Julia Pöckl dürfte noch überregional auf sich aufmerksam machen. Profi-Musiker Leonhard Schwarz unterstützt sie. Foto: botzenhart

Erstes Konzert im "Gasthaus" mit Leonhard Schwarz

Ein neuer Stern will entdeckt werden

Bad Tölz – Es war ein Debütabend, der hohe Erwartungen geweckt hat. Die Lenggrieserin Julia Pöckl hat mit Unterstützung von Gitarrist Leonhard Schwarz ihr erstes abendfüllendes Programm mit dem Titel „Weltgschichtn“ bestritten. Dafür bekam die Liedermacherin, die singt und Gitarre spielt, auf Anhieb tosenden Applaus im vollbesetzten Tölzer „Gasthaus“.

Komponist Schwarz betrat als Erster die Bühne und begann ohne Worte zu spielen. Pöckl kam kurz darauf dazu, setzte sich neben ihn und begann einfach zu singen. „Hauptsach, die Leidenschaft dafür stimmt“, hieß das Stück. Es erzählt von Gedanken junger Menschen zwischen Schulabschluss und Berufswahl. Ihre Stimme war auf Anhieb volltönend und einnehmend, nur ein kurzes aufgeregtes Zittern war einmal zu hören, dann war sie in ihrem Element, dem Singen, und nahm das Publikum vollkommen für sich ein. „Ich bin unglaublich nervös, deshalb hab ich zu allererst gesungen, um mich zu beruhigen. Das hat aber nicht funktioniert“, gestand sie nach ihrem ersten Lied. Alle Texte sind auf bairisch.

Das Publikum, auch bestehend aus Familie und Freunden, lachte warmherzig. Pöckl hatte es mit ihrer fröhlichen Ausstrahlung und ihrer Ehrlichkeit sofort für sich gewonnen. Die 26-Jährige hatte nie Gesangsunterricht. Alle Texte schreibt sie selbst – von ihren Weltreisen, von zuhause und von der Liebe. Verse wie „’as Ziel is a Ort, wo ma liabt und lacht. I bin erleichtert, weil i merk, i hab’s scho lang g’schafft“ oder „So jung komma nimma zam, aber hoffentlich fui älter“ berühren und bleiben im Gedächtnis.

Mit ihrer kräftigen Stimme, die unter die Haut geht und die sie in allen Tonlagen gekonnt einsetzt, füllt sie die Lieder mit großen Gefühlen. Ihr Talent verleiht außerdem dem Song über einen One-Night-Stand mit dem Titel „Unterschwellig hoiß“ eine umwerfende Erotik.

Wenn das Pech sie auf ihren Reisen verfolgte, verarbeitete Plöckl das mit feinem Humor und erzählte vor den Liedern die Geschichten dazu. In Neuseeland steckte das Auto im Bach fest, weil sie es in einem „gruseligen Wald“ nicht mehr aushielt. Oder sie schilderte ihre verzweifelte Jagd nach einem Bus, der sie von Bolivien nach Chile bringen soll mit dem Refrain „Grias Gott, Herr Busfahrer, fahr’n Sie heit no? Heit nimma, aber mir san scho ganz nah dro.“ Pöckl ist gelernte Touristikfachfrau und gerne weltweit unterwegs.

Gitarren-Profi Leonhard Schwarz war musikalisch der perfekte Partner für die junge Sängerin. Sein mitreißender Rhythmus und seine große Feinfühligkeit ergänzten die Lieder bestens. „Ohne den Leonhard wär das Programm für heute Abend nicht rechtzeitig fertig geworden“, dankte ihm die 26-Jährige. Schwarz sagte, nur wenige Melodien habe er ein wenig umgestellt. Die Lenggrieserin, genauer gesagt Fallerin, hat bereits Grundlagen für eine größere Karriere gelegt. Sie hat mindestens drei Lieder geschrieben, die zukünftig auf keinem ihrer Konzerte werden fehlen dürfen: „Dei Liad – du bist a Fels’n, i bin a Vogl“, „Hauptsach d’Leidenschaft stimmt“ und ihr allererster Song „Hinter Minga“.

Außerdem reist ihr ein noch kleiner Fanclub nach, der sie leidenschaftlich unterstützt. Und nicht zuletzt überzeugt Pöckl mit ihrer Stimme und ihrer großartigen Ausstrahlung. Nach dem Konzert bleibt diese noch lange im Kopf. Pöckl hat weitere Auftritte angekündigt, zum großen Glück für Fans. Hier kann man eine neue, großartige Sänger aus dem Oberland entdecken.  

Reinhören: Wer die Musik von Julia Pöckl kennenlernen will, kann im Internet auf der Seite www.soundcloud.com drei Stücke anhören. Im Suchfeld einfach „Julia Pöckl“ eingeben. (Birgit Botzenhart) 

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