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Das ehemalige Mitglied im Landesvorstand Christian Lutz lädt zur Gründung eines Kreisverbands der PARTEI ein. 

Gründung eines Kreisverbands

Einbürgerungsfragen über Ottfried Fischer

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Bad Tölz-Wolfratshausen –  Vor der Gründung eines Kreisverbands überrascht die satirische PARTEI mit ungewöhnlichen Forderungen. Ein Interview

Die Parteienlandschaft im Landkreis wird bunter. Für Anfang August ist die Gründung eines Kreisverbands der PARTEI geplant. Das bekannte Gesicht dieser „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ ist der Journalist und Satiriker Martin Sonneborn, der die PARTEI 2004 gemeinsam mit zwei weiteren Redakteuren der Zeitschrift „Titanic“ gründete und der 2014 ins Europäische Parlament einzog. Seither gibt es von Sonneborn immer wieder Provokantes zu hören, etwa wenn er vom „Irren vom Bosporus“ spricht. Wie das lokale Programm aussieht, erklärt Christian Lutz (29) im Kurier-Interview. Der Irschenhauser, der in der IT-Abteilung der Stadt München arbeitet, ist Sonderbeauftragter für die Gründung des Kreisverbands Bad Tölz-Wolfratshausen.

Herr Lutz, warum braucht Bad Tölz-Wolfratshausen einen Kreisverband der PARTEI?

In Deutschland brauchen wir überall Kreisverbände der PARTEI, um Stimmen zu bekommen, dadurch Geld abzugreifen und am Ende die Macht zu übernehmen.

Wird sich die PARTEI auf lokalpolitischer Ebene einbringen?

Grundsätzlich bin ich an Lokalpolitik gar nicht interessiert, weil es auf dieser Ebene keine Rentenbezüge gibt, die man abgreifen könnte. Aber wir werden das parteiintern abstimmen, denn wir sind eine radikal-patriotische Partei.

Ihr Ziel ist dann eher, in den Bundestag einzuziehen?

Ja. Wir haben gerade auf dem Landesparteitag unsere Landesliste für die Bundestagswahl aufgestellt, wobei ich auf Platz 14 gewählt wurde. Nach der Gründung des Kreisverbands werden wir entscheiden, ob wir im Bundeswahlkreis einen Direktkandidaten aufstellen.

Wie sind Sie persönlich zur PARTEI gekommen?

Indem ich einen Mitgliedsantrag ausgefüllt habe.

Und warum haben Sie das ausgerechnet bei der PARTEI getan?

Weil ich Martin Sonneborn verehre – wir sind ja eine sehr führerzentrierte Partei.

In Ihrer Einladung zur Gründungsversammlung nennen Sie drei zentrale Programmpunkte. . .

Das ist nur ein kleiner Auszug. Wir haben eine Liste mit 25 Punkten, über die wir radikaldemokratisch abstimmen werden.

Sie fordern die Einführung eines Fragenkatalogs zu Ottfried Fischer bei Einbürgerungsentscheidungen. Warum?

Nachdem der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen durch Ottfried Fischer bekannt geworden ist, erachten wir es für wichtig, dass man über ihn Bescheid weiß, wenn man hier leben will. Vielleicht sollten wir für den nördlichen Landkreis dasselbe in Bezug auf „Hubert & Staller“ fordern.

Außerdem plädieren Sie für eine Umgehungsstraße ÜBER Wolfratshausen.

Über das Thema wird seit 38 Jahren diskutiert. Wenn irgendwo Platz ist, warum sollte man sie dann nicht über Wolfratshausen bauen?

Und schließlich befürworten Sie den Kauf der 1. Deutschen Eishockeyliga, um die Tölzer Löwen voranzubringen. Wer soll die Liga denn kaufen?

Der Landkreis natürlich. Auch die Stadt Bad Tölz könnte die Liga kaufen, aber der Landkreis hat viel mehr Geld, und auch die umliegenden Orte würden vom Erfolg der Löwen profitieren.

. . .die dann einen garantierten Startplatz in der Liga hätten?

Ganz genau.

Mit welchem Zuspruch rechnen Sie bei der Gründungsversammlung?

Ich wünsche mir weit über 100 Teilnehmer. Realistischerweise werden es wohl fünf bis zehn. Es wird schon so sein, dass jeder noch einen prestigeträchtigen Vorstandsposten bekommt.

Meinen Sie hinter all dem auch irgendetwas ernst?

So ernst Satire eben sein kann. Aber Satire zu verraten, wäre so, als ob man bei einem Witz die Pointe erklärt.

Gründungsversammlung

am Mittwoch, 3. August, um 19 Uhr in der Gaststätte Isarwinkel, Richard-Wagner-Straße 14 in Geretsried. Laut Einladung sind „alle Mitgliederinnen und Mitglieder aufgefordert, ihren Mitglieds- sowie Mitarbeiterausweis der BRD GmbH (umgangssprachlich Personalausweis) mitzubringen“.

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