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Neues Hotel in Bad Tölz: Investor Tien wagt mit Familie auch großen persönlichen Schritt

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Von: Andreas Steppan

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Familiensache: Investor Johannes Tien, seine Tochter Paula Joana und Hund „Amy“ auf der Baustelle auf der Wackersberger Höhe, wo das Hotel BergeBlick entsteht.
Familiensache: Investor Johannes Tien, seine Tochter Paula Joana und Hund „Amy“ auf der Baustelle auf der Wackersberger Höhe, wo das Hotel BergeBlick entsteht. © Hias Krinner

In Bad Tölz hat erstmals seit vielen Jahren der Bau eines neuen Hotels begonnen. Investor Johannes Tien erklärt die Pläne fürs „BergeBlick“ - auch seine persönlichen.

Bad Tölz – Hotels wurden in den vergangenen Jahren in Bad Tölz eher geschlossen als eröffnet. Prominentestes Beispiel war Ende 2014 der „Jodquellenhof“, insgesamt gingen laut Kurdirektorin Brita Hohenreiter „etliche hundert Betten verloren“. Jetzt wird erstmals seit langer Zeit ein neues Hotel errichtet. Entsprechend viel Aufmerksamkeit zieht das Projekt „BergeBlick“ von Investor Johannes Tien auf sich. Dieser Tage sind auf der Wackersberger Höhe die Bagger angerückt.

Hotel BergeBlick in Bad Tölz soll „kein rechteckiger Kasten“ werden

Viel Lärchen- und Eichenholz, Glas, eine Pergola auf mehreren Etagen, dazu viele umgebende Bäume, eine optische Verschmelzung mit dem Wald: Das soll laut Investor Johannes Tien das künftige Hotel „Bergeblick“ in Bad Tölz baulich auszeichnen. Es sei „kein Klotz, kein rechteckiger Kasten“, der hier entstehe, verspricht der Wackersberger bei einem Ortstermin.

Natur und Architektur sollen beim Hotel BergeBlick ineinander übergehen.
Natur und Architektur sollen beim Hotel BergeBlick ineinander übergehen. © Beham Architekten

Architektonisch soll das Areal Tiens Absicht unterstreichen: den Gedanken der Kur in Bad Tölz neu zu beleben und in die Jetzt-Zeit zu transportieren. „Die moderne Kur findet zwischen den Ohren statt“, meint er. Ein Urlaub im Hotel BergeBlick, so ist er überzeugt, diene der „Burnout-Prophylaxe“. Laut Tourismus-Chefin Hohenreiter bedient das neue Hotel ein Segment, das in Bad Tölz bislang so noch nicht vertreten ist: „hochpreisig und mit Wellness-Komponente“.

Eine Übernachtung im „BergeBlick“ in Bad Tölz wird knapp 200 Euro kosten

Bis zu 100 Gästen wird das „BergeBlick“ Platz bieten, in 36 Doppelzimmern, acht Suiten sowie drei „Lodges“. Das sind kleine Häuschen in der Dimension von „Tiny Houses“ jeweils mit Terrasse und eigenem kleinen Pool. Für die Gesamtheit der Gäste gibt es vor dem Hauptgebäude einen „Infinity-Pool“.

Tien geht mittlerweile von einem Zimmerpreis von knapp 200 Euro pro Nacht aus. Betreiben will er das Hotel zusammen mit seiner Familie selbst. Dazu gehört für ihn, dass die Tiens in dem Gebäude leben und „immer präsent sind“, wie er sagt. „Wir glauben an das Projekt.“

Mit der Rekrutierung der voraussichtlich 40 bis 50 Mitarbeiter, darunter eines „Junior Managers“, wolle er etwa in einem halben Jahr beginnen. „Uns liegen jetzt schon Bewerbungen vor.“ Auch für den gastronomischen Bereich gebe es „erste Gespräche mit lokalen Anbietern“. „Ich hoffe aber auch darauf, dass die Gäste die Wirtshauskultur der Umgebung kennen lernen wollen.“

Hotel auf Wackersberger Höhe: Hauptgebäude soll im Spätsommer stehen

Die Bauvorbereitungen auf dem Gelände begannen bereits im Herbst. Jetzt, nach der Winterpause, stehe zunächst der Erdaushub für das Haupthaus an, erklärt Tien. Danach brauche der Baumeister geschätzt drei bis vier Monate, um aus Vor-Ort-Beton das zu bauen, was in dem unebenen Gelände in zwei Etagen unter der der Erdoberfläche liegen wird: Tiefgarage, Technikräume, einen Teil des Zimmertrakts.

