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Amtsgericht

Nötigung an der Ampel

Bad Tölz - Er hat einen Linksabbieger am Moraltverteiler rechts überholt und dann ausgebremst. Nun wurde ein Taxifahrer wegen Nötigung zu 3600 Euro Geldstrafe verurteilt.

Die Geschichte bedient das Klischee des rücksichtslosen Taxifahrers: Weil der Wagen vor ihm nicht gleich losfuhr, als die Ampel auf Grün sprang, überholte ein Taxifahrer das Hindernis auf der rechten Seite. Unmittelbar danach scherte er wieder ein, um an der Einmündung zur B 13 nach links abzubiegen. Das missfiel dem inzwischen ebenfalls angefahrenen Spätstarter, wie dieser mittels Hupe deutlich machte. Daraufhin soll der Vordermann abrupt in die Bremse gestiegen sein. Das Auto dahinter konnte nicht mehr ausweichen und krachte ins Heck des Taxis. Dessen Fahrer musste sich nun wegen Nötigung vor dem Amtsgericht Wolfratshausen verantworten. Er wurde zu 3600 Euro Geldstrafe und einem Monat Fahrverbot verurteilt.

Der Vorfall ereignete sich am 17. März dieses Jahres gegen 21.20 Uhr am Ende der Lenggrieser Straße in Bad Tölz. Der Angeklagte begründete das ungewöhnliche Überholmanöver damit, dass bei dem Pkw vor ihm eine Tür auf der linken Seite offen gestanden habe. Im Glauben, dass jemand aussteigen wolle, sei er auf der anderen Seite vorbeigefahren. Das anschließende Bremsen sei situationsbedingt erfolgt, weil er links abbiegen musste, keineswegs um den anderen zu schikanieren. Auch habe er nicht bis zum Stillstand abgebremst.

Tatsächlich war der geschädigte Fahrer während des Ampelstopps kurz ausgestiegen. Er habe seinem vor ihm in der Autoreihe wartenden Trainer nur etwas ausgerichtet, erklärte der Freizeit-Kampfsportler, der nach dem Training auf dem Heimweg nach Gmund war. Sein Auto erlitt bei dem Crash einen Totalschaden.

Staatsanwaltschaft und Gericht gingen jedoch davon aus, dass der Taxifahrer wusste, was er tat. „Er hat gebremst, um den anderen wegen seines Verkehrsverhaltens zu maßregen. Das ist ein erheblicher Verstoß“, sagte die Staatsanwältin. Richter Helmut Berger folgte ihrem Antrag und verurteilte den Taxifahrer zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro. Allerdings verhängte Berger, weil der Angeklagte „einsichtig ist und Reue zeigt“, statt der geforderten drei Monate nur ein Fahrverbot für einen Monat.  

Rudi Stallein

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