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Lichterloh in Flammen: Der Anbau an der Rückseite des Hauptgebäudes an der Salzstraße, wo das Feuer ausgebrochen ist.

Unglück an der Salzstraße

Nach Brand in Tölzer Altstadt: Soforthilfe gefragt

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Bad Tölz - Nachdem ihr Haus in Flammen aufgegangen ist, muss eine Familie ihre Kinder neu einkleiden. Ihre Wohnung ist vom Brand schwer verwüstet, die Mutter liegt im Krankenhaus, der Vater und die beiden Kinder wohnen derzeit bei Verwandten. Die Aktion "Leser helfen helfen" des Tölzer Kurier bittet um Unterstützung. 

Den Abend des 29. September 2016 wird Paolo M. (Name geändert) nie vergessen. Er war gerade in der Arbeit, als sein Telefon klingelte. Am anderen Ende war die Polizei, die ihm mitteilte, dass seine Wohnung brannte. „Das war natürlich ein Schock“, sagt der Familienvater. Gegen 19.10 Uhr war in dem Rückgebäude an der Salzstraße ein Feuer ausgebrochen (wir berichteten).

Während fünf Wehren aus dem Isarwinkel gegen die Flammen kämpften, galt M.s größte Sorge seiner Frau, der vierjährigen Tochter und dem neunjährigen Sohn. „Ich bin sofort nach Starnberg ins Krankenhaus gefahren“, sagt Paolo M. Dorthin waren seine beiden Kinder gebracht worden. „Sie waren aber zum Glück nicht verletzt, sollten aber zur Beobachtung da bleiben.“ Von Starnberg fuhr der 39-Jährige direkt weiter zu der Münchner Klinik, in die seine Frau eingeliefert worden war. Sie hatte schwere Verbrennungen an den Armen erlitten, als sie versuchte, die Flammen mit einem Eimer Wasser selbst zu löschen. „Sie ist immer noch im Krankenhaus und hatte gerade eine Hauttransplantation“, sagt ihr Mann.

Was an diesem Abend in dem Rückgebäude an der Salzstraße passiert ist, kann Paolo M. nur aus den Erzählungen seiner Frau und seines Sohns rekonstruieren. „Meine Frau war mit der Kleinen in der Küche, mein Sohn in seinem Zimmer. Plötzlich tat es einen lauten Knall – und mein Sohn kam in die Küche gerannt und schrie: ,Mama, es brennt.‘“ Für die Kripo steht nach Angaben von Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, fest, dass eine Zündelei der Kinder zu dem Feuer geführt hat.

Paolo M. ist im Moment vor allem froh, dass es seine Familie geschafft hat, sich durch das Fenster im Kinderzimmer zu retten. „Davor ist ein kleines Vordach, über das sie klettern konnten.“

Der Wintergarten, in dem der Brand ausbrach, ist zerstört. Die Wände in der Wohnung sind schwarz, vieles ist durchnässt vom Löschwasser. „Und überall riecht es nach Rauch.“ Der hat sich auch in den Kleidern und allen anderen Textilien festgesetzt. Waschen ändert daran nichts.

Momentan sind Paolo M. und die beiden Kinder bei der Schwägerin in Lenggries untergekommen. Ob und wann sie in die alte Wohnung zurück können, ist derzeit noch unklar. Die Familie hat eine Versicherung, die wohl für einen Teil des Schadens aufkommen wird. Allerdings ist jetzt Soforthilfe gefragt: Die Kinder brauchen einige neue Kleider, um am Montag wieder in die Schule und den Kindergarten gehen zu können. Eine kleine Unterstützung gab es hier aus der Spendenaktion des Tölzer Kurier/Isar-Loisachboten „Leser helfen helfen“. Wer ebenfalls helfen möchte, findet die Kontoverbindungen im Kasten.

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