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Neue Betrugsmasche: Polizei warnt Senioren

6,5 Millionen Euro aus dem Nichts

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Um ein Erbe von 6,5 Millionen Euro geht es. Man müsse einfach nur einen Anwalt in Spanien kontaktieren, ein paar Dokumente ausfüllen, und fertig ist der Geldsegen. So ein Versprechen landete unfrankiert im Briefkasten eines 89-jährigen Tölzers.

Bad Tölz – Sein Enkel leitete ihn an die Redaktion weiter – mit der Bitte, vor einem Betrugsversuch zu warnen.

Dass es sich um eine ziemlich unglaubwürdige Geschichte handelt, wird in den ersten Zeilen klar: „Ich möchte Ihnen um Ihre vertrauen in diese transaktion bitten.“ So setzt sich der wohl maschinell ins Deutsche übersetzte Text fort, kein Satz ist grammatikalisch richtig: „Ich werde meine Position als Anwalt des verstorbenen die Transaktion erfolgreich durchführen“, steht da. Klar wird: Der spanische Anwalt bittet um die Einwilligung eines Verwandten. Ein gewisser „Ingenieur Peter Eichenseher“ hätte vor seinem Tod 6,5 Millionen Euro bei einem spanischen Bankinstitut hinterlassen. Nun brauche es „ehrliche Zusammenarbeit“, damit das Geld „gleichmäßig an uns verteilt wird“. Bei Fragen könne man den Anwalt kontaktieren, in dem Brief aus Madrid sind Fax-, Telefonnummer und eine Mailadresse angegeben.

Dass Betrugsmaschen gerade bei älteren Menschen ständig angewendet werden, weiß der Tölzer Polizeichef Bernhard Gigl. „Sie lassen sich gerne von Namen und Titeln beeindrucken.“ In diesem Fall rät Gigl: „Einfach wegschmeißen.“ Es gebe wesentlich professionellere Maschen. „Oft soll man vorab Verwaltungsgebühren überweisen, damit das eigentliche Erbe verteilt werden kann.“ Generell solle man die Echtheit überraschender Briefe hinterfragen: „Habe ich dort überhaupt Verwandtschaft? Kann ich etwas gewinnen, obwohl ich überhaupt nicht mitgespielt habe?“ Maschen, egal ob Gewinnspiel oder plötzliches Erbe, spielten mit der Gier des Menschen.

Anzeigen dieser Art seien in letzter Zeit nicht bei der Tölzer Polizei eingegangen. Allerdings warnt sie im Südlandkreis vor betrügerischen Anrufen. Die Opfer würden nach Lebens- und Vermögensverhältnissen ausgefragt. „Die Vorgehensweisen wiederholen sich immer wieder“, so eine Pressemitteilung. „Mal als Mitteilung über einen Gewinn, dann als angeblicher Polizist nach einem Einbruch in der Nachbarschaft, bis hin zum Bankangestellten, der nach Kontosperrung die Bankdaten überprüfen will.“ In den Fällen, die der Polizei gemeldet wurden, hätten die Betroffenen vorbildlich reagiert – also aufgelegt und die Beamten informiert. 

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