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Das neue Angebot ist kein Ersatz für die stationäre Geburtshilfe, betonen die Kreisrätinnen.

Kreisausschuss sagt Ja

Nach der Schließung der Tölzer Geburtshilfe: Zuschuss für Hebammen-Sprechstunde

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Der Landkreis möchte die Hebammenversorgung im südlichen Landkreis sicherstellen. Dafür gibt es nun Geld für ein neues Angebot.

Bad TölzDer Wegfall der Geburtshilfeabteilung an der Tölzer Asklepios-Stadtklinik hat im südlichen Landkreis eine tiefe Lücke hinterlassen. Schließen wird sie auch ein neues Angebot nicht können. Aber es soll zumindest für eine bessere Betreuung der Schwangeren und frischgebackenen Mütter sorgen. Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung vom Montag beschlossen, eine Hebammen-Sprechstunde in Bad Tölz finanziell zu unterstützen.

Diesem Vorschlag gingen eine Reihe von „sehr konstruktiven Gesprächen voraus“, wie Landrat Josef Niedermaier (FW) berichtete. Kreisräte, Hebammen, Kreisverwaltung, Kinderärzte, Gynäkologen und Vertreter der Kliniken saßen mit am Tisch. Den Anstoß dafür hatten die Grünen-Kreisrätinnen im vergangenen Jahr gegeben. Unter maßgeblicher Mitwirkung der Hebammen Patrizia Heyde, Kathleen Hodbod, Christine Schauer und Nadia Tretter entstand das Konzept für die Hebammen-Sprechstunde, das Abteilungsleiter Wolfgang Krause am Montag erläuterte. Die Sprechstunde soll montags bis freitags in den späteren Abendstunden (etwa 19 bis 21 Uhr) angeboten werden sowie jeweils drei Stunden an Samstagen und Sonntagen – ergänzt durch eine vierstündige Rufbereitschaft. „Die Zeiten wollen sich die vier Hebammen aufteilen“, so Krause.

Neues Angebot ist kein Ersatz für Geburtshilfeabteilung

 Angeboten werden unter anderem Beratungen von Schwangeren, Wöchnerinnen und Stillenden. Auch mit leichten Beschwerden in der Schwangerschaft kann man in der Sprechstunde Rat suchen. Die Betonung liegt auf dem Wort leicht. „Es handelt sich definitiv nicht um eine Notfalleinrichtung, zu der man mit regelmäßigen Wehen kommen kann. Dafür ist die Sprechstunde nicht vorgesehen“, betonte Susanne Merk (FW). Es sei eine Ergänzung zur Geburtshilfe in Wolfratshausen, keinesfalls ein Ersatz. Das werde man auch in einem Flyer, der das Angebot vorstellt, noch einmal deutlich machen. Generell werde das Projekt aber einiges verbessern und könne „Anlaufstelle bei vielen Problemen sein“, sagte Barbara Schwendner (Grüne).

Angeboten wird die Sprechstunde in Räumen, die die Asklepios-Klinik zur Verfügung stellt. „Die Geschäftsführung hat auch gesagt, dass sie sich an der Erstausstattung beteiligen will.“ Mit ihr würde sich der Landkreis die 8000 Euro dafür teilen. Zudem gibt es vom Kreis einen jährlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 23 000 Euro“ – erst einmal zugesichert für drei Jahre. „Das soll den Hebammen Sicherheit bieten“, sagte Krause. Generell sei angedacht, das Angebot „dauerhaft zu unterstützen“. Da die Sprechstunde sicher erst bekannt werden müsse und das Projekt einige Anlaufzeit brauche, gibt es im ersten Jahr sogar noch etwas mehr Unterstützung – nämlich 34 500 Euro. Die Grünen hätten sich insgesamt noch etwas mehr gewünscht. Mit dem Konsens könne man aber gut leben, betonte Schwendner.

Hebammen-Sprechstunde: Das letzte Wort hat der Kreistag

Die Hebammen seien selbstständig und nicht beim Landkreis angestellt, beantwortete Krause eine weitere Nachfrage. Generell wäre es denkbar, dass sich weitere Hebammen beteiligen. „Ich denke, auf je mehr Schultern das ruht, desto besser.“

Die finanzielle Unterstützung der Hebammensprechstunde wurden einstimmig beschlossen. Das letzte Wort hat zwar der Kreistag am 24. Juli. Die Zustimmung dürfte aber nur noch Formsache sein. Merk nutzte die Gelegenheit, um sich explizit, bei den beteiligten Kreisrätinnen aus allen Fraktionen für die konstruktive Mitarbeit zu bedanken.  

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