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Auf der Wiese an der Osterleite möchte die Stadt sozialen Wohnungsbau verwirklichen. 

18 Wohnungen geplant

Osterleite: Stadt Bad Tölz steigt in sozialen Wohnungsbau ein

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Bad Tölz – Bezahlbare Wohnungen sind im Tölzer Land Mangelware. Die Stadt Bad Tölz steuert hier nun gegen: Sie hat beschlossen, in den sozialen Wohnungsbau einzusteigen.

Drei Projekte sind in Planung. Als erstes im Fokus steht die Bebauung der Wiese vor dem „Kesselhaus“ an der Osterleite. 4000 Quadratmeter stehen der Stadt dort zur Verfügung. „Zuerst gab es die Überlegung, dort eine zweite Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber zu bauen“, sagt Bürgermeister Josef Janker auf Anfrage. Die erste entsteht, wie berichtet, gerade auf der Flinthöhe. Dann habe sich der Stadtrat aber dazu entschlossen, an der Osterleite in den sozialen Wohnungsbau einzusteigen. Vier Tölzer Architekten wurden eingeladen, ihre Vorstellungen zu Papier zu bringen, drei kamen der Bitte nach. In der jüngsten nichtöffentlichen Stadtratssitzung lagen die Entwürfe vor. Ein formaler Beschluss ist noch nicht gefasst, „aber wir haben einen ausgesucht“, sagt Janker.

Geplant sind vorerst 18 Wohneinheiten. Entstehen werden Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen zwischen 28 und 70 Quadratmetern. Aber fehlen nicht gerade große Wohnungen für weniger betuchte Familien in Bad Tölz? Janker hofft auf einen Umverteilungseffekt. Es gebe zahlreiche Mieter in größeren städtischen Wohnungen, die auf einer Warteliste stehen, weil sie gerne in eine kleinere Wohnung ziehen möchten. „Beispielsweise, weil die Kinder ausgezogen sind und der Ehepartner verstorben ist“, erläuterte Janker. Durch den Neubau „bekommen wir eine gewisse Fluktuation zustande“, hofft der Rathauschef.

Noch heuer möchte er das Genehmigungsverfahren für den Bau zum Abschluss bringen. In einigen Jahren wäre dann noch die Erweiterung um einen zweiten Gebäuderiegel mit weiteren 18 Einheiten möglich oder – falls benötigt – mit Plätzen für Asylbewerber.

Janker rechnet mit Baukosten von rund zwei Millionen Euro. Hier profitiert die Stadt von einem neuen Förderprogramm für sozialen Wohnungsbau, das einen 30-prozentigen Zuschuss gewährt. 60 Prozent der Kosten kann die Kommune über ein zinsloses Darlehen finanzieren. Die restlichen zehn Prozent müssen als Eigenmittel zur Verfügung stehen.

Ebenfalls sozialer Wohnungsbau ist auf einem Grundstück an der General-Patton-Straße geplant, das noch dem Bund gehört. „Hier sind wir in Verhandlungen“, sagt Janker. Zwölf Wohnungen sind angedacht.

Günstiger Wohnraum soll zudem in der Kohlstatt entstehen – mit der Lenggrieser Baugenossenschaft. Die Stadt besitzt dort ein Grundstück, „das wir entweder gemeinsam mit der Baugenossenschaft entwickeln oder ihr verkaufen“, sagt Janker. Fördermittel gebe es für die dort geplanten acht Einheiten nicht. „Das Programm gilt nur, wenn Kommunen bauen.“ Hier könnte mit der Realisierung heuer begonnen werden.

Janker ist vom Tölzer Kurs überzeugt. „Wir brauchen günstigen Wohnraum. Das ist zwingend notwendig.“ Schon jetzt ist die Stadt Eigentümer von mehr als 300 Wohnungen. Die meisten seien zwar aus der sozialen Bindung herausgefallen, „aber wir sehen eine moralische Verpflichtung und haben sehr moderate Mieten“. Zwischen 5,80 und 7,50 Euro liegen diese pro Quadratmeter.

Janker korrigiert auch eine Aussage seines Lenggrieser Amtskollegen Werner Weindl. Der hatte jüngst in einer Versammlung gesagt, dass der Landkreis bestimme, wer in die mit dem Förderprogramm gebauten Wohnungen ziehe. „Früher war es so, dass der Landkreis fünf Mieter-Vorschläge machte, und die Stadt einen aussuchen musste“, sagt Janker. „Bei dem neuen Programm liegt das Belegungsrecht aber allein bei der Gemeinde, die baut.“

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