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Rosser, Vertreter der Stadt und des Historischen Vereins ließen die Leonhardifahrt Revue passieren. 

Rosser fordern Konsequenzen

Nach Unfall bei Tölzer Leonhardifahrt: Wer galoppiert, soll ausgeschlossen werden

Ein Unfall überschattete die Tölzer Leonhardifahrt. Die Rosser forderten bei der Nachbesprechung der Wallfahrt nun Konsequenzen von der Stadt. 

Bad Tölz – Eigentlich war die Tölzer Leonhardifahrt heuer wieder ein schöner Festtag: Trotz des anfänglichen Regens hätten sich viele Besucher eingefunden, die aufgekieste Magerrasen-Wiese auf dem Kalvarienberg, auf der die Gespanne während der Messe verweilen, habe sich bestens bewährt. Höhepunkt der Wallfahrt sei der Festgottesdienst mit Stadtpfarrer Peter Demmelmair und Festprediger Abt Johannes Eckert gewesen, ließ Leonhardilader Anton Heufelder bei der alljährlichen Nachbesprechung des Historischen Vereins im Gasthof Zantl den 6. November Revue passieren.

Bedauerlicherweise habe man diesmal auf die traditionellen drei Standarten-Vorreiter verzichten müssen – diese hätten aufgrund besonderer Umstände keine Pferde zur Verfügung gehabt. Den Platz an der Spitze des Wallfahrtszugs nahmen stattdessen die drei Fanfarenreiter der Tölzer Stadtkapelle ein. „Sie haben ihre Sache gut gemacht“, fand Heufelder.

Die Gespanne seien so zügig wie schon lange nicht mehr zur Leonhardikapelle unterwegs gewesen, und man habe auch noch extra einen Reiter mit eingebunden, um die Standarte mitführen zu können. Überdies sei das zuletzt schon eher rar gewordene „Naus-Spuin“ der Wallfahrer am Nachmittag heuer erfreulicherweise wieder ausgiebig gepflegt worden.

Nach der Tölzer Leonhardifahrt: Gaststätten werden immer weniger

Dass die Gaststätten in Tölz immer weniger werden, macht sich an Leonhardi besonders bemerkbar. „Die Leonhardifahrer mitsamt ihren Wagenbesatzungen finden in der Stadt kaum mehr eine Einkehr-Möglichkeit“, monierte Xaver Abeltshauser, der als Rosser an der Nachbesprechung teilnahm. Josef Danner vom Moralthof wünschte sich einen zusätzlichen Würstlstand auf dem Kalvarienberg, damit die Wallfahrer, die schon seit dem frühen Morgen auf den Beinen sind, ohne lange Warteschlangen versorgt werden können. Außerdem wies Danner darauf hin, dass an der „Moraltalm“ für ein bis zwei Wägen Platz zum Einspannen und auch zum Einkehren vorhanden sei. Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart hielt es für sinnvoll, eine Liste von geeigneten Gaststätten zu erstellen, „weil man so nicht alle im Blick hat.“

Unfall bei Leonhardifahrt: „Es war ein Riesenglück, dass dabei niemand verletzt worden ist“

Nach diesen eher „äußeren Befindlichkeiten“ gingen die Rosser dann „ans Eingemachte“. Dass es nach dem Galopp-Sturz eines Vorreiters in der oberen Marktstraße und der dadurch hervorgerufenen Diskussion im vorigen Jahr heuer an selber Stelle zu einem noch krasseren Unfall kam, treibt sie um. „Es war ein Riesenglück, dass dabei niemand verletzt worden ist“, sagte Fuhrmann Christoph Manhart. Die Deichsel des nachfolgenden Gespanns war nach hohem Tempo und dem seitlichen Ausscheren der vorderen Pferde laut hörbar auf Manharts Truhenwagen geprallt. Man wolle dem betreffenden Gespannführer keinen besonderen Vorwurf machen, dieser habe die Rösser nicht mehr einbremsen können. „Das kann jedem von uns passieren“, meinten die anwesenden Fuhrleute. Vielmehr müsse man das Unfall-Risiko mit galoppierenden Pferden grundsätzlich eindämmen. Ihre Forderung: Die Stadt als Veranstalter der Leonhardifahrt soll es nicht bei mahnenden Worten bei der Zugnummernverlosung belassen, sondern endlich konsequent absichtlich galoppierende Vorreiter oder Gespanne von der Teilnahme ausschließen.

Rosser fordert, dass generell nur noch Schritt gefahren werden darf

Die Vorreiter müssten in kurzem Abstand zum zugehörigen Gespann bleiben, an der Einfahrt von der Jägergasse in die Marktstraße müsste ein Posten dafür sorgen, dass die Wägen zügig hintereinander in die Marktstraße einbiegen. „Diejenigen, die an dieser Stelle stehen bleiben und warten, bis die Marktstraße bis oben frei ist, wollen es meistens krachen lassen“, so die Rosser. Dies sei unverantwortlich, zürnte Manhart. „Wer das will, der soll das auf dem Sandplatz in Schwaiganger machen, aber nicht in der Marktstraße. Das hat nichts mit einer Wallfahrt zu tun.“ Werner Gorn plädierte erneut für ein generelles Schrittfahren, denn der Übergang vom Trab in den Galopp sei oft nur ein „Klacks“.

Wie die Stadt denn nun reagieren werde, wollten die Rosser wissen. Botzenhart und die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier verwiesen auf die interne Besprechung am 28. November. „Danach werden wir beschließen.“ Rosi Bauer

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