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Die Neugestaltung des Tölzer Gries’ ist eines der ersten Projekte aus dem ISEK, das umgesetzt wird.

Langfristige Tölzer Ziele

Ohne städtebauliches Konzept kein Zuschuss

Sperriger Begriff, wichtiges Instrument: Das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) ist für die Stadt Stadt Bad Tölz in mehrerlei Hinsicht unverzichtbar.

Bad Tölz – Warum müssen Verwaltungsbegriffe nur immer so sperrig sein? Dabei ist ein „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) für alle Kommunen in Zukunft ein unentbehrliches Instrument. Ohne sich Gedanken über langfristige städtebauliche Ziele gemacht zu haben, gibt es nämlich künftig keinen müden Euro mehr als Förderung vom Staat.

Die Stadt macht diesbezüglich schon länger ihre Hausaufgaben. Der designierte Stadtbaumeister Florian Ernst ist vor allem damit beschäftigt, zusammen mit dem Fachbüro Leuninger & Michleraus Kaufbeuren die Rahmenbedingungen und Zielprojekte für die kommenden Jahre zu definieren. In der jüngsten Stadtratssitzung stelltenErnst und Bauamtsleiter Christian Fürstberger einzelne Ergebnisse vor. Der ausführliche Befund und Maßnahmenkatalog mit Zeithorizont sollen „in Kürze“ im Internet abrufbar sein.

Die Umsetzung des ISEK hat zum Teil schon begonnen. Bei der Neugestaltung des Ortsteils Gries ist man bereits ins sogenannte Dialogverfahren mit dem Bürger eingetreten. Dabei versucht man, zusammen mit den Bewohnern Gestaltungsmaßnahmen für das am besten erhaltene – und viele sagen schönste – Altstadtquartier von Tölz zu finden. Bei einem bestens besuchten Rundgang vor Kurzem war zum Beispiel ein autofreies Gries vorgeschlagen worden. In der Arbeitsgruppe wurde auch ein alter Vorschlag neu belebt: eine Brücke vom Parkhaus zum Isarkai.

Ein Nahziel des ISEK ist zudem eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität am östlichen Isarufer (Taubenloch). Angedacht sind Treppenstufen zur Isar hinab, auf denen Besucher im Sommer die erfrischende Nähe des Flusses genießen können. Das Westufer haben Einheimische und Touristen sowieso schon seit vielen Jahren als Freizeitoase entdeckt.

Fürstberger erläuterte den Räten auch andere Ziele wie zum Beispiel die Beleuchtung der historischen Altstadt. Im Gries ist diese vielen Bewohnern zu dunkel. Und auch die außergewöhnlichen Fassaden der Marktstraße werden nachts optisch ungenügend in Szene gesetzt. Auch das soll sich in den kommenden Jahren ändern, wobei der Bauamtschef keine Zweifel daran ließ, dass das keine billige Angelegenheit wird.

Michael Lindmair (FWG) wollte in der Diskussion wissen, wie man es schaffe, mit einem Vorschlag ins ISEK hineinzukommen. „Und wie funktioniert die Priorisierung?“ Das werde ganz einfach über die Haushaltsanmeldung geschehen, antwortete Fürstberger. Ansonsten müsse man Vorschläge einfach als Antrag formulieren.

Mehr Parkplätze im Badeteil, regte Andrea Grundhuber (Grüne) an. „Jetzt parken alle beim Penny.“ Grundhuber wunderte sich noch über einen anderen, ihrer Meinung nach sehr bezeichnenden Punkt in dem öffentlich noch nicht zugänglichen Maßnahmenkatalog des ISEK. „Dort ist zwar unter dem Bereich Wohnen auch schon der Bichler Hof als künftiger Standort aufgeführt. Bei den Hotels hingegen fehlt der Bichler Hof. Schaut da jemand weise in die Zukunft?“, konnte sich die 60-Jährige einen spöttischen Seitenhieb nicht verkneifen. Fürstberger blieb da nur, mit süßsaurer Miene zu versichern, „dass wir das ergänzen werden. Kein Problem.“

Christoph Schnitzer

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