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Das Osterfeuertragen hat in Wackersberg Tradition. Heuer beginnt die Segnung des Feuers am Karsamstag um 9 Uhr vor der Kirche. An dem Feuer entzünden die Buben die Baumschwämme. 

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Ostern lockt mit Brauchtum und Kultur

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Bad Tölz-Wolfratshausen –  Die Passionszeit geht zu Ende, Ostern steht vor der Tür. In einigen Gemeinden im südlichen Landkreis gibt es regionale Bräuche. In anderen Kommunen finden besondere Veranstaltungen statt. Hier ein Überblick.

In einigen Pfarrgemeinden ist das Osterfeuertragen ein alter Brauch. Hier gehen Buben von Haus zu Haus, um das gesegnete Osterfeuer in die Haushalte zu bringen. Die Hausbesitzer schneiden dann von dem glimmenden Baumschwamm, den die Buben bei sich tragen, ein Stück ab und werfen es ins Herdfeuer.

„Woher dieser Brauch stammt, kann man nicht genau sagen“, erklärt Norbert Göttler, Bezirksheimatpfleger mit Sitz im Kloster Benediktbeuern. Früher wurde mancherorts das Herdfeuer in der Karwoche gelöscht und erst am Ostersonntag mit dem geweihten Feuer wieder entzündet. Die Menschen hofften, damit Unheil von Haus und Hof fernzuhalten.

Laut Göttler ist das Osterfeuerlaufen, das mancherorts auch als Osterfeuertragen bezeichnet wird, ein „heischer Brauch“ – das heißt, die Buben hoffen, dabei etwas zu erheischen, sprich Ostereier oder Münzen. „Früher waren es oft Buben und junge Männer aus ärmlichen Verhältnissen, die das Osterfeuer getragen haben, nicht selten in weitab gelegene Höfe.“

Das Osterfeuerlaufen  findet unter anderem in Benediktbeuern, Bichl und Kochel statt (Karsamstag; Weihe des Feuers um 14 Uhr vor der jeweiligen katholischen Kirche); in Wackersberg (Karsamstag, ab 9 Uhr), in Lenggries (Ostersonntag), Ellbach (Ostersonntag ab 9.30 Uhr) und in Gaißach (Ostersonntag, Beginn nach dem Gottesdienst um 8.30 Uhr).

In vielen Familien im Tölzer Land ist das „Oarscheibn“ ein fester Bestandteil des Osterfests. Das traditionelle Spiel, dessen Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückgehen, wird aber ausschließlich im privaten Rahmen gepflegt. Dazu werden zwei Besenstiele oder Rechen, die zum Beispiel an einem Stuhl befestigt sind, parallel schräg gestellt, so dass man quasi auf einer kleinen Bahn hartgekochte Ostereier herrunterrollen lassen kann. Sobald das Ei am Boden liegen bleibt, platziert man einen Cent darauf. Die anderen Mitspieler müssen nun versuchen, mit ihrem Ei andere Eier so anzustoßen, dass die Münze herunterfällt. Den Cent darf der erfolgreiche „Schütze“ dann behalten.

Wer nicht nur zu Hause Ostereier suchen will, kann das zum Beispiel auch im Freilichtmuseum an der Glentleiten, und zwar an beiden Osterfeiertagen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Kinder.

Und hier noch eine Auswahl einiger Veranstaltungen an den Ostertagen:

In Bad Tölz lädt die Tourist-Info am Karsamstag zur Führung „Auf Filmspuren durch Bad Tölz“ ein (10 Uhr, Dauer: zwei Stunden, Eintritt: 5 Euro). Abends kann man wieder einen interessanten Blick ins Weltall werfen. Franz Xaver Kohlhauf aus Wackersberg hält um 18 Uhr im Planetarium einen Vortrag über die Sonne (Eintritt: 8 Euro). Wer Ostern musikalisch ausklingen lassen will, sollte sich am Sonntag das Konzert der Tölzer Stadtkapelle unter dem Motto „Bayerisch-Böhmisch“ nicht entgehen lassen (19.30 Uhr; Kurhaus; 10 Euro). Zudem feiert der Trachtenverein Edelweiß am Ostermontag Premiere des Dreiakters „Ölwechsel pur“ (19.30 Uhr; Pfarrheim Franzmühle; 9 Euro). Am Samstag, Sonntag und Montag ist übrigens Eislaufen in der Hacker-Pschorr-Arena möglich (14.30 bis 16 Uhr, vier Euro). Im Marionettentheater werden am Ostermontag die „Bremer Stadtmusikanten“ aufgeführt (15 Uhr, 5 bzw. 6 Euro Eintritt). Und zudem kann man (außer am Karfreitag) von 11 bis 18 Uhr über den Ostermarkt in der Marktstraße schlendern.

Theater gibt es auch in der Jachenau. Dort feiert die „Schmugglergschicht“ am Ostersonntag im „Schützenhaus“ Premiere. Aufführungen sind um 13.30 Uhr und um 20 Uhr, auch am Ostermontag wird um 20 Uhr gespielt. Eintritt: 8 Euro.

In Kochel am See lockt an den Osterfeiertagen natürlich das Franz-Marc-Museum. Es hat an allen Feiertagen geöffnet, also von Karfreitag bis Ostermontag von 10 bis 17 Uhr. Im Mittelpunkt der Ausstellung zum 100. Todestag von Franz Marc steht derzeit das Bild „Das arme Land Tirol“ aus dem Guggenheim-Museum in New York. Weitere Infos zu Führungen und zum (Kinder-)Ferienprogramm gibt’s im Internet auf www.franz-marc-museum.de. Ansonsten können am Karsamstag Flohmarkt-Freunde am Trimini-Parkplatz stöbern (ab 7 Uhr).

Auch in Lenggries findet am Karsamstag ein Flohmarkt statt, und zwar auf dem Festplatz (8 bis 16 Uhr). Es ist der erste dort in diesem Jahr. Im Gasthof Wastlerwirt in Anger wird zudem am Samstag und Sonntag ein Stoßbullturnier angeboten – weitere Infos beim Wirt, Telefon 0 80 42/22 08.

In Gaißach lädt die Musikkapelle am Ostersonntag zum Frühjahrskonzert ein. Beginn ist um 20 Uhr in der Turnhalle. Auf dem Programm stehen unter anderem Polkas und Märsche.

In Benediktbeuern wird am Samstag, Sonntag und Montag jeweils eine Klosterführung angeboten (14.30 Uhr; 4 Euro; Treffpunkt Pforte), und am Samstag ist die Vogelbeobachtungsstation Moosmühle geöfffnet (13.30 bis 15.30 Uhr, Eintritt frei, am Rundweg Nr. 1). Weitere Infos dazu im Internet auf www.zuk-bb.de.

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