Anschließend, so Tien, gehe es rasch vorwärts. „Alles was oberirdisch ist, wird mit Fertigteilen schnell aufgestellt sein.“ Pro Etage – Erdgeschoß sowie erstes und zweites Obergeschoß – rechnet Tien mit zwei bis drei Wochen. „Nach eineinhalb bis zwei Monaten steht das Haus also komplett“, sagt er. Den Winter über könne der Innenausbau mit Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärarbeiten vonstatten gehen.

Das Hauptgebäude werde 55 Meter breit und 20 Meter tief – die Pergola mit eingerechnet. Auf der unteren und der ersten Etage gebe es je einen Zimmertrakt aus Holzwänden und Decken aus Fertigbetonteilen. In Holzständerbauweise entstehe ein „öffentlicher Bereich“ mit Küche, Rezeption und Frühstücksraum. Im ersten Obergeschoß ist darüber ein Bereich für Schulungen, Tagungen und Co-Working-Angebote vorgesehen.

Rooftop-Bar im Hotel auch für Einheimische offen

Das zweite Obergeschoß beherbergt eine Wohnung für Familie Tien, Suiten und das, was der Investor als ein Alleinstellungsmerkmal des Hotels bezeichnet: eine Dachbar („Rooftop Bar“) mit Blick in die Berge. Im Innen- und überdachten Außenbereich stehen hier 80 Plätze zur Verfügung. „Diese Bar wollen wir auch für die Tölzer offen halten“, sagt der Investor. Gedacht sei dieser „tolle Fleck“, so Tien, um zu entspannen und abzuschalten, „nicht für Partys“, wie er betont. „Ich wurde schon gefragt, ob man hier Hochzeiten feiern kann.“ Die Antwort laute: nein. „Die Hotelgäste sollen hier nicht gestört werden.“

Neben dem Hauptgebäude entstehen auf dem Areal weitere Einheiten: der Spa-Bereich etwa, mit der Besonderheit eines Teils im Freien mit offenen Duschen, einem Heißwasserbottich („Hot Tub“) sowie einem kleinen kalten Becken mit der Anmutung einer „Gumpn“, in das das Wasser von oben herabriesele, so malt es Tien aus. „Bayerisches Zen“ nennt er einen geplanten Meditationsraum, in dessen Decke durch ein rundes Loch Tageslicht, aber auch Schnee oder Regen fallen können.

Das ehemalige „Forsthaus“ in Bad Tölz ist jetzt Ferienwohnung

„Und wenn ich ganz mutig bin, gehe ich noch mal eine halbe Etage tiefer zum Saunahaus“, sagt Tien. Hier findet sich eine offene Veranda mit fließendendem Übergang in die umgebende Landschaft, geeignet für Yoga- und Meditationsstunden.

In unmittelbarer Nachbarschaft steht übrigens schon jetzt eine Übernachtungsmöglichkeit für Urlauber zur Verfügung. Wie berichtet hat Tien das ehemalige Café Forsthaus erworben. Genutzt wird es nun als Ferienhaus für bis zu zehn Personen. Zudem gibt es auf dem Areal noch eine kleinere Ferienwohnung.

Dass Ferienhaus und benachbartes Hotel für Tien eine perfekte Symbiose ergeben, zeigt sich schon am Namen, unter dem er das ehemalige „Forsthaus“ nun vermarktet: „Ferienhaus BergeBlick deluxe“.

Tien Hotelprojekt war im Vorfeld auch auch manche Vorbehalte gestoßen. Dazu nahm er in einem Interview Stellung, das Sie hier nachlesen können.

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