schauen dann nach – meistens sind sie berechtigt – und rufen den DB Service an“, erklärt Bürgermeister Josef Janker. DB Service ist für die Sauberkeit am Bahnsteig zuständig.

„Der Bahnhof wird täglich gereinigt“, sagt ein Sprecher dazu auf Nachfrage. Also einmal am Tag, wie es laut Janker vertraglich vorgesehen ist. „Mit dem Ergebnis, dass der dann saubere Bahnhof innerhalb kürzester Zeit wieder verschmutzt wird“, sagt der Sprecher. Deswegen seien häufiger Streifen der DB Sicherheit im Einsatz. Allerdings nur mit „bedingtem Erfolg“.

Anrufen, wenn einmal reinigen nicht reicht – die Stadt verfährt so schon seit Jahren. „Bisher ist das die praktische Lösung, uns bleibt nichts anderes übrig“, sagt Janker. Man könne ja nicht die Mitarbeiter des Betriebshofs auf Privatgrund einsetzen. Der Bürgermeister sieht die Lösung in der Sanierung des Gebäudes am Bahnhof, das seit 2003 der Firma Tektogrund gehört.

„Ein Umbau würde uns sehr freuen“, sagt Janker. Das hätte mit Sicherheit Auswirkungen auf den Bahnsteig, da ein Mieter an einem ordentlichen Umfeld interessiert wäre, meint der Bürgermeister und verweist auf Lenggries, wo das sehr gut funktioniere. „Wir wären sehr aufgeschlossen, was das Baurecht betrifft“, sagt der Bürgermeister. Bisher liege aber kein Bauantrag vor. Bei Vollständigkeit würde dieser innerhalb von sechs Wochen bearbeitet.

An diesem Antrag arbeitet der Eigentümer nach eigenen Angaben. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen. „Unser Ziel ist natürlich, das Gebäude belebt zu bekommen.“ Der Bauantrag sei schon fertig gewesen. Dann hätten sich allerdings durch die Beschaffenheit des Dachs Probleme mit der Statik des Bauwerks herausgestellt. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1925. Diese Probleme habe man erst beheben müssen. „Das haben wir aber jetzt im Griff und können uns mit Brand- und Denkmalschutz abstimmen“, so der Eigentümer. Er rechnet damit, das Erdgeschoss zeitnah in Angriff nehmen und in den nächsten drei Monaten einen Bauantrag stellen zu können.

Die Sanierung des Gebäudes sei schwierig, weil man versuche, den aktuellen Stand der Technik mit dem Denkmalschutz zu vereinbaren. Außerdem hingen die Pläne an vielen verschiedenen äußeren Faktoren. Direkt mit Lenggries lasse sich der Bahnhof in Bad Tölz ohnehin nicht vergleichen, sagt der Eigentümer. „Der Bahnhof in Lenggries ist im Dorf viel besser angebunden als in Tölz.“

Zum Thema Ordnung am Bahnhof betont der Eigentümer, dass die Firma Tektogrund als Eigentümer dafür nicht alleine verantwortlich sei. Ihn ärgert, dass niemand die Zivilcourage aufbringe, diejenigen anzusprechen, die ihren Müll auf den Boden werfen. „Wir wollen alle einen schönen Bahnhof haben, also müssen wir auch alle etwas dazu beitragen.“

Müll-Notrufnummer

Die Deutsche Bahn bittet darum, Fälle von mutwilliger Verschmutzung an die 3-S-Zentrale unter Telefon 089/13 08 10 55 melden. Die Zentrale ist zuständig für Service, Sicherheit und Sauberkeit.

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