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Das Bienen-Volksbegehren sorgte bei vielen für ein neues Interesse an Arten- und Naturschutz.

Großer Zulauf

Naturschutz liegt im Tölzer Land im Trend: Viele neue Mitglieder für BN und LBV 

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Bayernweit verzeichnen Naturschutzverbände einen großen Mitgliederzulauf. Ein Trend, der sich auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen fortsetzt.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Das enorme Echo beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und die „Fridays for Future“-Bewegung machen es deutlich: Umwelt- und Naturschutz liegen im Trend. Das spiegelt sich auch bei Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz wider. Beide verzeichnen heuer reichlich Neueintritte – auch im Landkreis.

„Wir haben im Landkreis 1100 neue Mitglieder dazugewonnen“, erklärt Sabine Tappertzhofen, die die Kreisgeschäftsstelle des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) leitet. „Für uns ist das eine sehr große Zahl.“ Insgesamt habe der LBV im Landkreis aktuell knapp 3000 Mitglieder. Bayernweit werden es bis Ende des Jahres wohl rund 100 000 sein, so die Einschätzung von LBV-Pressesprecher Markus Erlwein. Das bedeute eine Steigerung um rund 10 Prozent innerhalb eines Jahres.

Mehr Bewusstsein für den Klimawandel

Den Grund für den rasanten Aufschwung sieht Erlwein allgemein im gestiegenen gesellschaftlichen Bewusstsein für Probleme wie Insekten- und Vogelsterben sowie Klimawandel. „Die Menschen spüren und sehen die Auswirkungen in ihrem eigenen Umfeld und fragen sich: Was kann ich vor der Haustür tun? Da können wir gute Angebote machen“, so Erlwein. So richtig Fahrt aufgenommen habe das Interesse dann im Zuge des Artenschutz-Volksbegehrens. „Im ersten Quartal lag die Zahl der Neueintritte um 200 Prozent höher als normal.“

Sabine Tappertzhofen verweist zusätzlich auf eine gezielte Mitgliederwerbung im Frühjahr. Studenten seien dabei von Haustür zu Haustür gegangen. Oft hätten die Werber die Reaktion bekommen: „Ach, für den Naturschutz wollte ich schon lange etwas tun.“ Im „Alltagstrott“ kämen aber viele Menschen nicht dazu, dann tatsächlich aktiv zu werden und einem Verein beizutreten. „Man holt die Leute dort ab, wo sie ohnehin schon stehen.“

Viele Mitglieder wollen sich auch aktiv beteligen

Bei einer Veranstaltung für Neumitglieder habe sich zudem gezeigt, dass viele sich auch aktiv an Aktionen beteiligen wollen. Auf viel Interesse stoßen laut Tappertzhofen zum Beispiel das Engagement für Fledermäuse oder die Vogelbeobachtung. „Die nötigen Kenntnisse vermitteln wir.“ Was dagegen ohne große Hemmschwelle und Vorbildung, nur mit einer „gewissen körperlichen Fitness“, möglich sei, sei die Biotoppflege. „Es macht einfach große Freude, sich draußen in der Natur zu bewegen, und eine gemeinsame Brotzeit ist auch dabei.“ Zu viele Aktive können es laut der Geschäftsstellen-Leiterin gar nicht werden. „In der Natur gibt es immer was zu tun.“

Reichlich Bewegung gibt es auch bei den Mitgliederzahlen im Bund Naturschutz (BN). Bayernweit wurden heuer schon 18 000 Neumitglieder registriert. Das merkt der Kreisvorsitzende Friedl Krönauer auch vor Ort. Bislang hatte der BN etwa 2200 Mitglieder im Landkreis. Die konkrete Zahl der Neueintritte liegt Krönauer aktuell noch nicht vor. Sie müsse erst vom Landesverband übermittelt werden. „Aber es lässt sich schon sagen, dass wir voraussichtlich neue Ortsgruppen gründen werden.“ Bislang gebe es im Landkreis nur Ortsgruppen in Bad Tölz, Icking, Wolfratshausen und Kochel. Neue kämen wahrscheinlich im südlichen Landkreis dazu, so Krönauer. Spruchreifes lasse sich sicher in den kommenden Wochen veröffentlichen.

Bienen-Volksbegehren legte Grundstein für den Trend

Nach seiner Einschätzung war „das Bienen-Volksbegehren ausschlaggebend“ für das gestiegene Interesse am Bund Naturschutz. „Bienen- und Artenschutz ist ein klassisches BN-Thema“, meint Krönauer. Viele Menschen, speziell im mittleren Lebensalter, würden nun sagen: „Und jetzt will ich einen Beitrag leisten.“

Aus der „Fridays-for-Future“-Bewegung dagegen hätten sich keine oder kaum neue BN-Mitglieder rekrutiert. „Wir haben zwar Kontakte zu den Organisatoren – aber das ist einfach eine eigene Community.“

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