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Zukunft gesichert: Durch eine geplante Struktur-Umstellung bleibt der Tölzer Asklepios-Stadtklinik die Geburtshilfe erhalten.

Asklepios-Stadtklinik

Neue Oberärztin stärkt Geburtshilfe

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Bad Tölz - Die Gerüchte um ein mögliches Aus der Geburtshilfe halten sich hartnäckig. Dabei konnte die  Stadtklinik jüngst sogar eine neue Oberärztin einstellen. 

Die Verunsicherung unter den Schwangeren ist groß: „Dr. Florina Rummel hört schon wieder als Belegärztin auf“, lautet das neueste Gerücht, das gerade im Umlauf ist. Für die Asklepios-Stadtklinik wäre das tatsächlich fatal, bliebe doch nur noch Dr. Stefan Krone als Geburtshelfer übrig – und der stehe angesichts der hohen Arbeitsbelastung ohnehin kurz vor dem völligen Zusammenbruch. Nur gut also, dass an den Gerüchten nichts dran zu sein scheint, wie Dr. Joachim Ramming auf Nachfrage des Tölzer Kurier betont.

So sei Rummel laut dem Klinik-Geschäftsführer nach wie vor als Belegärztin im Einsatz. Inzwischen bekämen sie und Krone sogar Unterstützung von einer neuen Oberärztin, die seit Anfang April fest in der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe arbeitet. „Somit haben wir einen großen Schritt getan, um die Geburtshilfe in Bad Tölz weiter zu stärken“, sagt Ramming.

Belegarzt-System als Auslaufmodell

Die Suche nach einem dritten Belegarzt hat er dagegen inzwischen eingestellt. Es gebe einfach niemanden, der dazu bereit sei, neben dem eigenen Praxisbetrieb auch noch an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr Bereitschaftsdienst zu leisten, um bei Bedarf im Krankenhaus die Geburten zu betreuen. Hinzu komme eine vergleichsweise hohe Versicherungsprämie. „Das Belegarzt-System ist ein Auslaufmodell“, glaubt Ramming.

Zur Erinnerung: In Bad Tölz hat das Belegarzt-System eine lange Tradition, die jahrelang von drei Tölzer Gynäkologen aufrechterhalten worden ist. Mit dem plötzlichen Tod von Dr. Bernhard Schwaiger im vergangenen Jahr fingen die Probleme an, da bei rund 550 Geburten im Jahr die Arbeitsbelastung für nur zwei Belegärzte auf Dauer nicht tragbar ist. Kaum war mit Dr. Florina Rummel Ersatz für Schwaiger gefunden, sprang allerdings Dr. Wolfgang Oettle ab, der seinen Belegarzt-Vertrag Ende 2015 nicht mehr verlängerte (wir haben berichtet). Aktuell gibt es also wieder nur zwei Belegärzte. „Es muss sich etwas tun“, sagt Ramming, und zwar „noch in diesem Jahr“.

Positive Resonanz auf Stellenausschreibungen

Wie berichtet, strebt die Tölzer Stadtklinik eine Umwandlung der Geburtshilfe in eine sogenannte Hauptabteilung mit festangestellten Ärzten an. Das Problem: Selbst in diesem Bereich ist die Personalsuche schwierig. „Derzeit sind deutschlandweit beispielsweise etwa 80 Chefarzt-Positionen unbesetzt“, weiß Ramming. Trotzdem war die Resonanz auf die Tölzer Stellenausschreibungen bislang sehr positiv: „Es sind zahlreiche Bewerbungen bei uns eingegangen, rund 25 Vorstellungsgespräche haben bereits stattgefunden.“ Weitere Gespräche stehen noch aus, so dass Ramming zuversichtlich ist, noch heuer genügend Fach- und Oberärzte zusammen zu bekommen, um eine kleine Hauptabteilung aufbauen zu können. Der Vorteil liegt auf der Hand: Dank einer höheren ärztlichen Verfügbarkeit könnte das Krankenhaus seine gynäkologischen Behandlungsmöglichkeiten weiter ausbauen.

Für Schwangere soll sich nichts ändern

Falls sich kein Chefarzt findet, steht noch die Möglichkeit im Raum, zum Beispiel mit dem Klinikum Agatharied (Landkreis Miesbach) eine Kooperation einzugehen. „Egal, wie die abschließende Lösung aussehen wird, für die werdenden Mütter im Landkreis wird sich nichts ändern“, verspricht Geschäftsführer Joachim Ramming. „Sie werden ihr Kind auch weiterhin in der Asklepios-Stadtklinik zur Welt bringen können und vor Ort von unseren Ärzten und Hebammen betreut.“

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