Gründungssitzung der Bredlsportler in „Flos“ Garage (vorne, v. li.): Ruben Engel, Alexander Dörn, Florian Schuster (2. Vorsitzender), Christian Abel, (hi.) Toni Auer, Pablo Alvares, Julius Piwon, Maximilian Hecht und Vorsitzender Sebastian Goedereis.
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Gründungssitzung der Bredlsportler in „Flos“ Garage (vorne, v. li.): Ruben Engel, Alexander Dörn, Florian Schuster (2. Vorsitzender), Christian Abel, (hi.) Toni Auer, Pablo Alvares, Julius Piwon, Maximilian Hecht und Vorsitzender Sebastian Goedereis.

Gründungssitzung

Neuer Verein im Oberland vertritt Skater, Snowboarder und Surfer

  • VonWolfgang Stauner
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Der Landkreis ist um einen Verein reicher. Jüngst gegründet hat sich „Bredlsport Oberland“ mit Sitz in Bad Tölz, um der stark wachsenden Brettsport- und Freestyleszene eine Plattform zu geben. Er wendet sich an Skater, Snowboarder und Surfer.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Welcher Jugendliche oder Junggebliebene träumt nicht davon: eine eigene Skater-Rampe. Florian Schuster hat sich eine solche mit ein paar Freunden in seinem Rieder Hinterhof zusammengezimmert. Kurz vor dem zweiten Lockdown im vergangenen Herbst. „Als auch das Bauholz noch erschwinglich war“, scherzt Schuster, der sich mit seinen 34 Jahren eher zu den Junggebliebenen zählt. Seinen Sport liebt er heiß und innig. Dutzende Bretter, die fein säuberlich an der Garagenwand aufgereiht sind, legen davon Zeugnis ab.

Für Brettsport- und Freestyleszene des Oberlands bessere Bedingungen schaffen

Doch nicht nur Muskelkraft haben die neun motivierten Brettsportler in jenen Herbsttagen in ihren Traum gesteckt, sondern auch jede Menge Hirnschmalz, wie man diesen Individualsport populärer im Landkreis machen könnte. Herausgekommen ist der Verein Bredlsport Oberland mit Sitz in Bad Tölz, der sich gleichermaßen an Skater, Snowboarder und Surfer wendet. „Das wesentliche Anliegen des Vereins ist es, der stark wachsenden Brettsport- und Freestyleszene des Oberlandes eine Plattform zu geben und strukturell und kulturell bessere Bedingungen zu schaffen“, erläutert Schuster, der zugleich Zweiter Vorstand hinter Sebastian Goedereis ist.

Die offizielle Eintragung ins Vereinsregister ist erfolgt

Vor 25 Jahren hat der gebürtige Paderborner in seiner ehemaligen Heimat Ähnliches erfahren. „Da waren etliche Erwachsene, die im Hintergrund am Wachsen der Skater-Szene gearbeitet und uns unterstützt haben“, berichtet der Beurer. „Aber das habe ich als junger Kerl erst Jahre später realisiert. Nun sind wir die alten Hasen und können was in die richtige Richtung anschieben.“ Lange hat’s seit der Initialzündung im November gedauert, doch die Geduld hat sich ausgezahlt: Seit Kurzem ist der Verein offiziell auch im Vereinsregister des Amtsgericht München eingetragen.

Tölzer Skaterpark soll aufgepeppt werden

Da die Skaterparks in Waldram und Holzkirchen während der Pandemie geschlossen waren, durften die Jugendlichen lediglich im Tölzer Open-Air-Park neben der Kletterhalle ihrem Sport frönen. Schuster war selbst des Öfteren vorort. „Das ist ein Super-Park, und er war regelmäßig gut besucht. Aber man müsste den mal etwas aufpeppen.“ Ihm schwebt vor, dafür bei der Stadt anzuklopfen. „Vielleicht lässt sich da was anzapfen.“

Abgesehen von der Modernisierung vorhandener Infrastruktur hat sich der Verein die Förderung der Jugend auf die Fahne geschrieben. Ausflüge und Fahrgemeinschaften zu den Skaterparks in Innsbruck und München sollen organisiert und Workshops angeboten werden. Ein Augenmerk haben die Skater auch auf den ehemals jährlichen Skateboard Contest gelegt. „Den wollen wir wieder aufleben lassen.“ Wenn es Corona zulässt noch heuer, ansonsten spätestens im kommenden Jahr.

Nachfrage nach Individualsportarten ist gestiegen

„Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass die Nachfrage nach Individualsportarten wie Skateboarden in Zeiten von Restriktionen und eingeschränktem Vereinssport gestiegen ist“, hat der Vizevorsitzende beobachtet. Im Vergleich zu städtischen Regionen, in denen die Brettsport-Infrastruktur besser ist, als im Landkreis, muss dieser Umstand verbessert werden.

Nachdem seit 2021 Skaten und Surfen olympische Disziplinen sind und mit Tyler Edtmeyer einer der deutschen Olympia-Skater aus Lenggries kommt (wir berichteten), sei es an der Zeit, die wachsende Szene zu unterstützen und zu organisieren. „Brettsport“ betont Schuster, „ist keine Randerscheinung mehr, sondern längst in der Jugendkultur fest verwurzelt.“

Infos & Mitgliedschaft: www.bredlsport.de

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