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Bleibt vorerst das einzige Klo am Bürgergarten: Das alte Toilettenhäuschen auf dem Weg zum Schloßplatz-Parkplatz. 

Neue WC-Anlage lässt auf sich warten

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Bad Tölz - „Was für eine furchtbare Toilette bieten Sie ihren Gästen hinter dem Rathaus“, beschwerte sich im Herbst 2013 ein Urlauber bei der Stadt. Und er war nicht der einzige. 

Am Wochenende feierte der SV wieder sein beliebtes Sommerfest im Bürgergarten. Natürlich waren auch mobile Dixi-Klos aufgestellt. Zum einen wegen der vielen Besucher. Zum anderen, weil die Bürgergarten-WC-Anlage nicht den allerbesten Ruf hat, wie Bürgermeister Josef Janker ohne weiteres einräumt und dafür nicht zuletzt den Nichtsesshaften-Treffpunkt auf den Bänken vor dem alten Toilettenhäuschen verantwortlich macht.

Lösung gesucht. Der vor einem Jahr beschlossene Neubau eines hochmodernen, selbstreinigenden WCs wird dennoch nicht realisiert. Im Juni 2015 hatte sich der Bauausschuss nach längerer Diskussion darauf geeinigt, dass die Mauer zwischen Bürgergarten und Rathaus zurückversetzt wird und dort das stille, aber gut sichtbare Örtchen mit drei Einzeltoiletten und Wartungsraum platziert wird. Das 7:6-Stimmergebnis deutet aber schon an, dass diese Lösung nicht der Weisheit letzter Schluss war.

Auch der ersatzlose Abriss des zwar maroden, aber am Ende der Brücke optisch durchaus gefälligen kleinen Baukörpers (jetzt Toilettenhäuschen) wollte nicht jedermann einleuchten. Eine Sanierung des Altbestands wäre nach Meinung Jankers indes „unsinnig“ gewesen. „Oids Glump“, urteilt der ehemalige Bauunternehmer über das historische Gebäude, das einst wohl zum Biergarten gehörte.

Das fast 250 000 Euro teure neue WC-Projekt wurde von der Rathausführung also gekippt. Nun wird es nach den Worten von Janker 2017 oder sogar 2018, bis die Stadt für die kleinen und großen Bedürfnisse ihrer Besucher eine ganz neue Lösung präsentieren wird.

Die schaut dann so aus, dass das bestehende Toilettenhäuschen abgerissen wird. Dann werde sauber fundamentiert und ein Neubau mit Keller hingestellt, in dem die moderne WC-Technologie eingebaut wird. Dass es ein Hightech-Klo mit Selbstreinigung und viel Edelstahl sein muss, daran lässt der Bürgermeister keinen Zweifel. „Es gibt unglaubliche Saubären“, sagt er. Das könne man dem Reinigungspersonal kaum zumuten.

Die Säuberung der öffentlichen Toiletten sei ein Riesenproblem und könne ohnehin nur noch durch Kombination mit anderen Aufträgen vergeben werden.

Und was tun die Urlauber und Tagesgäste bis dahin? Sie müssen auf die anderen öffentlichen WCs zum Beispiel am Parkhaus, am Isarkai und im Durchgang des alten Rathauses ausweichen, die zum Teil freilich auch in die Jahre gekommen sind. Am Sportplatz Peter-Freisl-Straße steht bereits ein 190 000 Euro teures Hightech-WC der neuesten Generation. „Das hat sich bewährt“, sagt Janker. Er hält die Gesamtsituation nicht für optimal, verweist aber darauf, dass eine Stadt wie Freising genau ein einziges öffentliches WC besitzt. Die Tölzer Stadträte waren vor Kurzem zur Klausur in der Domstadt und hatten diese Tatsache mit einigem Erstaunen zur Kenntnis genommen.

Im Übrigen gibt es ja noch die Aktion „Nette Toilette“, wie Janker sagt. Bestimmte zentrumsnahe Gaststätten öffnen Tölz-Besuchern gegen eine kleine Entschädigung von Seiten der Stadt ihre Toiletten. Ein Aufkleber weist auf diese Möglichkeit hin.

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