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Der aktuelle Standort des Josefistifts soll zum Beispiel für Mehrgenerationen-Projeke erhalten bleiben.

Endgültige Entscheidung

Neubau des Josefistift: Tölzer Stadtrat stimmt mit 14:9 für General-Patton-Straße

Nach intensiver Diskussion hat der Tölzer Stadtrat am Dienstag die General-Patton-Straße als künftigen Standort für das Josefistift festgelegt. Die Entscheidung fiel mit 14:9 Stimmen.

Bad Tölz Nach vier Jahren Diskussion über den neuen Standort des Josefistifts wurden in der Stadtratssitzung nochmals die wichtigsten Argumente ausgetauscht. Ingo Mehner, René Mühlberger, Anton Mayer und Christof Botzenhart (alle CSU) warnten eindringlich davor, dass mit dem Standort Flinthöhe ein Pflock eingeschlagen und das Entwicklungspotenzial des Viertels eingeschränkt werde. Mayer hatte dabei eher die Vergangenheit vor Augen und erinnerte an fatale Planungsfehler beim Kasernenareal. „Das ging damals viel zu schnell.“ Botzenhart wollte hingegen die „Hinstümperei wie in anderen Stadtvierteln“ nicht wiederholen.

Der Dritte Bürgermeister war auch nicht ganz so überzeugt von der positiven schriftlichen Stellungnahme des Personals und Heimbeirats für den Standort General-Patton-Straße. Ihn hätten einige Mails von Mitarbeitern erreicht, die ihn gebeten hätten, sich für die Arzbacher Straße stark zu machen. Dass da am Ende Druck ausgeübt worden sei, wies Bürgermeister Josef Janker aber vehement zurück. „Ein paar sind immer dagegen.“ Die Mehrheit habe sich aber klar für die Flinthöhe ausgesprochen.

Gegner und Befürworter des Standorts in allen Fraktionen

Befürworter und Gegner der beiden verbliebenen Standortvorschläge waren quer durch die Fraktionen zu finden. Sachargumente, mutmaßten sowohl Willi Streicher (SPD) als auch Anton Heufelder (CSU) würden letztlich keine Rolle mehr spielen. „Das ist eine emotionale Entscheidung.“

Michael Lindmair (FWG) versuchte es dennoch noch einmal. Er regte namens seiner Fraktion an, das neue Pflegeheim mit einem Café, Kiosk und Blumenladen zu einem sozialen Treffpunkt des Viertels auszubauen. Viel zu lange sei in dieser Beziehung dort oben zu wenig passiert. Er wünschte sich die Wiederansiedlung des Spielplatzes in der Nähe, was ohnehin angedacht war. Martin Harrer (FWG) pflichtete ihm bei und sah das Pflegeheim auch als Chance. Nämlich dafür, dass die Zukunftsplanungen für die Flinthöhe nicht bis zur Fertigstellung der Nordumgehung hinausgeschoben werden. „Dann haben wir den ersten Schritt getan und dann wird es kontinuierlich weitergehen.“ Mit etwas anderen Worten formulierte das Karsten Bauer so: „Das Pflegeheim ist ein positiver Anker, an den man sich anlehnen kann.“

Dass die Flinthöhe lange Zeit eher ein Stiefkind der Tölzer Stadt war, darauf wies Franz Mayer (Grüne) hin. Das Viertel müsse mit seinen Bewohnern endlich im Bewusstsein ankommen. Das Pflegeheim sei ein erster Schritt.

Arzbacher Straße ist wichtiger Tourismusstandort

Bürgermeister Janker war es schließlich wichtig, den Tourismus-Standort Arzbacher Straße zu betonen. „Das hat die Hotelbedarfsanalyse vor einem Jahr eindeutig ergeben. Habt Ihr das schon vergessen?“ Da sei durchaus noch einmal ein Hotel denkbar.

Die Abstimmung ergab: Für General-Patton-Straße: Josef Janker, Ludwig Janker, Ludwig Bauer, Josef Steigenberger, Karsten Bauer (alle CSU), Lindmair, Kirste, Harrer, von der Wippel, Bomhard (alle FWG), Franz Mayer, Priller, Grundhuber (Grüne), Renner (SPD);

Für Arzbacher Straße: Andreas Wiedemann, Rein (beide FWG), Botzenhart, Mehner, Mühlberger, Anton Mayer Heufelder (alle CSU), Streicher, Plöckl (beide SPD).Christoph Schnitzer

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