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An einem Gemeinschaftsstand auf der Grünen Woche in Berlin präsentieren sich derzeit Tölzer Land Tourismus (TLT) und andere Tourismusverbände aus der Region. Auch regionale Produkte wie Reutberger Bier gibt es dort. Mit zur Delegation aus dem Oberland gehören Andreas Wüstefeld (TLT, li.), Landrat Josef Niedermaier (Mi.) und Bürgermeister-Sprecher Michael Grasl (hi., li.).

Grüne Woche in Berlin

Orkan: Landkreis-Delegation strandet in Erfurt

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Orkan Friederike streifte den Landkreis am Donnerstag nur. Doch bei der Delegation aus dem Tölzer Land, die zur Grünen Woche nach Berlin unterwegs war, wirbelte der Sturm den Zeitplan gehörig durcheinander.

Bad Tölz-Wolfratshausen–25 Stunden brauchte ein Teil der Gruppe, bis die Hauptstadt erreicht war. Hinter ihr lagen eine durchwachte Nacht im Zug, zwei missglückte Versuche, ein Auto zu mieten, Freibier und der Umstieg auf den Bus.

Michael Grasl, Sprecher der Landkreis-Bürgermeister, hatte Glück: Er saß am Donnerstag im Zug, der um 10 Uhr München verließ und Berlin gerade noch erreichte, bevor die Deutsche Bahn wegen des Sturms den Fernverkehr einstellte. Bei einem Telefonat mit dem Tölzer Kurier am Freitagmittag vermisste der Münsinger Rathauschef am Stand der Region auf der Grünen Woche aber immer noch einen erheblichen Teil seiner Mitreisenden. „So weit ich das mitbekommen habe, sind sie in Erfurt gestrandet“, sagte Grasl. 

Tatsächlich saß die Gruppe um Landrat Josef Niedermaier, dessen Miesbacher Amtskollegen Wolfgang Rzehak, den Gaißacher Bürgermeister Stefan Fadinger und Kreis-Wirtschaftsförderer Andreas Roß am Bahnhof in der thüringischen Landeshauptstadt fest. „Zuerst hatte es noch geheißen, wir schaffen es bis Leipzig“, berichtete Niedermaier. Aus dem Zug versuchte er, dort ein Auto zu mieten, um die restlichen rund 200 Kilometer bis Berlin so zurückzulegen. Das hätte auch geklappt, doch wenig später „hieß es, wir schaffen es mit Glück noch bis nach Erfurt oder wir bleiben auf freier Strecke stehen.“ Tatsächlich rollte der Zug um 15.30 Uhr in den dortigen Bahnhof. 

Trotz der Strapazen, „hatten wir schon auch Gaudi“

Niedermaier hatte da die Hoffnung noch nicht aufgegeben, doch noch bis nach Berlin zu kommen. Zu Fuß versuchte der Landrat, einen Autoverleih am (sieben Kilometer entfernten) Flughafen zu erreichen. Mittlerweile tobte „Friederike“ allerdings bereits ziemlich heftig und hatte zahlreiche Schäden angerichtet. Einige Straßen waren unpassierbar, „und es wurden keine Autos mehr vermietet“.

Zurück im Bahnhof fand sich die Gruppe mit ihrem Schicksal ab. Während sich die Miesbacher Kollegen eine Pension suchten, harrten die Isarwinkler im Zug aus. „Ich hab’ gesagt, irgendwann geht es schon weiter“, sagt Niedermaier. Trotz der Strapazen, „hatten wir schon auch Gaudi“, meint der Landrat lachend. Erst einmal habe man zwei Tische im Bord-Restaurant reserviert. Speisen und Getränke servierte die Bahn den Gestrandeten kostenlos. Und als das Bier zur Neige ging, wurde Nachschub aus dem Bahnhof organisiert. „Das Personal hat sich wirklich sehr bemüht.“

Mit dem Fernbus schließlich ans Ziel

Eine Durchsage morgens um 5 Uhr machte allerdings wenig Hoffnung, dass es vor Mittag weitergehen würde. Also buchte Niedermaier in der Nacht kurzerhand acht Plätze im Fernbus. Und mit dem erreichte die Gruppe am Freitag schließlich Berlin und gegen 12.30 Uhr auch das Messegelände. „Da war der Miesbacher Landrat mit dem Zug erst in Leipzig“, sagt Niedermaier. Insgesamt sei die Anreise „schon recht spannend“ gewesen. Nach dem bayerischen Staatsempfang stand am Freitag noch der Besuch des BayWa-Abends für die Delegation aus dem Oberland auf dem Programm. Am Sonntag geht es zurück nach Bad Tölz – dann hoffentlich in deutlich unter 25 Stunden. 

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