Viele Zuschauer eng aneinandergedrängt: Bei der Tölzer Leonhardifahrt kommen bis zu 20 000 Besucher. 
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Viele Zuschauer eng aneinandergedrängt: Bei der Tölzer Leonhardifahrt kommen bis zu 20 000 Besucher. 

Corona-Auswirkungen 

Was wird heuer aus der Tölzer Leonhardifahrt und dem Christkindlmarkt? 

Die Fragen häufen sich. Wird Leonhardi angesichts der Corona-Bedrohung stattfinden? Was ist mit dem Christkindlmarkt? Die Stadt als Organisator kann derzeit nur die Schultern zucken.

Bad Tölz – Alles ist in der Schwebe. Aber: „Noch gibt es seitens der Stadt Bad Tölz keinen Grund, die Leonhardifahrt oder den Christkindlmarkt  zu streichen“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Rathauses. Die Rechtslage ist klar. Noch gilt das von der Bundesregierung empfohlene und von der Bayerischen Staatsregierung erlassene Verbot von Großveranstaltungen. Sie dürfen bis zum 31. Oktober wegen der möglichen Ansteckungsgefahren nicht stattfinden.

Auf dieses Verbot bezieht sich auch Bürgermeister Ingo Mehner und stellt fest: „Eine Einschätzung, ob und inwieweit dieses Verbot im Anschluss aufgehoben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht möglich.“ Entscheidend werde sein, welcher rechtliche Rahmen vom Freistaat Bayern ab November gesetzt wird. Aktuell bereitet sich die Stadt auf unterschiedliche Szenarien vor. Man denke zum Beispiel über Hygiene- und Schutzkonzepte für Leonhardifahrt und Christkindlmarkt nach.

Bei manchen herrscht Skepsis 

Beim Tölzer Leonhardilader Ludwig Bauer herrscht derweil eher Skepsis vor. „Wenn man sieht, wie jetzt die Infektionszahlen wieder steigen, da bin ich eher pessimistisch.“ Es kämen bei der Wallfahrt einfach zu viele Menschen auf engem Raum zusammen. Auch die Rosserer, die er kenne, würden eher davon ausgehen, dass heuer keine Wallfahrt stattfindet. Immer wieder wird auch über eine abgespeckte Version der Wallfahrt gesprochen. „Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Bauer. Tatsächlich wird die Zeit langsam knapp. Normalerweise tritt der Leonhardiausschuss ungefähr im Juli erstmals zusammen, um die Organisation der Fahrt zu besprechen. Ab September werden die Fahrer geladen. „Da schaut aber heuer noch gar nichts her“, sagt der frühere 3. Bürgermeister.

Gemeinsame Standards für Christkindlmärkte

Und wie schaut es aus beim Nachbarn Benediktbeuern, wo die zweite große Leonhardifahrt im Landkreissüden stattfindet? Man habe noch nicht getagt in der Sache. Aber für ihn persönlich „schaut es stark nach Absage aus“, sagt der Beurer Bürgermeister Toni Ortlieb. „Leider.“ Wenn die Staatsregierung nach dem 31. Oktober Grünes Licht gäbe, wären Bad Tölz und Benediktbeuern die ersten überregionalen Großveranstaltungen und stünden im Brennpunkt. Die Fuhrleute und Teilnehmer ließen sich wohl noch als Gruppe handeln. Die Zuschauer aber kämen von überall her. Das sei kaum zu kontrollieren.

Zurück nach Bad Tölz, wo Kurdirektorin Brita Hohenreiter die Sorgenfalten auf der Stirn ihres Chefs Ingo Mehner nachvollziehen kann. Die Leute lechzten nach der langen Corona-Auszeit nach Normalität und dem Besuch attraktiver Veranstaltungen. Hotellerie und Gastronomie seien nach der schweren Zeit auf die Einnahmen solcher touristischer Höhepunkte angewiesen. Hohenreiter ist aber Realistin genug, um die Situation einzuschätzen.

Vorbereiten auf unterschiedliche Szenarien

Und sie ist, was die Durchführung der Leonhardifahrt betrifft, skeptischer als beim Tölzer Christkindlmarkt. Den könne man auch in abgespeckter Form und mit beschränkter Hüttenzahl durchführen und so den Besucherstrom bewusst reduzieren. Gut findet die Tölzer Tourismusexpertin einen Vorstoß der Wirtschaftsförderung im Landratsamt. Bei einem Gespräch mit Andreas Roß sei es um ein Treffen etwa Mitte September für die Verantwortlichen der Gemeinden gegangen, in denen ein Christkindlmarkt stattfindet. Dabei soll vor dem Hintergrund der aktuellen Rechtslage über eine gemeinsame Linie und Standards bei Regeln und Vorbeugungsmaßnahmen gesprochen werden. Nicht dabei ist Kochel. Dort wurde der Adventsmarkt am Freitag abgesagt.

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