Stadt lobt Architekturwettbewerb aus

Das Tölzer Spa "muss ja was hermachen“

Bad Tölz - Wenn überhaupt ein neues Spa, dann muss das viel schneller umgesetzt werden, sagen viele Tölzer. Die Stadt hält es da lieber mit Abraham Lincolns Motto: Langsam gehen, aber niemals zurück. Schritt für Schritt wird das Spa realisiert. Demnächst startet ein Architekturwettbewerb. 

 Im vergangenen Dezember hat der Stadtrat dem Spa-Projekt grundsätzlich zugestimmt. Ab Mai soll nun ein Architekturwettbewerb möglichst viele ansprechende gestalterische Umsetzungen von Dr. Werner Klingelhöffers Natura-Tölz-Konzept bringen. „Das Spa muss ja was hermachen“, bringt es Bürgermeister Josef Janker auf eine griffige Formel. „Es ist ja auch ein außergewöhnliches Projekt.“

Der Wettbewerb wird mehrstufig verlaufen. Ein 11,5-Millionen-Projekt wie das Tölzer Spa muss zunächst europaweit ausgeschrieben werden. Aus den dann folgenden Meldungen werden 15 ausgesucht und zum Wettbewerb eingeladen. Fünf weitere Architekturbüros werden von der Stadt fix benannt und nehmen gegen Honorar am eigentlichen Auswahlverfahren teil. Dabei haben die teilnehmenden Büros zum Beispiel das vorgegebene Raumprogramm für das Spa einzuarbeiten, Parkplätze zu situieren, und laut Janker Vorgaben wie kurze Wege und gute Orientierung zu beachten. Ein Modell muss ebenso erstellt werden.

Die Stadt arbeitet bei dem Wettbewerb mit der Architektenkammer zusammen. Die Jury setzt sich aus einem beratenden sowie stimmberechtigten Teil zusammen. Zu letzterem gehören neben den städtischen Vertretern auch externe Baufachleute der Architektenkammer, erläutert Bauamtsleiter Christian Fürstberger. Er sieht einen Vorteil des Wettbewerbs in der Vielzahl der Ideen und Entwürfe, die die Kommune erhält. Bei einer normalen Ausschreibung wären das natürlich keine 20 Vorschläge, außer man würde sie eigens bezahlen. Bei einem Wettbewerb könnten sich Architekten einen Namen machen. „Auch das ist ein Ansporn.“

Als Lohn der Mühe winkt den drei Siegern Geldpreise in Höhe von insgesamt 10 000 Euro. Zwei weitere Vorschläge sollen angekauft werden. Aus den 20 Entwürfen werden fünf von der Jury ausgesucht und dann dem Stadtrat vorgelegt. Janker: „Er trifft dann die letzte Entscheidung.“

In der Jury wird neben den städtischen Vertretern auch Sylvia Glückert von der Firma WellConsult eine Stimme haben. Die Spa-Expertin berät europaweit Unternehmen und hat die Tölzer ermutigt, das Natura-Tölz-Konzept von Klingelhöffer „möglichst unverwässert“ zu realisieren. Darauf bezieht sich der Sportmediziner auch, als er im Gespräch mit dem Tölzer Kurier anregt, dass er den 20 Architekten erst einmal sein sportkinesiologisches Konzept für den Saunaparcours unter Einbeziehung der spezifisch Tölzer Elemente (wie etwa Wasser, Holz, Feuer) erläutert, bevor sie zu planen beginnen. „Das Konzept ist ja das Alleinstellungsmerkmal.“ Es gehe nicht nur um architektonische Fragen.

Der Wettbewerb soll etwa zwei Monate dauern. Realistisch sei, so Fürstberger, dass der Stadtrat nach den Sommerferien mit der Auswahl des Siegerentwurfs befasst wird.

Die Stadt hat übrigens Erfahrung mit Architekturwettbewerben, allerdings keine guten. Vor zwei Jahrzehnten wurde ein großflächiges und heterogenes Konzept für die Wohnbebauung auf der Flinthöhe im Südostteil des Flint-Kasernen-Areals ausgeschrieben.

Der Siegerentwurf für einen Bebauungsplan hatte dann freilich schwerwiegende Planungsmängel und musste nachträglich mehrfach geändert werden. Manche planerische Schwäche ist bis heute spürbar. So hatten die Planer die winterlichen Straßenverhältnisse im Isarwinkel und die Erfordernisse wie fürs Schneeräumen schlicht unterschätzt.Christoph Schnitzer

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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