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Bibliotheken sind Schatzkammern, sagte der Schriftsteller Friedrich Denk (re.) am Montagabend bei der Eröffnung der neuen Bücherei des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums in Bad Tölz. Die neue Bibliothek ist laut Schulleiter Harald Vorleuter (li.) auch ein modernes Medienzentrum, das künftig von Christina Stadtmüller (2. v. re.) geleitet wird. Außerdem besteht eine Kooperation mit der Tölzer Stadtbücherei unter der Leitung von Melanie Sappl (2. v. li.). 

Neue Bibliothek am Tölzer Gymnasium eingeweiht

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Bad Tölz - Drei Jahre lang mussten die Schüler und Lehrer des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums während der Sanierungsphase ohne eigene Bibliothek auskommen. Nun hat die Durststrecke ein Ende: Am Montag wurde das neue Medienzentrum eröffnet.

 Die drei reichsten Männer der Welt sind nicht von ungefähr echte Bücherwürmer: „Lesen ist erfolgsfördernd“, sagte der Schriftsteller Friedrich Denk bei der Eröffnung. So verschlinge Microsoft-Gründer Bill Gates jede Woche ein Buch, Facebook-Chef Mark Zuckerberg immerhin alle zwei Wochen eins, und US-Unternehmer Warren Buffett verbringe sogar 80 Prozent seiner Freizeit mit Lesen. Wenn diese Information für die Kinder und Jugendlichen künftig kein Anreiz ist, öfter mal zu einem Buch zu greifen – ihr neues, hochmodernes Medienzentrum könnte es sein.

Das hofft zumindest Schulleiter Harald Vorleuter. „Das Ziel ist es, möglichst viele Kinder zum Lesen zu animieren.“ Zu diesem Zweck sind für die Unter- und Mittelstufe zum Beispiel richtige Kuschelecken entstanden, in die sich die Mädchen und Buben zum Schmökern zurückziehen können. Nicht ganz so lauschig, aber immer noch sehr freundlich und hell gestaltet ist der neue Bereich für die Oberstufe: An mehreren Arbeitsplätzen können die angehenden Abiturienten online recherchieren oder in der Präsenzbibliothek Bücher wälzen. Zur Präsentation und Besprechung der Recherche-Ergebnisse geht es in den angrenzenden Multifunktionsraum, der unter anderem mit einer interaktiven White-Board-Tafel ausgestattet ist. „Alles ist natürlich komplett WLan-vernetzt“, freut sich Vorleuter. Nicht umsonst gehört das Tölzer Gymnasium zu den 150 Schulen in Bayern (von 5000), die sich mit dem Titel „Medienreferenzschule“ schmücken dürfen.

80 000 Euro hat sich der Landkreis das neue Medienzentrum am Gymnasium kosten lassen. Die Stadt hat mit 3500 Euro die neue Ausleih-Software finanziert, die Schule selbst muss zirka 30 000 Euro investieren. Denn für den Bibliotheks-Betrieb muss der Schulleiter unter anderem Lehrer heranziehen, deren Arbeitskraft wiederum woanders fehlt. Zumal die Öffnungszeiten der neuen Bibliothek ein- oder zweimal pro Woche bis auf den Nachmittag ausgedehnt werden sollen, damit auch die Kunden der Tölzer Stadtbücherei zur Ausleihe kommen können. Denn die Schule ist mit ihr eine Kooperation eingegangen. „Formal sind wir jetzt eine Zweigstelle der Tölzer Stadtbücherei“, sagte Vorleuter.

Nicht nur wegen der räumlichen Nähe ein naheliegender Schritt, befand auch Stadtbibliotheks-Leiterin Melanie Sappl. „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, Lesemotivation und Lesekompetenz zu vermitteln.“ Durch die Kooperation würden die Schüler außerdem ganz natürlich in die Tölzer Bibliotheks-Landschaft hineinwachsen. „Bibliotheken sind altmodische Einrichtungen, in denen die Zukunft entschieden wird“, zitierte Sappl die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

Denn dass die guten alten Bücher trotz aller technischer Möglichkeiten eine Zukunft haben, davon zeigten sich nicht nur Landrat Josef Niedermaier, sondern auch Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart überzeugt. Letzterer ist bekanntlich auch Deutsch-Lehrer und freute sich, „dass man hier so aufs Buch setzt“. Denn die Fähigkeit, eine Stunde konzentriert lesen zu können, sei die Grundlage für jeglichen Umgang mit den neuen Medien.

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