Ausbildung Bad Tölz-Wolfratshausen Landratsamt
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Zeigen Perspektiven auf: (v. li.) Andreas Roß (Wirtschaftsforum Oberland), Landrat Josef Niedermaier, Reinhold Krämmel (Vorsitzender IHK-Regionalausschuss), Fabian Wilhelm (Agentur für Arbeit Rosenheim), Jens Wucherpfennig (IHK für München und Oberbayern) und Monika Uhl (Marketing und Markenentwicklung). 

Ausbildungskompass

Neue Broschüre: Diese Ausbildungsplätze gibt es im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Es gibt zu wenig Auszubildende im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Einen Überblick über das Angebot gibt der Ausbildungskompass.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Seit Jahren hat die Wirtschaft ein großes Problem: zu viele Arbeitsplätze für zu wenige junge Menschen. Vor allem der Ausbildungsbereich leidet. Allein im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wurden im Lehrjahr 2018/2019 von 620 Ausbildungsplätzen lediglich 320 besetzt. „Das Thema Ausbildung war noch nie so wichtig wie im Moment“, betont Landrat Josef Niedermaier. Deshalb gibt es den Ausbildungskompass, der kürzlich am Tölzer Landratsamt vorgestellt wurde.

Dabei wurde deutlich, dass die Situation durchaus dramatisch ist. 600 Millionen Euro sind der Region im vergangenen Jahr durch den Fachkräftemangel entgangen, sagte Fabian Wilhelm, Bereichsleiter der Rosenheimer Agentur für Arbeit. Denn das Oberland sei wirtschaftlich sehr stark, vor allem wegen der Mittel- und Kleinbetriebe.

150 Betriebe aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bieten heuer in dem Kompendium 255 Ausbildungsplätze an. Dank des neuen digitalen Systems ist es auch möglich, die zu jedem Ausbildungsplatz angegebenen QR-Codes mit der Handykamera zu scannen, und somit direkt zum Berufsvorstellungsvideo zu gelangen.

Ausbildungsmarkt: Broschüre bietet kompletten Überblick

„Die duale Ausbildung aus Betrieb und Berufsschule hat einen Einmaligkeitscharakter, der auf das jahrhundertealte Innungswesen in Deutschland zurückführt“, sagte Reinhold Krämmel in seiner Doppelfunktion als IHK-Vertreter und Aufsichtsratsvorsitzender des Wirtschaftsforums Oberland. Deshalb habe man mit einer deutschen Berufsausbildung ideale Bedingungen für den Arbeitsmarkt – oft mehr als mit einer akademischen Laufbahn. Am wichtigsten sei es laut Krämmel, den Jugendlichen einen kompletten Überblick über die Ausbildungsmöglichkeiten im Landkreis zu verschaffen.

Der Ausbildungskompass wurde erstmals 2017 vom Landkreis und dem Wirtschaftsforum Oberland herausgegeben. Das Ziel: Jungen Menschen ihre zahlreichen Perspektiven aufzeigen. In dem Heft, das an Schulen ausgeteilt wird, stellen sich Unternehmen als Ausbildungsbetrieb vor, die meisten bieten auch Praktika und Ferienjobs zum Schnuppern an. Im hinteren Teil werden außerdem duale Studiengänge mit Betrieben aus der Region aufgelistet.

Mittlerweile deckt der Ausbildungskompass neben der Region auch die Landkreise Starnberg, Weilheim-Schongau, Miesbach und Garmisch-Partenkirchen ab. Sehr zur Freude von Jens Wucherpfennig von der IHK München und Oberbayern. Nun könnten sich die Unternehmen auch außerhalb des eigenen Landkreises präsentieren.

Messe für Lehrstellen

Wer einen Ausbildungsplatz sucht, kann sich am Samstag, 13. Juli, auch bei der Messe für Aus- und Weiterbildung „MeineZukunft“ in Wolfratshausen informieren.

Theresa Pfund

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