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Neubau hinter dem Krankenhaus

Zieht das Josefistift um?

Bad Tölz – Es scheint möglich und würde für die Stadt viele Probleme lösen: der Neubau eines Alten- und Pflegeheims auf der Wiese hinter dem Tölzer Krankenhaus. In vier Jahren könnte der Umzug des Josefistifts erfolgen.

Hinter dem Kürzelmonstrum „AVPfleWoqG“ verbirgt sich die „Verordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes“ aus dem Jahr 2011. Sie ist für verantwortlich für allerhand Sorgenfalten im Stiftungsbeirat des Tölzer Josefistifts; besagt sie doch, dass die Mindestzimmergröße in Alten- und Pflegeheimen 14 Quadratmeter (qm) betragen muss. Von 89 Zimmern im Tölzer Josefistift erfüllen nur 23 die Norm, der Rest ist darunter. Zwar gibt es Bestandsschutz und einen mehrjährigen Zeitpuffer. Dennoch müsste ein Umbau kommen, der finanziell und logistisch sehr aufwändig wäre, sagt Bürgermeister Josef Janker. Ein Umbau bei laufendem Betrieb wäre auch für die Bewohner eine Riesenbelastung.

Von Kämmerer Hermann Forster kam die Idee, gleich einen Neubau ins Auge zu fassen. Ein möglicher Standort am Spielplatz General-Patton-Straße wurde wegen des hohen Verkehrsaufkommens schnell verworfen. Dann rückte das mehr als zwei Hektar große Wiesengrundstück südlich des Krankenhauses in den Fokus. Ein Neubau mit vier oder fünf Stationen könnte dort Platz für 130 oder 140 Bewohner schaffen. Auf der Warteliste des Josefistifts stehen derzeit bereits 70 Personen. Davon abgesehen „wäre das eine wirtschaftliche Größe“, sagt Forster.

Das Entscheidende sind für Janker aber die „erheblichen Synergieeffekte“ mit der benachbarten Asklepios-Stadtklinik, die das Projekt übrigens begrüßt. Man könne endlich eine zeitgemäße Palliativstation aufbauen, sagt Janker. Und eine Kurzzeitpflege. Es gibt in den vorhandenen Einrichtungen im Südlandkreis nur wenige Plätze. Die Abteilungen in Asklepios wie auch im Rehazentrum Isarwinkel gibt es nicht mehr. „Es wäre ein wichtiges Angebot“, meint der Bürgermeister. Die Erschließung des neuen Josefistifts wäre sowohl vom Parkplatz Schützenweg als auch vom geplanten neuen Parkplatz Arzbacher Straße (nördlich der Umgehungsstraße) möglich. Es gibt keine Nachbarn. Noch ein Vorteil: Zum Grund gehören viele Hangflächen. So könnten in dem Neubau barrierefreie Ausgänge auf zwei Ebenen geschaffen werden.

Wie geht es nun weiter? Besitzer der Immobilie ist der Freistaat. Aufgrund einer Studie und eines Wertgutachtens sollen Kaufverhandlungen mit dem Bayerischen Finanzministerium geführt werden. Wenn die erfolgreich sind, wird die Stadt aktiv werden. Die Josefispitalstiftung kann Kauf und Neubau nämlich nicht schultern. Nach Jankers und Forsters Vorstellungen sollte dafür ein Kommunalunternehmen gegründet werden. Das vermietet die Immobilie dann an die Stiftung.

Und was passiert mit dem alten Josefistift, das letztmals vor zehn Jahren umgebaut wurde (Mittelbau). Das ist noch offen, sagen Janker und Forster. Wenn in vier Jahren der Flüchtlingszuzug noch nicht abgeebbt ist, sei denkbar, dass das Gebäude für Asylbewerber genutzt wird. An den derzeitigen Planungen für Gemeinschaftsunterkünfte auf der Flinthöhe, am Sportplatz und einem noch nicht genannten Ort wird aber weiter festgehalten.

Christoph Schnitzer

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