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Eine Dauerausstellung im Treppenhaus des Tölzer Rathauses illustriert 500 Jahre Tölzer Geschichte – hier präsentiert von (v. li.) 3. Bürgermeister Christof Botzenhart, Medien-Designerin Julia Stelz sowie Sebastian Lindmeyr und Manuela Strunz vom Stadtarchiv. 

Neue Dauerausstellung im Tölzer Rathaus

Höhepunkte aus der Stadt-Geschichte

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Eine neue Dauerausstellung im Tölzer Rathaus zeigt die wechselvolle Geschichte der Stadt in den vergangenen 500 Jahren.

Bad Tölz– Das Bild ist so groß wie eine Briefmarke. Zu sehen ist darauf eine Burg und drumherum ein paar grob skizzierte Häuser. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, hat eine ganz besondere Bedeutung. Das Bild stammt aus dem Jahr 1566 und ist die erste Darstellung von Bad Tölz. Und es ist eines der ersten Stücke, die Manuela Strunz für das Tölzer Stadtarchiv angekauft hat. Es ist kein Wunder, dass ihr das Kunstwerk ganz besonders am Herzen liegt. Nun ist sie „glücklich“, dass die uralte Skyline von Bad Tölz – stark vergrößert – in einer Dauerausstellung im Treppenhaus des neuen Rathauses zu sehen ist. Auf zwölf Leuchttafeln können die Besucher die 500-jährige Geschichte von Bad Tölz erleben. Die Herstellung und Montage der Kästen kostete 26 000 Euro.

Der Weg zu der Dauerausstellung war weit. Als der Neubau des Rathauses anstand, befasste sich eine Kommission aus Stadträten und Verwaltungs-Mitarbeitern mit der Frage, wie das neue Gebäude gestaltet werden soll. Schnell kam der Gedanke auf, historische Bilder von Bad Tölz zu zeigen. Mit der Stadtansicht von 1566 beginnt die Ausstellung im Erdgeschoß. Angefertigt wurde es vom Kartografen Philipp Apian, der durch die erste Landvermessung in Bayern bekannt wurde. Er erstellte unter anderem die sogenannten „Bairischen Landtafeln“, aus denen die Tölzer Miniatur stammt. Ihre Genauigkeit wurde erst im 19. Jahrhundert übertroffen.

In grauer Vorzeit sieht es mit der Bild-Auswahl noch sehr, sehr dünn aus. Umso größer wird sie im 19. und 20. Jahrhundert – der Bestand des Stadtarchivs umfasst mittlerweile 15 000 Bilder. „Wir haben einige Highlights ausgewählt“, sagt Stadtarchivar Sebastian Lindmeyr. Zu sehen sind nun nicht nur Bilder aus verschiedenen Jahrhunderten, sondern auch von den verschiedenen Ortsteilen. Ausgestellt ist beispielsweise eine Katasterkarte von 1858, die die Grundlage für die modernen Karten bildet. Wunderschön ist auch eine alte Ansicht der Marktstraße mit einem sogenannten Katzenkopfpflaster – ein Kopfsteinpflaster, bei dem die Zwischenräume so groß sind, dass jeder Stöckelschuh innerhalb von zwei Schritten hingerichtet worden wäre. Eine Luftaufnahme von 1955 zeigt die Flintkaserne und die damals noch neuen Wohnblöcke am Lettenholz. Abgerundet wird all dies durch einen Blick auf das Moralt-Firmengelände von 1965 und Bilder vom Bau der Südumgehung im Jahr 1985. Das letzte Bild der Ausstellung stammt aus dem Jahr 2015 und veranschaulicht die Entwicklung der Flinthöhe.

„Die Ausstellung zeigt chronologisch die Tölzer Geschichte mit dem Sitzungssaal als konsequentem Endpunkt“, sagte 3. Bürgermeister Christof Botzenhart. „Im Sitzungssaal werden die Weichen für die Zukunft gestellt.“ Für die Gestaltung habe die Stadt die Medien-Designerin Julia Stelz ausgewählt, weil sie schon mit dem historischen Projekt Hindenburgstraße sensibel und pragmatisch umgegangen sei.

Stelz erläuterte das künstlerische Konzept. Es sei darüber nachgedacht worden, alle Bilder in Schwarz-Weiß zu halten. Dieser Gedanke sei schnell verworfen worden, „denn da wäre viel von der Qualität der Bilder verloren gegangen“. Ebenso habe sie sich dagegen entschieden, die Bilder nachzubearbeiten. „Es wäre kein Problem gewesen, die Gelbtöne zu retuschieren, die durch die Lagerung entstanden sind. Man hätte auch jegliche Verschmutzung wegretuschieren können. Es ist altes Bildmaterial – und das darf es auch sein.“

Öffnungszeiten: Die Bildtafeln samt den kurzen Erläuterungen sind zu den Öffnungszeiten des Rathauses für Besucher zugänglich: montags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie dienstags bis freitags von 8 bis 12 Uhr.

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