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Ein Unfallschwerpunkt ist die Kreuzung zwischen Sachsenkamer Straße und B 472 nicht erst, seit dort eine Mutter und ihre Kinder von einem Lkw erfasst wurden. 

Drama auf Flinthöhe

Mutter und Kinder in Tölz überfahren - So riskant ist die Unfall-Kreuzung

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Der Unfall auf der Flinthöhe, bei dem eine Mutter und ihre zwei kleinen Kinder schwer verletzt wurden, war besonders tragisch – doch die Kreuzung ist generell eine der gefährlichsten in Bad Tölz. 

Bad Tölz – Die Erschütterung über diesen Unfall in Bad Tölz hallt auch drei Tage später noch nach: Wie berichtet hatte am Dienstag ein Lkw eine Mutter (34) und ihre zwei kleinen Töchter (4 und 1 ½) erfasst, die auf der Flinthöhe die B 472 überquerten. Die Frau, eine Asylbewerberin aus Nigeria, bleibt womöglich querschnittsgelähmt – an dieser Prognose hatte sich bis Donnerstag nichts geändert. Die Kinder liegen mit Knochenbrüchen im Krankenhaus. So ungewöhnlich dieser Unfall auch ist: Generell hat die Kreuzung in der Nähe des Maxlweihers ihre Tücken.

Viel deutet auf Fehlverhalten der Mutter hin

Ob das Geschehen von Dienstag Konsequenzen für die Verkehrsführung nach sich ziehen wird, das werde die Verkehrskommission überprüfen, erklärt Lars Werner von der Tölzer Polizei. Zunächst gelte es, den genauen Ablauf zu klären: Welchen Weg nahm die 34-Jährige genau? Wo exakt überquerte sie die Fahrbahn? Zur Klärung müssten Zeugen befragt werden, bei denen es sich zum Teil um Lkw-Fahrer aus ganz Deutschland handle.

Rettungseinsatz auf Tölzer Flinthöhe: Lkw erfasst Mutter und zwei Kinder

Für Lars Werner deutet im Moment jedoch viel darauf hin, dass ein Fehlverhalten der Fußgängerin vorlag, die noch dazu das Pech hatte, in den toten Winkel des abbiegenden Lkw-Fahrers zu geraten. „Ich persönlich glaube nicht, dass hier Änderungen an den Querungsmöglichkeiten nötig sind“, sagt der Verkehrsexperte. „Wenn jemand falsch über die Straße geht, kann das auch die Unfallkommission nicht verhindern.“

B472 ist ein Unfallschwerpunkt

Aus den vergangenen Jahren ist Werner kein weiterer Fußgängerunfall in diesem Bereich bekannt. Nicht einmal wenn bei Eishockeyspielen die Fans scharenweise wild die Bundesstraße überqueren, passiere etwas. „Mein Eindruck ist: Wenn die Situation durch die parkenden Fahrzeuge und die vielen Menschen unübersichtlich ist, werden die Autofahrer automatisch vorsichtiger.“

Generell räumt der Polizist aber ein, dass die gesamte B 472 im Bereich Tölz ein Unfallschwerpunkt sei. „Mit 28.000 Fahrzeugen am Tag ist die Kapazität dieser Straße einfach überschritten“, sagt er.

Die Kreuzung am Maxlweiher sticht hier besonders negativ hervor. „90 bis 95 Prozent“ der dortigen Unfälle laufen laut Werner nach demselben Muster ab: Autofahrer, die von der B 472 nach links in die Sachsenkamer Straße abbiegen, nehmen dem Gegenverkehr, der in Richtung Heilbrunn fährt, die Vorfahrt. Zuletzt hat man versucht, die Gefahr mit Hilfe einer Leitschwelle und flexiblen Baken darauf zu reduzieren. Werners Eindruck bis dato: „Ich merke noch nicht, dass die Unfallzahl rückläufig wäre.“

Bauamt plant neue Ampeln

Eine konkrete Verbesserung plant unterdessen das Staatliche Bauamt Weilheim. „Wir wollen im ersten Halbjahr 2018 die komplette Ampelanlage an den drei Kreuzungen im Bereich Flinthöhe austauschen“, kündigt Abteilungsleiterin Christine Volkmer an. Die jetzigen Ampeln seien in die Jahre gekommen und störanfällig. Schalte die Anlage auf eine reine Zeitsteuerung zurück, statt sich an jeweiligen Verkehrsaufkommen auszurichten, „dann entstehen Mega-Staus“, so Volkmer. Der Austausch der Ampeln solle mit einem neuen Wartungsvertrag verbunden werden. „Die Firma wird verpflichtet, bei Störungen innerhalb von 24 Stunden vor Ort zu sein.“ In der Folge ist laut Volkmer zudem eine neue Ampel für die Ausfahrt Tölz-West vorgesehen. Die Fußgängerampel zwischen Maxlweiher und Kletterhalle bekommen außerdem eine akustische Signalanlage, so dass sie auch für Sehbehinderte nutzbar ist.

Das Staatliche Bauamt habe für den Austausch ungefähr 600.000 Euro veranschlagt. Neben einem besseren Verkehrsfluss verspricht sich Volkmer davon auch mehr Sicherheit. „Wenn sie nicht schon ewig im Stau stehen, werden die Autofahrer auch weniger riskant fahren und nicht mehr so oft bei Dunkelrot über die Kreuzungen fahren.“

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