+
Gehen gemeinsam durch dick und dünn: Günter Kottek mit „Chico“. Die beiden laufen jeden Tag 15 Kilometer, überflüssige Fettpölsterchen haben da keine Chance. Auch wenn er selbst nicht betroffen ist, will Kottek Menschen mit Gewichtsproblemen helfen. 

Franziskuszentrum

Den inneren Schweinehund überwinden

Bad Tölz –  Gesünder leben und ganz nebenbei ein paar Pfunde verlieren: Günter Kottek weiß, wie’s geht – und zwar nicht mit strengen Hungerkuren. Deshalb hat der Tölzer eine Selbsthilfegruppe mit dem schönen Namen „Diät, nein danke!“ (Dineda) gegründet.

Für eine Teilnahme an „Dineda“ gibt es eine Grundvoraussetzung: „Übergewicht, je mehr, desto besser“, sagt Günter Kottek, der die Selbsthilfegruppe im Sommer des vergangenen Jahres ins Leben gerufen hat. Von Vorteil wäre aber auch der Wille, abzunehmen. „Sich gesünder zu ernähren und sich regelmäßig zu bewegen, kann ich niemandem abnehmen“ betont Kottek. Durch die Gruppendynamik sei es aber sehr viel leichter, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden.

Zu diesem Zweck treffen sich die Teilnehmer an jedem ersten und dritten Dienstag des Monats im Tölzer Franziskuszentrum. „Wir ratschen über Essen, Bewegung und alles, was mit dem Thema Gesundheit zu tun hat“, erzählt Kottek. Von Diäten hält der Wahl-Tölzer überhaupt nichts: „Danach ist alles rasch wieder drauf.“ Diese Erfahrung haben auch die Teilnehmer in seiner Selbsthilfegruppe schon oft gemacht. Sieben Frauen und Männern nehmen das kostenlose und vertrauliche Angebot derzeit meist wahr. Sollten sich noch mehr Teilnehmer für die Gruppe finden, könnte sich Kottek auch vorstellen, die Treffen um sportliche Aktivitäten wie einen Lauftreff zu erweitern. Auch gemeinsame Kochabende seien denkbar.

Zunächst geht es für die Betroffenen aber darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viele Kalorien in der Nahrung enthalten sind. „Den Spritverbrauch seines Autos kennt fast jeder, nicht aber seinen eigenen Energiebedarf“, moniert Kottek. Um den herauszufinden, kann es Sinn machen, sich über einige Tage hinweg akribisch zu notieren, was man den ganzen Tag über an Kalorien zu sich nimmt. „Ich war selbst überrascht, was da so alles zusammenkommt“, sagt Kottek.

Der hat mit seinen 83 Kilogramm bei 1,80 Meter zwar keine Gewichtsprobleme. Dennoch liegt es ihm am Herzen, Menschen zu helfen, bei denen das anders ist. „Mein Bruder hat auch viel mehr gegessen, als er gebraucht hätte“, sagt Kottek, „vor allem Fleisch.“ Für ihn ist klar, dass dieser ungesunde Lebensstil entscheidend dazu beigetragen hat, dass sein Bruder mit 59 Jahren an Krebs gestorben ist. Auch viele andere Leiden wie Diabetes, Knochen- oder Gelenkprobleme sieht der Vater zweier erwachsener Töchter als Folge falscher und übermäßiger Ernährung an. „Dabei hat Genuss nichts mit Masse zu tun.“

Wohl aber mit Gewürzen, denen Kottek wichtige Funktionen zuschreibt. Curcuma beispielsweise gelte in Verbindung mit Pfeffer als krebsvorbeugend. Ähnlich verhalte es sich mit Curry. „Das müsste eigentlich in der Apotheke verkauft werden.“ Vor diesem Hintergrund sei auch kein Problem, mal eine Currywurst zu essen. „Wichtig ist nur, dass bei jeder Mahlzeit auch ein gesunder Bestandteil enthalten ist.“ Unter dieser Vor-aussetzung sind auch Schweinswürstl mal erlaubt – vorausgesetzt, es gibt eine ordentliche Portion Sauerkraut dazu.

Auf die Idee, eine Selbsthilfegruppe zu gründen, kam Kottek in einer anderen Selbsthilfegruppe, an der er selbst teilnimmt, nämlich im Tölzer Montagsclub. Dort treffen sich Menschen, die psychisch belastet sind. Kottek nimmt wegen eines Burn-out-Syndroms daran teil, das es dem ehemals sehr erfolgreichen Maschinenbau-Ingenieur und Qualitäts-Manager heute unmöglich macht zu arbeiten. Viele Teilnehmer am Montags-Club leiden aber auch unter Gewichtsproblemen, weshalb Kottek eine eigene Gruppe zu diesem Thema gründen wollte. Im Mittelpunkt stehen neben der richtigen Ernährung und regelmäßiger Bewegung übrigens auch gute Stimmung und Humor. „Der Rest kommt mit der Zeit, das ist das Ziel.“

Das nächste Treffen

findet am Dienstag, 2. Februar, im Franziskuszentrum der Caritas statt. Beginn ist um ab 19 Uhr im Raum „Franziskus“ (1. Obergeschoss links).

Silke Scheder

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Hans Söllner live auf dem Summer Village
Hans Söllner live auf dem Summer Village
Kollision in Bad Heilbrunn: Drei Verletzte
Ein Kochler (80) gerät auf die Gegenfahrbahn, streift einen entgegenkommenden Wagen und kracht dann frontal in einen weiteren. Die Unfallbilanz in Bad Heilbrunn am …
Kollision in Bad Heilbrunn: Drei Verletzte
Toni Lautenbacher und Regina Danner gewinnen Hohenburger Schlosslauf
Toni Lautenbacher und Regina Danner gewinnen Hohenburger Schlosslauf
Wunsch an die Beurer „Flugschüler“: Immer die richtige Höhe halten
22 Schüler der Mittelschule Benediktbeuern haben den Quali bestanden - fünf davon mit einer 1 vor dem Komma.
Wunsch an die Beurer „Flugschüler“: Immer die richtige Höhe halten

Kommentare