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Kreis-Schulausschuss

Neuer Gesundheits-Zweig für die Tölzer Fachoberschule

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Damit die Tölzer FOS konkurrenzfähig bleibt, gibt es ab dem  Schuljahr 2018/19 einen neuen Gesundheits-Zweig. Eventuell soll die BOS folgen.

Bad Tölz – Das Kultusministerium prognostiziert für die Fachoberschulen einen Schülerrückgang – unter anderem durch die Wiedereinführung des neunstufigen Gymnasiums. Da zudem neue Fachoberschulen (FOS) in Starnberg, Garmisch-Partenkirchen und Waldram entstanden sind, sieht sich die Tölzer FOS zunehmendem Konkurrenzdruck ausgesetzt. Umso wichtiger sei es, den Standort zu stärken, sagte Landratsamts-Abteilungsleiter Wolfgang Krause am Montag im Kreis-Schulausschuss. Geschehen soll dies durch die Einführung des neuen Zweigs Gesundheit ab dem Schuljahr 2018/19 an der FOS und eventuell zu einem späteren Zeitpunkt auch an der Berufsoberschule (BOS).

Gegen letzteren Punkt regt sich allerdings Unmut im Nachbarlandkreis Miesbach. Er befürchtet mit der Einführung der neuen Ausbildungsrichtung an der BOS Tölz eine Schwächung seiner BOS Sozialwesen, die allerdings nur 60 Schüler besuchen. „Auf Dauer wird diese Minischule aber sowieso keine Überlebenschance haben“, sagte Landrat Josef Niedermaier (FW).

Vize-Landrat Thomas Holz (CSU) findet das Veto der Nachbarn mehr als ärgerlich. Schließlich habe es eine klare Absprache gegeben, sich nicht auch noch gegenseitig Konkurrenz zu machen. Tölz sollte demnach den Bereich Gesundheit beantragen, die Nachbarn den Zweig internationale Wirtschaft für den Standort in Holzkirchen. Auch wenn die Absprache mit dem Vorgänger des jetzigen Miesbacher Landrats Wolfgang Rzehak getroffen worden sei, „finde ich es ein starkes Stück, dass man sich nicht mehr daran gebunden fühlt“, wetterte Holz.

Diesen Standpunkt habe man auch im Gespräch mit Rzehak deutlich gemacht, betonte Krause. „Aber momentan ist vor allem die FOS für uns wichtig.“ Dennoch plädierte Klaus Trischberger (CSU) dafür, „im Beschluss unterzubringen, dass es hier eine alte Vereinbarung auch für die BOS gibt“.

Karl Murböck (CSU) hatte noch eine andere Sorge. „Die weitere Fachrichtung ist zu begrüßen. Aber zuletzt ging es immer um die Platznot an der FOS. Ist das geklärt?“ Niedermaier beruhigte: „Schon zum neuen Schuljahr wird die FOS drei Klassen weniger haben.“

Auch Schulleiterin Maria-Anna Grimm gibt Entwarnung. Die Räumlichkeiten würden ausreichen, sagt sie auf Anfrage. Der neue Zweig passe gut nach Bad Tölz. „Wir haben hier in der Region viele Betriebe im Gesundheitsbereich.“ Tatsächlich befinden sich zehn Prozent aller Arbeitsplätze bereits in dieser Branche, erläuterte Krause in der Sitzung.

Derzeit besuchen 730 Schüler die FOS/BOS. An der Fachoberschule können sie momentan die Zweige Wirtschaft, Technik und Soziales belegen. 2014 war zudem ein Kunstzweig angedacht. Da dafür aber – anders als beim Zweig Gesundheit – einige Fachräume nötig wären, scheitert dessen Etablierung derzeit laut Grimm am Platz. „Ganz gestorben ist er aber noch nicht.“

Der Ausschuss stimmte der Einführung des neuen Zweigs einstimmig zu.

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