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Auf der Parkplatz-Tafel, den Vereinsbussen, Trikots und Banden tauchen die Sponsoren des Lenggrieser SC auf. Rund 130 lokale Firmen sind es mittlerweile. Akquiriert hat sie Michael Willibald. Sein Beruf hilft dem Zweiten LSC-Vorsitzenden bei der Gewinnung und Pflege der Partner. Er ist Vermögensverwalter.

Sponsoring im Sport

Ohne Partner läuft es nicht

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Sponsoren sind überlebenswichtig für Vereine und Einzelsportler. Trainingsmaterial, Auswärtsfahrten und die Pflege der Anlagen kosten eine Menge. Doch Geldgeber zu gewinnen und bei Laune zu halten, ist eine Herausforderung.

Mitgliedsbeiträge, Sommerfest und Heimspiele spülen Geld in die Kasse des Lenggrieser SC. Aber bei Weitem nicht 150 000 Euro: Die muss der Verein im Jahr auftreiben. Kein Wunder, wenn man eine Sportanlage mit mit vier Plätzen betreibt und jede Woche 17 Jugendmannschaften mit rund 250 Spielern durch das Oberland schickt. „Ohne Partner und Förderer wäre das nicht denkbar“, sagt der zweite Vorsitzende Michael Willibald.

Ein Drittel der Ausgaben deckt der LSC mit Sponsorengeldern. Mit den „Partnern und Förderern“ meint Willibald rund 130 lokale Firmen, deren Namen auf Banden, Trikots und den Vereinsbussen auftauchen. Auf diese Zahl ist Willibald stolz, lange hat er dafür gearbeitet. Vor sechs Jahren ging er das Thema konzeptionell an. „Damals hatten wir zehn Bandenwerber, heute sind es 97.“ Willibald erstellte eine neunseitige Broschüre mit Paketen für potenzielle Partner. Für sechsmal einen Meter Bande, die Erwähnung auf der Sponsorentafel sowie im Internet und eine Dauerkarte für die erste Mannschaft verlangt der LSC zum Beispiel 420 Euro.

Als Vermögensverwalter kennt sich Willibald mit Finanzplanung aus. Auch im Ehrenamt spricht er von „Zielgruppenanalyse“. Bei der Akquise denkt er zuerst an ehemalige Fußballer, die eine Firma haben, oder an unternehmerische Eltern junger LSC-Kicker. „Du brauchst einen Bezug zum Verein“, sagt der 56-Jährige. Und der Verein braucht ein positives Image. „Wir müssen klarstellen, dass wir mit dem Geld den Jugendsport fördern – nicht die erste Mannschaft.“

Von den Lenggrieser Ideen profitiert der SV Sachsenkam. Willibald hat die Kollegen im SVS-Vorstand beraten und so auch dort die Bandenwerbung angekurbelt. Dem TV Bad Tölz fehlen Sponsoring-Strukturen. Noch: „Wir wollen das optimieren und heuer ein Konzept ausarbeiten“, sagt Jane Clarke, seit kurzem Vorsitzende. Anke Matthäi, die bislang die Öffentlichkeitsarbeit macht, soll sich bald federführend um Geldgeber kümmern – und das Leitbild des TV nach außen tragen: „Wir stehen für Familienfreundlichkeit. Sport für Jung und Alt, von der Krabbel- bis zur Herzsportgruppe“, sagt Clarke. Nur mit klaren Zielen könne man öffentlichkeitswirksam sein. Sponsoren brauche man als Verein immer dringender. „Die Geräte werden teurer, und die Leute wollen ein breiteres Angebot“, sagt die Vorsitzende.

Bei den Tölzer Löwen hat sich die Sponsoren-Struktur gewandelt. Hacker-Pschorr, Namensgeber der Eishockey-Arena, unterstützt die Tölzer Eissport-Gesellschaft (TEG) nicht mehr in dem Umfang wie einst. Das Sponsoring ist auf viele Schultern verteilt. Zirka 200 Geldgeber fördern laut Geschäftsführer Thomas Maban etwa die Hälfte des Betriebs der Oberliga-Mannschaft mit allem Drumherum. Den Rest generiere die TEG über Ticketverkäufe bei den Heimspielen. Das Sponsoren-Geschäft müsse noch ausgebaut werden, sagt Maban. „Wir könnten da besser sein.“ Allerdings sei es äußerst schwierig, Partner zu gewinnen. „Das geht nur über die persönliche Schiene. Flyer bringen da nichts.“ Deshalb seien drei bis vier – teilweise ehrenamtliche – Mitarbeiter mit dem Thema betraut. „Allein ist das nicht zu stemmen“, sagt Maban.

Sponsoring funktioniert nach dem Prinzip „Leistung und Gegenleistung“. Die Löwen-Förderer können Logen im Stadion mieten – tageweise oder für die komplette Saison. „Zu Play-off-Zeiten sind die Logen voll“, berichtet Maban. Auch der Zugang zum VIP-Raum werde gut genutzt. „Da können Geschäftsleute ins Gespräch kommen.“

Die Skifahrerin Michaela Wenig kam 2014 mit dem Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl ins Gespräch. Seither wird die Weltcup-Athletin von der Gemeinde gesponsert. „Ich bin heimatverbunden“, sagt Wenig. Da passt es gut, dass der Ortsname nun in der zweiten Saison auf Helm, Mütze und Stirnband steht. 8000 Euro bekommt die 24-Jährige im Jahr von der Gemeinde. Davon bestreitet sie die Teile der Reisekosten, die der Deutsche Skiverband nicht übernimmt.

Als Gegenleistung taucht der Lenggries-Aufnäher in aller Welt und im Fernsehen auf. Wenig passt auf, dass sie die Lenggries-Mütze auch trägt, wenn die Fotografen anrücken. Sie verlinkt die Tourismus-Seite bei Facebook und steht der Gemeinde für zwei Werbetage zur Verfügung. Die Lenggrieserin kümmert sich schon immer selbst um ihren Kopfsponsor und sagt: „Man muss genau erklären, wofür man steht, offen sein und auch Absagen ertragen können.“

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