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Tanja Hammerle freut sich auf die Wiedereröffnung in dem gut 100 Quadratmeter großen Raum an der Herderstraße.  

Eröffnung am 7. Mai

Neues Zuhause für das Tölzer Schenkräumchen

Lange haben sie nach einer neuen Bleibe gesucht – jetzt ist es soweit: Das Tölzer Schenkräumchen öffnet nach fünfmonatiger Pause wieder seine Türen – im Vorraum zum alten Herderbad. Neuer Vermieter ist Anton Hoefter.

Bad Tölz– Tanja Hammerle ist glücklich: „Hier ist es wie in einem echten Laden“, freut sich die 36-Jährige, auf deren Initiative hin vor drei Jahren die Institution des „Schenkräumchens“ in Bad Tölz gegründet wurde. Ausgemusterte Sachen, die man selbst nicht mehr braucht, finden dort einen neuen Besitzer. Alles gibt es kostenlos. Hammerle war selbst schon einmal in einer finanziellen Notlage und weiß, wie sehr ein paar eingesparte Euro in so einer Situation helfen können. „Dadurch kann man sich vielleicht auch mal einen Kinobesuch mit den Kindern leisten oder auch nur ein Eis.“

Und die Tölzer haben den Schenk-Laden, der seinen Anfang in einer Garage der evangelischen Gemeinde hatte, gut angenommen. Doch in der Vergangenenheit gab es auch immer wieder Ärger, vor allem, als Hammerle und ihre neun ehrenamtlichen Helfer den Laden in der Klammergasse bezogen hatten. Anwohner, Passanten, aber auch andere Kunden kamen nicht mit dem Ansturm der Asylbewerber klar, die sich dort mit Kleidung oder Hausrat versorgten und teilweise schon weit vor den Öffnungzeiten auf der Straße warteten. Auch die Maßnahmen, die daraufhin getroffen wurden, halfen nichts, dem Schenkräumchen wurde gekündigt.

Die Suche nach einer neuen Bleibe begann. Das Problem: Der Laden finanziert sich durch Spenden, es kann keine teure Miete bezahlt werden. Doch der evangelische Pfarrer Martin Steinbach gewann Jod-AG-ChefAnton Hoefter für die gute Sache. Der überließ Hammerle den weit über 100 Quadratmeter großen Raum samt Stuckblumen an der Decke, alter Wanduhr und dem Flair vergangener Zeiten. Miete verlangt er keine, nur die Nebenkosten müssen bezahlt werden. Der Raum an der Herderstraße bietet große Vorteile gegenüber dem alten Domizil: Nicht nur, dass er viel größer ist; es gibt außerdem einen Lagerraum, einen eigenen Parkplatz und eine Heizung. Nötige Renovierungsarbeiten hat in den vergangenen Monaten Hammerles Ehemann Josef vorgenommen. Die Treppe wurde ausgebessert, eine Rampe für Rollstuhlfahrer und für die Anlieferung der Ware gebaut, Leitungen und Waschbecken sind repariert.

„Wir haben alles außer Blumentöpfe und Medikamente“, freut sich Hammerle und deutet auf die gut gefüllten Regale und Verkaufstische. Kleidung, Kindersachen, Kaffeemaschinen, Geschirr, Bettwäsche, Bücher, CDs, Lampen , Tierkäfige – alles ist gut erhalten und gepflegt. „Schön langsam merkt man, dass die Leute sorgsamer mit den Dingen umgehen“, sagt die dreifache Mutter. „In unserer Wegwerfgesellschaft findet vielleicht so was wie ein Umdenken statt.“ Dennoch bleiben genügend Dinge übrig, die einen neuen Besitzer suchen – und genügend Menschen, die sich darüber sehr freuen. Jetzt hofft Hammerle noch, dass es mit der neuen Nachbarschaft keine Probleme gibt. Ihr Appell: „Falls jemanden etwas stört – bitte ansprechen. Wir versuchen immer, eine Lösung zu finden.“

Weitere Infos

Die Neueröffnung des Schenkräumchens ist am Montag, 7. Mai, von 10 bis 13 Uhr. Alle Interessierten sind willkommen und werden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Die Öffnungszeiten sind Montag von 17 bis 19 Uhr und Freitag von 10 bis 13 Uhr (nur für Einheimische) sowie Mittwoch von 17 bis 19.30 Uhr für jedermann. Warenannahme ist samstags von 10 bis 13 Uhr. Infos gibt es auf der Facebook-Seite des Schenkräumchens sowie via Mail an brotzeit81@gmx.de. Ines Gokus

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