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„So was macht einen wütend“, schreibt die Kurier-Leserin, die diese Müllansammlu ng unter der Lenggrieser Isarbrücke fotografierte. 

Dreck im Tölzer Stadtgebiet

Natur vermüllen: Bis zu 250 Euro Bußgeld

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Das schöne Herbstwetter zeigt schmutzige Nebenwirkungen. Bürger beschweren sich über Unrat in der Landschaft.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der goldene Oktober hat zuletzt noch einmal Sommergefühle geweckt – inklusive schmutziger Nebenwirkungen: Denn einige Menschen konnten das schöne Wetter offenbar nicht genießen, ohne ihren Müll in der Landschaft zu hinterlassen.

Entsetzt war eine Kurier-Leserin beim Anblick, der sich ihr unter der Lenggrieser Isarbrücke bot: haufenweise leere Flaschen und Gläser im Kies. Ähnliches entdeckte eine Tölzerin: „Es macht mich wütend, wenn ich sehe, wie es im Rehgraben im hinteren Teil aussieht. Da wurde in lustiger Runde mal wieder Abfall verteilt und Flaschen zerstört“, schreibt sie auf der Facebook-Seite des Tölzer Kurier.

„Über so etwas ärgert sich unser Müllfahrer regelmäßig“, sagt der Tölzer Betriebshof-Chef Florian Schallhammer. Sportplätze, das Isarufer und der Bürgergarten seien die typischen Stellen, an denen Jugendliche oder andere Gruppen sich zum Feiern träfen und Müll hinterließen. Der Müllfahrer sei zwar den ganzen Tag unterwegs, trotzdem sei man letztlich auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Häufiger sei es auch die Polizei, die auf besonders heftige Fälle aufmerksam mache – zum Beispiel auf illegale Müllentsorgung: Da werde Unrat bis hin zu Möbeln oder Fernsehern in der Natur abgelagert. Und was kann man dagegen tun? Am effektivsten ist nach Schallhammers Erfahrung Vorbeugung. „Wenn unser Müllfahrer eine solche Gruppe antrifft, dann drückt er den Leuten einen Müllsack in die Hand und sagt ihnen, dass sie nachher aufräumen sollen.“

Im Nachhinein ist es dagegen meist schwierig, die Täter ausfindig zu machen. Wenn doch, dann würden sie nicht nur verpflichtet, den Müll wegzuräumen, sondern sie müssten auch mit Bußgeldern rechnen, wie Landratsamts-Sprecherin Sabine Schmid erklärt. Beim Blick auf das Foto von der Flaschen unter der Isarbrücke sagt sie: „Bei solchem Abfall könnte es je nach Umfang zwischen 15 und 250 Euro liegen.“

Hundekotbehälter einfach liegengelassen

Generell seien es „Tage mit hohem Besucheraufkommen“, an denen sich entlang der Isar viel Müll ansammle, zum Beispiel unter der Sylvenstein- oder der Tölzer Isarbrücke, auf Parkplätzen und an „Übernachtungsplätzen“ – „wobei das Übernachten in den Schutzgebieten entlang der Isar verboten ist“, wie Schmid betont. Ein spezielles Problem: „Hundekotbeutel werden oft entlang der Wege und nicht in den Abfallbehältern entsorgt.“

Eine leichte Entspannung hat dagegen Claudia Salamon im Tölzer Stadtbereich ausgemacht. Nach den Schulabschlussfeiern, die früher Abfallberge nach sich zogen, sehe es zum Beispiel inzwischen manierlich aus, sagt die Mitarbeiterin im Büro des Bürgermeisters, bei der die Beschwerden meist aufschlagen. „Ich denke, dass sich da die Aufklärungsarbeit der Isarranger auszahlt, und auch die Presseartikel haben sensibilisiert“, sagt Salamon. Zudem werde das Sauberhalten der Natur verstärkt an den Schulen thematisiert.

Selbst am Tölzer Bahnhof gebe es gewisse Erfolge. „Die DB Station & Service reinigt die Gleise und den Bahnsteig täglich und reagiert in der Regel schnell auf Beschwerden.“ Auch das Team aus dem benachbarten „Burger King“ rücke „mehrmals täglich“ aus, um Müll zu beseitigen – „natürlich nur den eigenen“, so Salamon. In der Bahnhofshalle – sie ist in Privatbesitz – könne es allerdings „schon mal problematisch“ aussehen. Und Salamon räumt ein, dass der Bahnhof trotz allem einen schlechten Gesamteindruck mache. „Schön ist was anderes.“

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