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Rund 200 Wirtschaftsvertreter aus den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach verfolgten die Diskussion über die Dachmarke „Münchner Oberland“ beim Neujahrsempfang im Tölzer Kurhaus. 

Neujahrsempfang von Wirtschaftsforum und SMG

Gemeinsam stark als „Münchner Oberland“

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Bad Tölz/Miesbach - Es soll eine Marke werden, das "Münchner Oberland". Vorbilder sind Allgäu und Tirol. Beim Neujahrsempfang diskutierte das Wirtschaftsforum über das Label.

Schon der Veranstaltungsort war bezeichnend: Nachdem das Wirtschaftsforum Oberland in den vergangenen Jahren immer nach Wolfratshausen zum Neujahrsempfang eingeladen hatte, trafen sich die rund 200 Wirtschaftsvertreter am Dienstag im Tölzer Kurhaus. „Tölz ist genau gleich weit weg vom nördlichen Landkreis und vom Landkreis Miesbach“, erläuterte Reinhold Krämmel, Aufsichtsratsvorsitzender des Wirtschaftsforums. Und genau mit den Nachbarn im Osten soll die Zusammenarbeit künftig intensiviert werden. Das zeigte sich schon bei der Einladung zum Empfang, die gemeinsam mit der Standortmarketing-Gesellschaft Miesbach (SMG) erfolgte.

Ziel ist es, eine gemeinsame Dachmarke zu etablieren und die gesamte Region unter dem Label „Münchner Oberland“ besser zu vermarkten. „Wir sind schon gut vorangekommen. Aber gemeinsam mit Ihnen wollen wir den Durchbruch schaffen“, sagte Krämmel zu den Zuhörern. Als Vorbild dient hier beispielsweise das erfolgreiche Regionalmarketing im Allgäu oder in Tirol. Wer an das österreichische Bundesland denkt, hat sofort das rot-weiße Logo vor Augen. Dass diese Marke heute das ist, was sie ist, dafür sorgte auch Robert Trasser, ehemaliger Markenbeauftragter der Tirol-Werbung. In seinem Vortrag ging es unter anderem darum, wie Marken wirken – inklusive kleiner Experimente. Beim Erkennen verschiedener Baumarten anhand der Blätter taten sich die meisten schwer, Logos von McDonald’s oder Red Bull identifizierten alle sofort.

Allerdings ist Bekanntheit allein noch kein Garant für Erfolg. „Es gibt Dinge, die sind bekannt, aber nicht begehrt.“ Beispielsweise dürfte sich die Freude in Grenzen halten, wenn „ich Ihnen eine 14-tägige Flugreise nach Fukushima schenke“.

Diskutierten über das Regionalmarketing (v. li.): der Tölzer Landrat Josef Niedermaier, SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid, Markenberater Robert Trasser, der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak und Reinhold Krämmel vom Wirtschaftsforum Oberland.

Die Bekanntheit der Region Bad Tölz/Miesbach sei groß. An der Begehrtheit könnte allerdings gearbeitet werden, so Trasser. Wichtig sei dafür die Entwicklung eines klaren Profils und die Einbeziehung aller Partner – vom Tourismus bis zur Wirtschaft. Ohne Vernetzung gehe es nicht in Zeiten „anspruchsvoller werdender Kunden und dem gleichzeitigen Diktat leerer Kassen“. Hier seien die beiden Landkreise auf dem richtigen Weg. „Brennen Sie für das Münchner Oberland – dann können Sie auch bei anderen das Feuer entzünden“, riet er den Zuhörern.

Die Marke „Münchner Oberland“ findet Trasser „spitze. Sie vereint das beste aus beiden Welten: Mit München assoziiert man den Flughafen, den FC Bayern und mit Oberland einen Erholungsraum. Da gibt’s Schlimmeres.“ SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid stimmte ihm zu. „Klar nervt München manchmal, aber die Nähe dazu ist ein Riesenvorteil.“

Auch der Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak findet die Marke gut – zumal sie dazu dienen könnte, die Konflikte zwischen den Tourismusverbänden in seinem Kreis zu lösen. „Es geht nicht um den Schliersee oder den Tegernsee. Es geht darum, das Münchner Oberland gemeinsam zu verkaufen.“ Hier könnten Tölzer Land und Miesbach voneinander profitieren und Defizite gegenseitig ausgleichen. Trasser gab ihm Recht. Es sei aber wichtig, dass sich alle Beteiligten mit der übergeordneten Marke identifizieren. „Ein Ötztaler ist immer erst ein Ötztaler und ein Zillertaler ein Zillertaler. Am Ende des langen Tages sagen sie aber: Wir sind alle Tiroler.“

Dass im Nachbarland nicht alles gut läuft, darauf wies die Tölzer Stadträtin Margot Kirste hin. „Nicht nur cash macht fesch“, sagte sie mit Blick auf die eine oder andere zu massive Tourismus-Entwicklung. Rzehak sieht das ähnlich. „Es hat vielleicht auch sein Gutes, dass wir hinter Tirol zurück sind: So müssen wir nicht jeden Fehler nachmachen, haben eine intakte Landschaft und weniger Bausünden.“

Der Tölzer Stadtrat Michael Lindmair wünschte sich weniger kleine Schritte auf dem Weg zur Dachmarke, sondern eine mutige Umsetzung. „Jetzt müssen wir Gas geben“, stimmte ihm Krämmel zu. Landrat Josef Niedermaier steht hinter der Idee: „Ich wünsche uns im Münchner Oberland ein super Jahr. Packen wir die Idee 2016 an.“

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