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Die evangelische Johanneskantorei unter Leitung von Elisabeth Göbel.

Chorkonzert zum Reformationsjubiläum 

Musik überwindet Konfessionsgrenzen

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Es ist ein Höhepunkt der Tölzer Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum und ein starkes Signal für die Ökumene: Ein evangelischer und ein katholischer Kirchenchor finden sich zu einem gemeinsamen Konzert in der Stadtpfarrkirche zusammen.

Bad Tölz– Das Reformationsjubiläum beschert heuer nicht nur allen Arbeitnehmern einen zusätzlichen Feiertag – sondern auch den Tölzer Musikliebhabern ein ganz besonderes Ereignis: Der Chor der katholischen Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt und die evangelische Johanneskantorei gestalten am Samstag, 21. Oktober, ein gemeinsames Konzert. Es ist erst das zweite Mal, dass es in der Stadt diese konfessionsübergreifende Chor-Zusammenarbeit gibt.

„Musikalisch sind wir ja ohnehin ökumenisch eingestellt“, sagt Dekanatskantorin Elisabeth Göbel. „Selbstverständlich singen wir in der Johanneskantorei auch katholische Komponisten.“ Und von den rund 50 Mitgliedern ihres Ensembles sei auch „maximal die Hälfte“ evangelisch. Dennoch findet sie es darüber hinaus „ein sehr schönes Zeichen“, dass jetzt beide Kirchenchöre ein gemeinsames Konzert geben. Noch dazu sei die Idee, das protestantische Jubiläum „500 Jahre Reformation“ auf diese Weise zu begehen, zuerst von katholischer Seite gekommen.

Und auch musikalisch sei das Projekt reizvoll, sagt die 33-Jährige. „Wir fanden es interessant herauszufinden, inwiefern es eine typisch katholische und eine typisch evangelische Kirchenmusik gibt.“ Ob da tatsächlich allgemeingültige Unterschiede existieren, das bleibt offen. Auf jeden Fall stellen Elisabeth Göbel und ihr katholischer Kollege Christoph Heuberger im Konzert Werke gegenüber, die auf dem Gottesdienstaufbau ihrer jeweiligen Konfession fußen.

Die Johanneskantorei wird die „Lutherische Messe g-Moll BWV 135“ anstimmen. „Bach hat sehr streng komponiert, sehr kunstvoll und eher analytisch“, umschreibt Elisabeth Göbel. Das „Augenzwinkern“, das in seiner Musik ohne Zweifel auch vorhanden sei, das entdecke man vermutlich erst beim genaueren Hinhören. „Man braucht einen Zugang dazu.“

Den „katholischen“ Kontrast dazu bildet die Nicolaimesse von Joseph Haydn, intoniert von den etwa 30 Mitwirkenden im Chor der Stadtpfarrkirche. „Das hat etwas Idyllisches und Leichtes“, sagt Kirchenmusiker Christoph Heuberger. Als „lieblicher und beim ersten Hören zugänglicher“ bezeichnet Göbel die Haydn-Messe.

Der katholische Kirchenchor der Pfarrei Maria Himmelfahrt unter Leitung vom Kirchenmusiker Christoph Heuberger

Zusammen führen die Chöre schließlich ein weiteres Werk von Bach auf, und zwar die Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“. Die greife thematisch die beiden Konfessionen gemeinsame „Besinnung auf Jesus“ auf, sagt die Dekanatskantorin. Zudem beinhalte sie mit „Jesus bleibet mein Freund“ eines der „meistgespielten Stücke der klassischen Musik, das viele Menschen kennen“, ergänzt Heuberger. Auch von daher bilde sie – „schwungvoll und tänzerisch angelegt“ – ein verbindendes Element.

Für die Kantate fanden sich die beiden Ensembles zu mehreren gemeinsamen Proben zusammen. Das bezeichnen die Chorleiter übereinstimmend als „bereichernd“. „Wir haben neue Impulse bekommen, und es war interessant zu sehen, was der jeweilige Chor anders macht“, sagt Heuberger. Dass beim Zusammentreffen der Chöre musikalische Welten aufeinanderprallen, kann man aber nicht sagen. Einen Unterschied sieht Heuberger generell darin, dass der Chor von Maria Himmelfahrt etwas stärker an der Gottesdienstgestaltung orientiert sei, während bei der Kantorei Konzerte im Vordergrund stünden. Dass beide Ensembles bestens harmonieren, zeigte sich aber schon bei ihrem ersten Zusammenwirken 2013, als sie – kurz nach Göbels Amtsantritt – zusammen das Oratorium „In terra pax“ von Frank Martin aufführten.

Das Konzert

Das Ökumenische Chorkonzert zum Reformationsjubiläum findet am Samstag, 21. Oktober, um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt statt. Weitere Mitwirkende sind die Solisten Anna Morva (Sopran), Barbara Hölzl (Alt), Nikolaus Pfannkuch (Tenor), Thomas Stimmel (Bass) sowie das Kammerorchester der Johanneskirche. Karten zum Preis von 26, 22, 18 und 12 Euro gibt es im Vorverkauf bei der Tourist-Information (Telefon 0 80 41/7 86 70) und in der Buchhandlung Winzerer (Telefon 0 80 41/98 12).

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