Die sechsköpfige Vorstandschaft des Alpenvereins mit (v.li.) Karl Neumann, Toni Glasl, Benedikt Hirschmann (Vorsitzender), Martin Maier, Max Nichtl und Peter Wiedemann.
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Die sechsköpfige Vorstandschaft des Alpenvereins mit (v.li.) Karl Neumann, Toni Glasl, Benedikt Hirschmann (Vorsitzender), Martin Maier, Max Nichtl und Peter Wiedemann..

Aus der Jahreshauptversammlung

Nach Tod des Vorsitzenden Paul Schenk : Benedikt Hirschmann ist neuer Chef der Tölzer AV-Sektion

Die Sektion Tölz des Deutschen Alpenvereins hat einen neuen Vorsitzenden. Bei der Mitgliederversammlung im Ellbacher Schützenhaus wurde dazu aus der Mitte der bestehenden Vorstandschaft Benedikt Hirschmann gewählt.

Bad Tölz - Der 27-jährige Lehrer Benedikt Hirschmann ersetzt den Anfang des Jahres viel zu früh verstorbenen Paul Schenk und übt das Amt vorerst bis 2022 aus. Dann finden laut Satzung wieder die turnusmäßigen Wahlen statt. Als Nachrücker wurde Diplom-Betriebswirt Karl Neumann in das sechsköpfige Gremium gewählt. Benedikt Hirschmann ist in der AV-Jugend groß geworden. Der Spitzenkletterer gehörte dem Tölzer und Bayerischen Kletterkader an. In die Vorstandschaft hat ihn vor drei Jahren Paul Schenk geholt, dem es ein Anliegen war, junge Leute für die Vereinsarbeit zu gewinnen. Dort kümmerte sich Hirschmann seitdem um die Bereiche Klettern und Leistungssport. Karl Neumann engagierte sich als Beirat bereits in den Finanzierungsverhandlungen für den Hüttenumbau.

Trauer über Tod von von ehemaligen Vorsitzenden immer noch groß: „Jemand fehlt, der Paul“

„Jemand fehlt, der Paul“, so hatte eingangs der Schatzmeister und kommissarisch amtierende Vorsitzende Peter Wiedemann die anwesenden Mitglieder begrüßt, doch nicht nur sein großes Porträtfoto auf der Leinwand brachte zum Ausdruck, dass der Verstorbene seinen Platz beim Alpenverein behält. Er habe die Geschäftsstelle aufgebaut und den Mut aufgebracht für den Umbau der Hütte, betonte Wiedemann: So wie sie heute dasteht, werde sie „eine dauerhafte Erinnerung an unseren Freund und Vorstand sein. Er hat Spuren hinterlassen“. Peter Wiedemann erinnerte an zwei weitere verdienstvolle ehrenamtliche Aktive der Sektion, die in letzter Zeit hochbetagt verstorben sind: an Otmar Huber und Franz Dorfmeister. Der frühere Landrat Huber hat den Alpenverein von 1965 bis 1992 geführt und unter anderem den Bau der Materialseilbahn zur Tölzer Hütte durchgesetzt. Dorfmeister war von 1979 bis 1994 als Hüttenwart der Tölzer Hütte tätig. Weiterhin würdigte Wiedemann auch den verstorbenen Naturschutzreferenten Franz Mettal. Vor den Wahlen bestimmten der kürzlich abgeschlossene große Umbau der „Tölzer Hütte“ und in Verbindung damit die Haushaltszahlen des gemeinnützigen Vereins und seiner zwei steuerpflichtigen Zweckbetriebe (neben der Hütte auch noch die Kletterhalle) den Verlauf der Versammlung.

„Er behält seinen Platz beim Alpenverein“: Das brachte das große Porträtfoto von Paul Schenk auf der Leinwand zum Ausdruck.

Hüttenwart Max Nichtl beschrieb detailliert die Generalsanierung der Hütte, wobei neben dem Umbau von Salettl, Küche, Trockenraum und anderen Gebäudeteilen auch eine aufwändige Neufundamentierung zur statischen Absicherung der unstabilen Hanglage anstand. „Die Hütte behält aber ihren Charakter, sie ist und bleibt ein alpines Unterkunftshaus“, versicherte Peter Wiedemann, der Max Nichtl und Bauleiter Wolfgang Buchner ausdrücklich für ihren unermüdlichen Einsatz dankte. Wie die rund eine Million Euro teure Baumaßnahme im Haushalt des Alpenvereins aufschlägt, das erläuterte dann Wiedemann selbst: Finanziert werden kann das Vorhaben über einen mehrjährigen Zeitraum mit Rücklagen des Vereins und einer zweckgebundenen Umlage der über 7000 Mitglieder, mit Beihilfen des Deutschen Alpenvereins sowie einem Sparkassendarlehen. Dabei ermöglichte es die Stadt Bad Tölz mit einer Bankbürgschaft, dass der Alpenverein besonders günstige Konditionen bekam.

Parkproblematik ebenfalls Thema auf Hauptversammlung

Weil der Alpenverein auch eine Naturschutzorganisation ist, kamen solche Themen ebenfalls ausführlich zur Sprache. Angesichts der Besucherschwemme in den Bergen forderte der zuständige Referent Richard Hoch Maßnahmen gegen rücksichtsloses Parken, Müllfrevel und Störungen des Wildes: „Dem müssen wir als Alpenverein mit Aufklärung begegnen.“ Andererseits kritisierte er die von der Naturschutzbehörde verhängten großflächigen Betretungsverbote als „weit über das Ziel hinausgeschossen“. Parkgebühren hielt Hoch zwar für „grundsätzlich richtig“. In Gaißach seien sie „maßvoll“, in Kochel hingegen „unangemessen überhöht“. Die Parkgebühren an den Aufstiegen zur „Tölzer Hütte“ brachten Peter Wiedemann und andere zur Sprache. Hier gäbe es dringenden Gesprächsbedarf mit der Gemeinde Lenggries: „Wer auf der Hütte übernachtet, der riskiert mit den jetzt ausschließlich angebotenen Tagestickets ein Bußgeld, das kann nicht sein.“ (Rainer Bannier)

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