„Wir für Tölz“: Falko Wiesenhütter (re.) stellte den Unternehmern das Tölzer Einzelhandels-Entwicklungs-Konzept der Stadt vor. Foto: esc

Händler-Vereinigung „Wir sind Tölz“

Neuer Name, alte Probleme

Der Name der Vereinigung „Wir für Tölz“ ist neu, die Probleme sind nahezu die gleichen geblieben. Dies mussten die Tölzer Einzelhändler jüngst bei dem Treffen erkennen, zu dem die Sparte „Handel“ des neuen Unternehmervereins geladen hatte.

Bad Tölz – Grundlage der Diskussion war das Einzelhandels-Entwicklungs-Konzept, das von der Stadt Bad Tölz im Jahr 2014 in Auftrag gegeben und von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) erstellt worden war. Vorgestellt hat das Konzept der Wirtschaftsförderer Falko Wiesenhütter. Das Konzept soll der Kommune die Möglichkeit geben, die Neuansiedlungen von Einzelhändlern zu steuern: „Dabei geht es in erster Linie nicht darum, was in der Stadt passiert, sondern darum, was auf der grünen Wiese nicht erwünscht ist.“ Also um Geschäfte, die ein innenstadtrelevantes Sortiment anbieten.

Insgesamt umfasst der Einzelhandels- und Dienstleistungs-Standort Bad Tölz laut GMA rund 240 Betriebe auf etwa 50 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Etwa 150 davon befinden sich im Innenstadtbereich auf eher kleinen Flächen. Dabei steht Tölz mit 2630 Quadratmetern pro 1000 Einwohner im Vergleich mit ähnlich großen Städten ganz gut da, sagt das Gutachten.

Ganz interessant dabei die Ergebnisse der Studie aus Befragungen etwa zur Parksituation. Während Einheimische beklagten, es gebe zu wenig Parkplätze im Innenstadtbereich, fanden Besucher von auswärts, dass die durchaus ausreichend seien. Mehr und vor allem Geschäfte mit mehr Auswahl wünschten sich die Kunden insgesamt in der Sparte Bekleidung. „Wir wissen selbst, dass ein großer Magnetbetrieb fehlt, aber da geht seit Jahrzehnten nichts“, beklagte Peter Wiedemann, Einzelhändler und Wirtschafts-Vertreter im Stadtrat.

Hierbei ging’s in erste Linie um das seit Jahren leerstehende ehemalige Postareal. „Aber wenn der Eigentümer nicht will, dann kann man nichts machen.“ Eine neue Möglichkeit sah hier Peter von der Wippel am Amortplatz im Gebäudekomplex Trachten Kirner samt angrenzender Kinoräume. Intensiv diskutiert wurde schließlich noch, ob der Wochenmarkt in die Marktstraße umziehen soll oder nicht. Die Gegner sahen hier logistische Probleme, durch den Lieferverkehr für die Geschäfte mit größeren Lkws. Wiedemann hingegen sagte: „Bei unserem Geschäft in Weilheim registrieren wir an dem Tag die stärkste Kundenfrequenz, wenn im Stadtzentrum Wochenmarkt ist.“

Nächstes Jahr muss der Tölzer Wochenmarkt sowieso in die Marktstraße umziehen, da am Fritzplatz umfangreiche Baumaßnahmen anstehen. Dies kommentierte Wiesenhütter: „Eigentlich kann der Stadt gar nichts Besseres passieren, als zu einer Testphase gezwungen zu werden.“

Von Ewald Scheitterer

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