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„Mamma mia“: Zum Medley von Abba-Hits trug das talentierte junge Ensemble entsprechend extravagante Glitzer-Outfits.

Nacht der Musicals

Bunt, einfühlsam und erotisch

Bad Tölz – Der Transvestit Frank N. Furter und Kaiserin Elisabeth auf einer Bühne, Hits von Abba und Udo Lindenberg: All das und mehr bot die „Nacht der Musicals“ im Tölzer Kurhaus. Da taute selbst ein anfangs eher reserviertes Publikum auf.

Etwa ein Drittel der Plätze blieb bei der „Nacht der Musicals“ am Sonntagabend im Kurhaus leer. Musicalfreunde, die zu Hause blieben, haben etwas verpasst. Denn das Gastspiel des Tournee-Veranstalters ASA-Event begeisterte mit einer mitreißenden Folge von Evergreens aus den populärsten Musicalproduktionen der vergangenen Jahrzehnte. Die „Nacht der Musicals“ beeindruckte mit schönen Stimmen, phantastischen Kostümen und ausgefeilter Choreographie, mit einer perfekten Tonqualität und raffinierten Beleuchtungseffekten.

Das macht Freude: Das Publikum im Kurhaus ließ sich von einer gelungenen Bühnsnshow aus der Reserve locken.

Die farbenfrohe zweistündige Musikshow mit Tanz und Gesang entführte das Publikum in die Welt der populärsten Musicals, die nach dem Vorbild von Oper und Operette humorvolle und tragische Stoffe mit eingängigen Melodien zu einem schlüssigen optischen und akustischen Gesamtkunstwerk verbinden. Die sehr junge Truppe, die aus fünf ausgebildeten internationalen Gesangssolisten und acht teils akrobatisch agierenden Tänzern bestand, überzeugte mit perfekt einstudierten Auftritten und einer guten Portion Erotik.

Lieder aus Klassikern wie „Phantom der Oper“, „König der Löwen“ oder „Cats“ fehlten dabei ebenso wenig wie die Hymne „Don’t cry for me Argentina“ aus Andrew Lloyd Webbers „Evita“. Eine überzeugend einfühlsame und vielschichtige Performance gelang dem Ensemble bei „Hinterm Horizont“, einer Hommage an den Künstler Udo Lindenberg und seine innige Verbundenheit mit dem geteilten und wiedervereinigten Berlin. Dieses Niveau erreichte es beim Medley aus „Mamma mia“ nicht ganz – vielleicht weil das Lebensgefühl der jungen Interpreten und jenes der schwedischen Kultband Abba mehr als nur eine Generation trennt.

Bekannte Melodien aus „Tanz der Vampire“ und „Jesus Christ Superstar“ standen ebenso auf dem Programm wie Szenen aus „Falco“, „Elisabeth“ und „Queen“. Beim Travestie-Spektakel der „Rocky Horror Show“ flirtete Sänger Johannes Beetz alias Frank N. Furter ganz in schwarzem Lack ziemlich heftig mit einigen jungen Männern im Publikum. Und beim Udo-Jürgens-Medley „Ich war noch niemals in New York“ war das Eis endgültig gebrochen. Das anfangs eher reservierte Tölzer Publikum sang ganz enthusiastisch mit und klatschte den Takt.

Rainer Bannier

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