Im großen Bogen vom Maxlweiher ums Lettenholz und die General-Patton-Straße herum bis vor Greiling soll die geplante Nordspange einmal führen. Im Text finden Sie einen Link zum pdf des Bildes.

Bundesverkehrswegeplan

Nordspange weiter ganz oben auf Hitliste

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Bad Tölz - Für den Bund hat die Tölzer Nordspange weiterhin „vordringlichen Bedarf“. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan hervor. Ein Datum für einen Baubeginn möchte trotzdem noch keiner nennen.

 „VB“: Das sind die entscheidenden Buchstaben, die im Bundesverkehrswegeplan vermerkt sein sollten, damit ein Straßenbauprojekt Aussicht auf Finanzierung durch den Bund hat. „VB“ steht für „vordringlicher Bedarf“. Und der wurde von Seiten des Verkehrsministeriums einmal mehr für die Tölzer Nordspange festgestellt. „Wenn es anders gekommen wäre, würde sich der Spaß aber auch aufhören“, sagt der Tölzer Bürgermeister Josef Janker.

Tatsächlich herrschte kaum ein Zweifel daran, dass die Umgehungsstraße ihren Platz in der obersten Kategorie der „Hitliste der Straßenbauprojekte“ des Bunds behalten würde. Viel zu weit fortgeschritten ist das Vorhaben schon, als dass sich daran noch etwas ändern könnte.

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Seit August 2014 läuft wie berichtet das Planfeststellungsverfahren – also der bürokratische Prozess, an dessen Ende die Baugenehmigung für das 2,7 Kilometer lange Straßenstück stehen soll. Im Zuge dieses Verfahrens sind bei der Regierung von Oberbayern rund 100 Einwände gegen die Planung eingegangen. Hauptsächlich verweisen Bürger darin auf die Themen Lärmschutz, Schadstoffbelastung oder Wertminderung ihrer Grundstücke. „Die Einwendungen sind jetzt weitgehend bearbeitet“, erklärt Michael Kordon, Chef des Staatlichen Bauamts in Weilheim. Voraussichtlich bis nach den Osterferien habe seine Behörde Antworten und Lösungsvorschläge für alle Einwände bereit. Diese werden dann bei einem öffentlichen Erörterungstermin mit den Betroffenen behandelt. Kordon könnte sich vorstellen, dass es noch vor der Sommerpause der Fall ist. Anberaumen muss den Termin aber die Regierung.

Dass der Bund die Nordspange jetzt wieder in den „vordringlichen Bedarf“ einstufen will, bedeutet für Kordon lediglich eins: „dass wir weiterhin intensiv planen können“. Anders verhält es sich bei den Straßenbauprojekten, die unter die Rubrik „weiterer Bedarf“ fallen. „Alle diese Vorhaben werden bei uns in der Regel nicht weiterbearbeitet, sondern bleiben liegen.“ Dazu gehört etwa die Ortsumfahrung von Bad Heilbrunn, die somit in absehbarer Zeit keine Aussicht auf Verwirklichung hat.

Und wann rollen die Bagger für die Nordspange an? Über den Daumen kalkuliert Janker, dass die Baugenehmigung bis Jahresende vorliegt und dass danach Klagen dagegen eingereicht werden. „Die werden aber nur einen zeitlichen Aufschub bedeuten, denn ich gehe davon aus, dass die Planungen rechtlich wasserdicht sind.“ Unter Umständen könnte dann 2019 mit dem Bau begonnen werden – „rein theoretisch“.

Auch was der Bau kostet, lässt sich noch nicht genau sagen. 23,5 Millionen Euro nimmt das Verkehrsministerium derzeit an. Kordon spricht von einer „relativ hohen Kostensicherheit“. Es sei mit keiner derart weitgehenden Umplanung mehr zu rechnen, dass es viel teurer oder billiger wird. Generell aber könne es mit den tatsächlichen Kosten – je nach Ausschreibungsergebnis – immer „20 Prozent rauf oder runtergehen“.

Nicht zu rütteln ist daran, dass der rechnerische Nutzen der Umgehung die Kosten übersteigt. Dieses Verhältnis liegt laut Bundesverkehrswegeplan bei 2,3. „Das bedeutet, dass jeder eingesetzte Euro das 2,3-Fache wert ist“, so Janker. „Bei dieser Rendite kann man nur sagen: Machen!“

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