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Zu schönen Badetagen lud zum Beispiel der Walchensee. Abends brauten sich im Tölzer Land zuletzt aber oft Unwetter zusammen.

Freizeit-Bilanz

Pfingstferien: Nur die plötzlichen Gewitter machten Wirte und Bergbahnbetreiber nervös

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Vom heißesten Mai seit 1889 in Deutschland profitierten auch Freizeit-Ziele im Südlandkreis. Touristen und Einheimische bevölkerten in den Pfingstferien Almhütten, Seen, Schwimmbäder und das Tölzer Stadtgebiet in Scharen. Für Nervosität sorgten allerdings die plötzlichen Gewitter.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Spitzentage kann man auf der Lenggrieser Hütte an der Zahl verkaufter Kaiserschmarrn-Portionen bemessen.Gute 100 Teller verlassen dann die Küche der Alm am Seekar. Und so war es laut Wirtin Michaela Durach oft in den Pfingstferien. Absoluter Höhepunkt: der Pfingstmontag, der nicht nur die Kaiserschmarrn-Hundertermarke sprengte, sondern wohl auch Rekordzahlen in Sachen Wildgulasch ermöglichte. „Da hat uns der Münchner heimgesucht“, sagt Durach, die außerdem berichtet: „Die Wochenenden waren voll mit Übernachtungsgästen.“

Neben Kaiserschmarrn-Mengen funktioniert auch die Einheit Autos, um den Ansturm auf die Freizeit-Ziele im Tölzer Land in den Ferien zu fassen. Bis weit hinter dem Lenggrieser Waldfriedhof standen Wanderer-Fahrzeuge an mehreren Tagen, berichtet Durach. Am Fuße des Blombergs reichten am Pfingstmontag die großen Parkplätze auf beiden Straßenseiten nicht mehr aus. Autofahrer nutzten die Wiese zwischen Fahrbahn und Radweg. „Wir sind mit dem ganzen Frühjahr zufrieden“, bilanziert Hannes Zintel, Geschäftsführer der Blombergbahn. 

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Ein wenig Sorgen bereiteten ihm allerdings die schnell aufziehenden Gewitter – angesichts der vielen Menschen am Berg. „Wenn wir auf dem Unwetterradar sehen, dass sich etwas zusammenbraut, informieren wir die Gäste oben und unten und fahren die Bahn leer.“ Am Fronleichnams-Donnerstag pausierte der Sessellift nachmittags eine gute halbe Stunde. Ebenfalls aus Respekt vor Blitz und Donner verließen Gäste die Lenggrieser Hütte – gefragt besonders bei E-Bikern – an unbeständigen Tagen frühzeitig, sagt Wirtin Durach. Blomberg-Chef Zintel nennt noch einen anderen Grund für schwächere Tage: „Manchmal war es einfach zu warm.“

Rad-Touristen unterbringen war schwer

Vom heißesten Mai seit dem Jahr 1889 in Deutschland berichtet der Deutsche Wetterdienst. Davon profitierten auch Freibäder wie das Alpenwarmbad in Benediktbeuern. Bademeister Robert Baumgartner: „Wir sind rundum zufrieden mit den Ferien. Es waren viele Schüler da, die nicht in den Urlaub fahren konnten. Dafür ist das Bad ja gedacht.“

Attraktiv war die Stadt Bad Tölz in den Ferien gerade für spontan angereiste Rad-Touristen. „Da gab es schon mal Probleme, die entsprechenden Unterkünfte zu finden“, sagt die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier. „Sehr gut gebucht“ waren Hotels und Pensionen im Stadtgebiet insgesamt. In Sachen Tagesgäste war das Pfingstwochenende selbst mit US-Car-Treffen und Rosentagen unschlagbar, so Frey-Allgaier.

Trend zum innerdeutschen Tourismus hält laut Bürgermeister an

Viel zu tun hatten die Mitarbeiter nicht nur am Schalter der Tölzer, sondern auch an dem der Lenggrieser Tourist-Info (TI). Die endgültigen Übernachtungszahlen hat TI-Chefin Ursula Dinter-Adolf noch nicht vorliegen. „Aber die Tendenz ist schon sehr, sehr positiv. Wir sind jetzt schon über dem Mai des Vorjahres“, sagt sie. Auffällig gefragt sei besonders das Gäste-Kinderprogramm gewesen: die Laternenwanderung, der Besuch beim Bäcker oder das „Walderlebnis für Naturdetektive“.

Dass der Trend zum innerdeutschen Tourismus anhält, hat der Kochler Bürgermeister Thomas Holz beobachtet. „Kein Wunder bei dem politischen Weltgeschehen derzeit“, sagt er. Mit dem Urlauberaufkommen rund um Kochel- und Walchensee in den Ferien ist der Rathauschef „recht zufrieden: Gefühlsmäßig war’s wie im Vorjahr“. Erfreulich sei, dass etwas mehr Familien in die Region kommen, sagt Holz. Auch die Zahl der Tagesausflügler aus München habe zugenommen. Was ihn in sonnigen Zeiten immer umtreibt, ist der starke Verkehr – bedingt auch durch Urlauber, die einen Stau auf der A 95 Richtung Österreich umfahren wollen. „Da haben wir ein Problem.“

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