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Umstritten: Abriss und geplanter Neubau des Sanatoriums Fruth an der Höckstraße.

Nichts Neues beim Baudenkmal

Das Tölzer Haus Fruth stand erneut im Mittelpunkt einer Beratzung im Bauausschuss.

Bad Tölz – Wenn’s in Verhandlungen der Politik bei Kernthemen nicht weitergeht, werden erst die Randaspekte ausdiskutiert und das große Ganze außen vor gelassen. An dieser Vorgehensweise hat sich nun Ernst Duttler mit seinem Bauvorhaben Sanatorium Fruth ein Vorbild genommen.

Im Bauausschuss wurde nun nicht etwa über den umstrittenen Abriss und Neubau des 90 Jahre alten Baudenkmals an der Höckhstraße gesprochen (wir berichteten), sondern nur über die nicht geschützten Anbauten und sonstigen Pläne auf dem doch sehr großen Areal. Im Herbst 2017 hatte Duttler zum Beispiel noch eine Tiefgarage bauen wollen, die im nördlichen Bereich deutlich aus dem Hangbereich herausgeschaut hätte. Auch wurde mit einem Anbau die Fluchtlinie deutlich überschritten. Zudem hatte er zwischen historischem Gebäude und Ersatzbau eines Nebengebäudes einen zweistöckigen Verbindungsbau vorgesehen, der Bauamt und Räten nicht gefallen hatte. All diese Mängel hatte Duttler in seiner Tektur nun beseitigt. „Er hat alles erfüllt, was wir gefordert haben“, meinte Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG), der die Sitzung leitete, anerkennend.

Der Ausschuss befürwortete ebenfalls mehrheitlich diese Randvorhaben des Vorbescheids. Der Abriss und Neubau des Hauptgebäudes wurde ausdrücklich nicht behandelt. Camilla Plöckl (SPD) stimmte dennoch dagegen und stellte die Frage in den Raum, ob das Baudenkmal es aushalten werde, wenn es, wie zuletzt vorgeschlagen, entkernt werden solle: „Gibt es da ein Gutachten, ob es das aushält?“ Stadtbaumeister Hannes Strunz musste verneinen. Zur Statik gebe es kein Gutachten.

Wie ansonsten der Stand der Dinge ist, ist derzeit schwer zu erfahren, da sich die Beteiligten in Schweigen hüllen. Es gab mehrere Gespräche zwischen Bauwerber, Landesamt für Denkmalpflege und Landratsamt und vor Kurzem einen Ortstermin. Im März hatten die Denkmalschützer nach eigenen Angaben noch „eine vollständige Entkernung des Baudenkmals abgelehnt, da das Gebäude dadurch seine Denkmaleigenschaft verlieren würde“.

Nach dem jüngst erfolgten Ortstermin gab das Landesamt für Denkmalpflege keine Stellungnahme mehr ab und verwies auf das Tölzer Landratsamt. Und die Sprecherin der Kreisbehörde, Marlis Peischer, gab auf Nachfrage die dürre Antwort, dass bei der Besprechung „auf die besonderen Denkmalwerte hingewiesen und über die Überarbeitung des Antrags gesprochen wurde. Die vollständigen Unterlagen hierzu liegen uns noch nicht vor.“ chs

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