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Nordspange: Hoffen auf die 2020er-Jahre

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Das Staatliche Bauamt wird in den kommenden Wochen einen geänderten Bauantrag zur Nordspange einreichen. Wird dadurch ein Baubeginn in drei Jahren möglich?

Bad Tölz – Auf dem weiten Weg zur Tölzer Nordspange geht es in Kürze wieder einen Schritt weiter. Auf Rückfrage des Tölzer Kurier bestätigt Martin Herda, der für den Landkreis zuständige Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Weilheim, dass die Behörde „in zwei bis vier Wochen“ bei der Regierung von Oberbayern die Tekturunterlagen einreichen werde. Das bedeutet, das Bauamt als planende Behörde stellt noch einmal einen abgeänderten Bauantrag.

Was dies für einen möglichen Baubeginn bedeutet, ist allerdings recht schwer kalkulierbar. Bis die ersten Autos über die Nordspange rollen, könnte es, ganz grob geschätzt, noch bis Mitte der 2020er-Jahre dauern.

Sobald die Tekturunterlagen eingereicht sind, „haben wir auf den weiteren Ablauf vorerst keinen Einfluss mehr“, sagt Herda. Es sei dann an der Regierung von Oberbayern, die Unterlagen zu prüfen. Fest stehe, dass die angepassten Planungen noch einmal öffentlich ausgelegt werden und Träger öffentlicher Belange sowie Betroffene abermals die Gelegenheit bekommen, Stellungnahmen dazu abzugeben.

Darauf wiederum hat das Staatliche Bauamt dann erneut zu antworten. Die Regierung von Oberbayern muss entscheiden, ob der Gesprächsbedarf noch einmal so groß ist, dass ein zweiter Erörterungstermin anberaumt wird, also eine Zusammenkunft, bei der die Einwendungen gegen die Planung vorgetragen, beantwortet und abgewogen werden.

Einen solchen (nicht öffentlichen) mehrtägigen Erörterungstermin gab es wie berichtet schon einmal im Herbst 2016. In der Folge musste das Staatliche Bauamt noch an ein paar Stellen nachbessern, etwa beim Lärmschutz oder der Gestaltung der Zufahrt von der Gaißacher Ortsverbindungsstraße auf die B 472 – bekanntlich hatte sich hier die Gemeinde Gaißach mit ihrem Wunsch nach einer Einfädelspur durchgesetzt.

Im Anschluss an den Erörterungstermin dauerte es dann deutlich länger als gedacht, bis die überarbeitete Planung fertig war. Der Chef des Staatlichen Bauamts, Uwe Fritsch, führte zur Erklärung an, dass einige der beauftragten externen Ingenieurbüros überlastet gewesen seien und Terminvorgaben nicht eingehalten hätten.

Zwischendurch machte der Tölzer Bürgermeister Josef Janker seinem Unmut über den schleppenden Fortschritt Luft. Aktuell geht er aber davon aus, dass das Projekt Nordspange in der Weilheimer Baubehörde tatsächlich „oberste Priorität“ genießt, wie ihm Fritsch versichert hatte. „Ich bin ein unverbesserlicher Optimist und hoffe schon, dass es jetzt zügig weitergeht“, sagt Janker.

Der nächste Meilenstein wäre der Planfeststellungsbeschluss, also die Baugenehmigung durch die Regierung von Oberbayern. „Wir hoffen, dass wir ihn noch dieses Jahr bekommen“, sagt Herda. „Danach würden wir in die Ausführungsplanung und parallel in den Grunderwerb einsteigen.“ Dieser Prozess könne noch einmal „zwei Jahre in Anspruch nehmen“. Einen reibungslosen Ablauf vorausgesetzt, wäre somit das Ende des Jahres 2020 erreicht. Janker geht davon aus, dass die Bauzeit selbst zwei bis drei Jahre dauert.

„Was die Sache noch einmal zeitlich in die Länge ziehen könnte, wären Klagen gegen den Bau“, gibt Herda zu bedenken. Hierzu führt Janker allerdings ins Feld, dass bei anderen großen Straßenbauprojekten auch schon mit dem Bau begonnen wurde, bevor über anhängige Klagen entschieden wurde. Ob ein solcher „sofortiger Vollzug“ in Frage kommt, habe vorab das Gericht zu prüfen.

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