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Auf dem Grundstück auf der Wackersberger Höhe (im Hintergrund) plant Johannes Tien (2. v. li.) ein Hotel. Die Grundidee erläuterte Architekt Sebastian Beham (li.) bei der Pressekonferenz mit (ab 3. v. li.) Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach, Bürgermeister Josef Janker und VIze-Bürgermeister Andreas Wiedemann.

Erste Planungen vorgestellt

Neues Projekt in Bad Tölz: Vier-Sterne-Hotel mit Wald- und Bergblick

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Die Stadt Bad Tölz hat ein 8400 Quadratmeter großes Grundstück auf der Wackersberger Höhe verkauft. Entstehen soll dort ein Vier-Sterne-Hotel. 

Bad Tölz – Das Areal auf der Wackersberger Höhe ist ein Sahnegrundstück. Im Rücken der Stadtwald, auf der anderen Seite der herrliche Blick in die Berge. Kein Wunder, dass Andrea und Johannes Tien ihr künftiges Vier-Sterne-Hotel „Bergeblick“ nennen wollen. Geplant sind in einem ersten Bauabschnitt 40 Doppelzimmer und Suiten sowie 20 Business-Zimmer. „Das sind große Einzelzimmer, die man im Bedarfsfall auch als Doppelzimmer nutzen kann“, erklärte der Wackersberger Unternehmer Johannes Tien am Dienstag bei einem Pressegespräch im Rathaus.

Zu diesem hatte die Stadt eingeladen, um den Verkauf des Grundstücks zu vermelden, aber auch, um die Freude über das geplante Projekt zum Ausdruck zu bringen. „Für mich persönlich ist das heute ein sehr glücklicher Tag“, sagte Kurdirektorin Brita Hohenreiter. Das geplante Hotel „passt zu Tölz wie die Faust aufs Auge“. Auch Kämmerer Hermann Forster befand, „dass es ein Glücksfall für uns ist, wenn das so realisiert wird“. Der designierte Stadtbaumeister Florian Ernst sah darin „ein spannendes Projekt“ und sprach mit Blick auf die Architektur von einem „mutigen, klaren, durchdachten und einzigartigen Entwurf“.

Neues Hotel: Geplant ist „ein moderner Holzbau – nichts Jodlerisches“

Für den zeichnet der Dietramszeller Architekt Sebastian Beham verantwortlich. Ihm gehe es darum, „die Stärken des Orts in das Konzept miteinzuarbeiten“. Eine davon ist für ihn der nahe Wald. „Wir wollen ihn integrieren und mit der Anlage verweben“, sagte Beham. Das Hotel solle sich praktisch „auflösen in der Landschaft“. Dazu gehört auch, dass sich das geplante Gebäude dem Gelände anpasst – nicht umgekehrt. Durch mit Bäumen bepflanzte Innenhöfe könne beispielsweise die Natur auch in das Hotel gebracht werden. Draußen möchte Johannes Tien dazu viele kleine Wohlfühloasen zum Sitzen, Liegen und vor allem zum Entspannen in der Natur schaffen. Angedacht ist insgesamt „ein moderner Holzbau – nichts Jodlerisches“, betonte Beham – mit Tiefgarage, Erdgeschoss und zwei Obergeschossen samt Dachterrasse.

„Komm rauf um runterzukommen“, ist der Slogan der für das neue Hotel Garni stehen soll. Gäste auf der Suche nach Entschleunigung sollen genau diese im „Bergeblick“ finden. Statt auf klassische Wellness setze man auf „Natureness“, betonte Tien. Die Gäste sollen also die Natur erfahren – beim Entspannen, beim Wandern, Spazierengehen, Waldbaden und vielem mehr. Tien sieht hier „ein Riesenpotenzial“. Ihm sei aber auch wichtig, „nicht nur Betten zu verkaufen, sondern jedem Gast etwas mitzugeben“, das ihm auch zu Hause helfe, die Natur wieder bewusster wahrzunehmen. „Wir wollen den Gast berühren, binden und einen Erlebnis-Mehrwert schaffen“, sagte Tien.

Johannes Tien: „Wir gehen das Projekt in Demut an“

Er und seine Frau sind touristische Quereinsteiger. Johannes Tien ist gelernter Bankkaufmann, betrieb dann einen großen Versandhandel mit 350 Mitarbeitern, den er 2002 verkaufte. Seitdem begleitet er Start-ups im Handel. Seine Frau studierte BWL und war danach im Marketing tätig. Seit Jahren vermieten die beiden ein Ferienhaus. „Wir freuen uns auf die neue Herausforderung“, sagt Johannes Tien.

Zuletzt hatte die Familie ein Hotel im ehemaligen Strasserhof in Wackersberg geplant. Diese Idee war aber kürzlich an „unüberwindbaren Hindernissen“ gescheitert.

Das Projekt auf der Wackersberger Höhe steht noch ganz am Anfang. Das nötige Bebauungsplanverfahren wird vermutlich etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Auch die Erschließung mit Kanal und Wasser muss geregelt werden. Er selbst, sagt Tien, „würde natürlich am liebsten morgen anfangen. Aber wir gehen das Projekt in Demut an.“

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