Das Modell im Blick von Süden: Links der Pfarrhof (2), dahinter die Kirche (1) und rechts der angedachte Pfarrsaal (3), der zum Beispiel auf einer Tiefgarage stehen könnte.

„Plan B“ nach Scheitern der Immobilien-Rochade

Pfarrer Demmelmairs Traum: Ein neuer Pfarrsaal am Frauenfreithof

Die Madlschule als Pfarrheim-Ersatz wird nichts, nachdem der Immobilientausch gescheitert ist. Pfarrer Peter Demmelmair träumt längst von einem Plan B: einem Abriss der Altbauten südlich der Kirche und Neubau eines Pfarrsaals.

Bad Tölz – Die Enttäuschung über den abgelehnten Ringtausch Franzmühle gegen Madlschule und Franziskuszentrum hielt sich bei Demmelmair in Grenzen. Erstens hatte er die Entwicklung erwartet, zweitens schwebt ihm seit längerem eine Idee vor, wie er die Einrichtungen der Stadtpfarrei besser im Umfeld der Kirche konzentrieren kann. Denn die Franzmühle als Pfarrheim sei zwar gut gemeint gewesen. Es habe sich aber herausgestellt, dass das Pfarrheim zu weit weg vom kirchlichen Geschehen ist, um wirklich frequentiert zu werden.„Was wir brauchen“, sagt der 57-Jährige, „ist einen Ort, wo man nach einer Kommunion oder Firmung nach dem Gottesdienst nochmals zusammenkommen kann. Das muss direkt neben der Kirche sein.“

Demmelmair ging gedanklich den nächsten Schritt. Mesnerwohnung und Altbau im Süden der Kirche sind renovierungsbedürftig. „Das Geld steckt man besser gleich in einen Neubau: einen Pfarrsaal nämlich.“ Max Schneider von der Kirchenverwaltung findet den Gedanken des Pfarrherrn „faszinierend“ und hat ein Modell anfertigen lassen. Das zeigt, dass man damit gleich mehrere Fliegen auf einen Streich erlegen könnte. Man könnte nämlich eine von der Schulgasse erschlossene Tiefgarage errichten und darauf den einstöckigen Pfarrsaal für rund 85 Besucher. Der wäre nicht viel höher als der Bestand und würde die Firstrichtung des Pfarrhofs aufnehmen. Denkmalgeschützt sind die Altbauten übrigens nicht, sagt Schneider. Mitreden wird das Landesamt für Denkmalpflege aber dennoch müssen, da es um das ganze Ensemble und seine Höhenentwicklung geht, merkt Bürgermeister Josef Janker an.

Für Peter Demmelmair gibt es noch weitere Pluspunkte: Der Zugang wäre barrierefrei. Zudem könnten sanitäre Anlagen geschaffen und die derzeit kaum genutzte kleine Wiese auf dem Dach des alten Pfarrsaals als kleinen Außenbereich aktiviert werden. Der alte Pfarrsaal wäre übrigens nach wie vor für die Chöre, Senioren und andere Aktivitäten in Gebrauch.

Das Modell des Neubaus, so erzählt Demmelmair, stand auch schon beim Generalvikar der Erzdiözese, Peter Beer, der „angetan“ gewesen sei. Klar sei aber, dass noch keine Entscheidung gefallen sei und so ein Vorhaben Jahre benötigen wird.

Und was sagt die Stadt dazu? Das Stadtoberhaupt hat mit dem Peter Demmelmair schon darüber gesprochen und hält den Pfarrsaal-Neubau für „eine optimale Lösung“. Zumal damit auch eine Tiefgarage (übrigens mit bis zu 20 Plätzen) denkbar ist. Ihm gefällt das Vorhaben auch vor dem Hintergrund, dass der ganze Platz rund um die Kirche zusammen mit dem Madlschul-Parkplatz neu gestaltet werden soll. Demmelmair kann sich da auch einen Brunnen vorstellen.

Für Janker wäre so ein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität nicht nur „eine enorme Aufwertung“ für den Frauenfreithof, sondern – so nahe an der Marktstraße – auch für die ganze Innenstadt.

Christoph Schnitzer

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