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Winterliche Parkprobleme: Die gekennzeichneten Flächen sind unterm Schnee nicht mehr zu erkennen – wie hier an der Tölzer Angerstraße.

Kritik an Schneebeseitigung

Parken auf gut Glück kann teuer werden

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Bad Tölz - Wer eingezeichnete Parkplätze am Straßenrand nicht einhält, muss mit einem Strafzettel rechnen – auch wenn die Flächen im Schnee nicht erkennbar sind oder vom Räumdienst zugeschüttet wurden.

Diese 25 Euro will Goran Ezgeta nicht bezahlen. Seinen Widerspruch hat er schon bei der Stadt Bad Tölz eingereicht. Der Münchner arbeitet in 24-Stunden-Schichten als mobiler Krankenpfleger und betreut Menschen in ihren Wohnungen – derzeit im Tölzer Zentrum.

Ezgeta parkte für einen Krankenbesuch dieser Tage an der Angerstraße, bezahlte seinen Parkschein – und kassierte einen Strafzettel. So erging es nach seinen Angaben mehreren Autofahrern, laut Ezgeta auch in den umliegenden Straßen. Der 39-Jährige kritisiert die „schlechte Schneebeseitigung“ in Tölz. „Die Parkplätze sind ungeräumt oder komplett mit Schnee zugeschüttet“, schreibt er der Redaktion. Ezgeta ist verärgert: Die Stadt verhänge Bußgelder, obwohl die eingezeichneten Parkflächen am Straßenrand gar nicht erkennbar seien.

Genau richtig so, sagt Alexander Schindler, Leiter des Tölzer Ordnungsamts. „Wenn ich die Linien nicht sehe, kann ich sie auch nicht vermuten und zu meinem Vorteil auslegen.“ In Bezug auf den Krankenpfleger Ezgeta verweist Schindler auf das nahegelegene Parkhaus. „Das sind drei Minuten zu Fuß, und dort findet man 406 Stellplätze.“

Seitenstreifen wie an der Angerstraße sind oft mit einem Verkehrsschild kombiniert: „Parken in gekennzeichneten Flächen erlaubt.“ Diese werden weniger, wenn der Räumdienst die Straßenränder im Winter als Lagerort benutzt. Anders gehe es gerade in engen Straßen nicht, erklärt Schindler. Auf Gehwegen und Privatgrundstücken dürfe der Schnee nicht abgeladen werden, Rettungswege und Feuerwehrzufahrten müssten frei bleiben.

„Ein paar Flächen gehen immer drauf“, sagt auch Thomas Amberger, der für den Tölzer Betriebshof mit Räumfahrzeugen unterwegs ist. Der weggeräumte Schnee werde allerdings nicht ewig an den Straßenrändern gelagert, sondern letztlich zum Eichmühle-Parkplatz oder zum Festplatz im Moraltpark transportiert.

Wenn es viel schneit, bleibt die Arbeit des Betriebshofs schon mal eine Weile liegen. „Man muss Prioritäten setzen“, sagt Ordnungsamtschef Schindler. Ganz oben auf der Liste: Gefahrenstellen wie die Osterleite. „Wenn da nicht geräumt ist, liegt der Berufsverkehr lahm.“ Die klare Ansage der Stadt lautet: Erst einmal muss der Verkehr auf den Haupt- und Nebenstraßen fließen, bevor Wohngebiete und Parkflächen vom Schnee befreit werden.

Schindler unterscheidet Seitenstreifen von den „echten“ Parkplätzen. Auf letzteren seien die Verkehrsüberwacher im Winter tolerant. Schindler nimmt den Kolbergarten als Beispiel: „Wenn dort die Stellflächen nicht exakt eingehalten werden, gibt’s keinen Strafzettel.“ Hier könne man nicht erwarten, dass die Autofahrer die Markierungen freischaufeln.

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