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Der neu gewählte Vorstand des Tölzer Ortsvereins der SPD (v. li.): Vorsitzender Michael Ernst, Schriftführerin Camilla Plöckl, Kassierin Monika Singer und der stellvertretende Vorsitzende Willi Streicher.

Neuwahl im Ortsverein

Neuer Chef der Tölzer SPD wünscht sich mehr Dialog mit den Bürgern

Bei der Tölzer SPD geht es weiter: Der Ortsverein wählte Michael Ernst zum neuen Vorsitzenden. Der wünscht sich mehr Dialog.

Bad Tölz – „Den Dialog mit den Bürgern suchen, um zu erfahren, was sie bewegt und was sie sich von ihren Stadtvertretern wünschen – das ist mir sehr wichtig.“ Mit diesen Worten umriss Michael Ernst, der neu gewählte Vorsitzende des Tölzer SPD-Ortsvereins, dass für ihn auch in der Kommunalpolitik die „Kommunikation“ an erster Stelle steht.

Bei den Neuwahlen in der Jahresversammlung am Mittwochabend wurde die Vorschlagsliste für den Vorstand von den 21 Parteimitgliedern zu 100 Prozent angenommen. Ernst zur Seite steht als Stellvertreter somit Stadtrat und Fraktionsvorsitzender Willi Streicher, Schatzmeisterin Monika Singer und Schriftführerin Camilla Plöckl. Als Beisitzer wurden Christian Singer, Florian Iszovics, Jan Tränapp, Josef Förster, Jürgen Renner, Manfred Plischke und Alexandra Schmidt in die erweiterte Vorstandschaft gewählt.

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Da Kati Koper, die vorherige Vorsitzende des Ortsvereins, berufsbedingt aus Bad Tölz weggezogen ist, übernahm ihr Stellvertreter Gerhard Schmolke den Rechenschaftsbericht. Dabei beleuchtete er auch kurz die jüngst erlittenen Schlappen bei Landtagswahlen: „In Bayern und Hessen sind wir sauber abgewatscht worden“, sagte Schmolke. „Das war ein heftiger Tritt in die Weichteile der Groko.“

Auf regionale Themen beschränkte sich Willi Streicher. Natürlich seien die drei Stadträte der SPD für bezahlbaren Wohnraum, betonte er. Aber der von ihm mitgetragene Stadtratsvorschlag zum Thema Hotelentwicklung am Bichler Hof „wäre der richtige Weg gewesen“. In dem Verfahren, das letztlich in einem Bürgerentscheid endete, seien freilich einige Dinge nicht ganz glücklich gelaufen. Da die Mehrheit der Bürger dafür stimmte, dass am Bichler Hof eine bauliche Entwicklung nur möglich ist, wenn der Eigentümer Grund an die Stadt abtritt, dieser das aber nicht will, „passiert mit der Fläche jetzt halt gar nichts“, so Streicher. Als weitere „Bausteine“ für bezahlbaren Wohnraum führte er das städtische Projekt an der Osterleite an. „Und an der Kohlstattstraße wird wohl die Baugenossenschaft Lenggries demnächst zu bauen anfangen.“ Weitere Möglichkeiten gebe es an der Arzbacher Straße, wo das geplante Hotelprojekt bereits gestorben sei. Zum geplanten Neubaugebiet „Zwickerhof“ sagte der Fraktionsvorsitzende: „Das einzige Problem, das dort noch diskutiert wird, ist die Zufahrt.“ Die Erschließung über die Heißstraße sei aber das einzig Sinnvolle, auch wenn das einigen Anwohnern verständlicherweise nicht gefalle.

Neben dem „Miteinander reden“ und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum hat sich der 38-jährige Bankkaufmann Michael Ernst, der zudem Zweiter Vorsitzender im Tölzer Turnverein ist, weitere Punkte auf die Agenda gesetzt: einen ausgeglichenen Stadthaushalt, die Förderung von Tradition, Vereinsleben, Kultur und Sport sowie den Kampf gegen die Politikverdrossenheit – vor allem bei den Jungwählern.  esc

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