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Ein Gemeinschaftswerk ist die neue Chronik von Bad Tölz, die jetzt von den Haupt-Mitwirkenden präsentiert wurde (v. li.): Claus Janßen (Historischer Verein), Elisabeth Hinterstocker (Stadtmuseum), Stephan Bammer (Autor), Manuela Strunz (Stadtarchiv), Christof Botzenhart (Historischer Verein / Lektorat) und Sebastian Lindmeyr (Stadtarchiv).  

Präsentation im Rathaus 

Neue Tölzer Chronik ist selbst ein historisches Ereignis

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Im  Rathaus wurde nun „Eine kurze Geschichte von Bad Tölz“ vorgestellt.

Bad Tölz In 56 Jahren könnte Bad Tölz sein 1000-jähriges Bestehen feiern. Zumindest, wenn man eine neue Erkenntnis zu Grunde legt, die in „Eine kurze Geschichte von Bad Tölz“ enthalten ist. Autor Stephan Bammer zitiert hier nämlich eine bislang unbekannte Ersterwähnung des Orts aus dem Jahr 1073 – damals unter dem Namen „Reginbrechtisried“. Wie Bammer nun bei der Präsentation der Chronik erklärte, hat die Reichersbeurer Historikerin Dr. Irmtraut Heitmeier die Ersterwähnung auf einer Urkunde zufällig entdeckt. „So ein genaues Datum hatten wir bisher noch nicht“, hob Bammer hervor.

Die Buchvorstellung, zu der rund 150 Interessierte gekommen waren, war ihrerseits fast schon ein historisches Ereignis. Denn es handelte sich um die erste Veranstaltung im Sitzungssaal des neuen Rathaus-Anbaus. „Hier wurde bis zur letzten Minute gearbeitet“, berichtete Bürgermeister Josef Janker und zeigte sich überzeugt: „Neben der Fußgängerzone als schönstem Festsaal des Oberlands haben wir jetzt auch den schönsten Sitzungssaal des Oberlands.“

Und dann ist natürlich vor allem das Erscheinen der Chronik ein besonderes Ereignis. Claus Janßen, Vorsitzender des Historischen Vereins, bezeichnete es gar als „Wunder, dass die seit Jahrzehnten gewünschte Chronik jetzt druckfrisch vor uns liegt“. Dem Bürgermeister überreichte Janßen symbolisch 2000 Euro, mit denen der Verein die im Auftrag des Stadtrats entstandene Chronik unterstützt.

Dem Autor Stephan Bammer war es wichtig zu betonen, dass es sich bei der Chronik um ein „Gemeinschaftswerk“ handle. Denn ein Fachbeirat hatte den Text intensiv mit ihm diskutiert. „Dabei musste Stephan Bammer einiges aushalten“, resümierte Janßen, „etwa wenn die Tölzer Übermacht ihm Lenggrieser Lokalpatriotismus vorwarf.“ Und Bammer sei die „schmerzhafte Kunst des Kürzens“ abverlangt worden. Denn die neue Chronik komprimiert die Tölzer Geschichte auf 88 Seiten. Je eine Doppelseite behandelt ein geschichtliches Kapitel. „Das kann manchmal Jahrhunderte umfassen, manchmal nur einen Tag“, so Bammer. Letzteres gilt für den 5. Mai 1453, als der gesamte Markt abbrannte. Unklar ist, ob an diesem Tag auch die Tölzer Burg den Flammen zum Opfer fiel.

Bei der Präsentation stellte Bammer dem Publikum jede Doppelseite vor. Illustriert mit 170 Bildern geht es da etwa um schwere Zeiten, wie den Einfall schwedischer Soldaten im 30-jährigen Krieg oder die Pestepidemie, aber auch um das „Jahrhundert der Winzerer“ (1454-1543), die Leonhardifahrt, das Brauwesen, den Kurbetrieb, die Prägung des Stadtbilds durch Gabriel von Seidl bis hin zur NS-Zeit.

Die Chronik ist für 15 Euro in der Tourist-Info sowie im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-00- 056827-5).

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